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Inklusion in der Wirtschaft

Zwei Unternehmen ausgezeichnet

Der sechste "Förderpreis für Inklusion in der Wirtschaft" der Landeshauptstadt Hannover (LHH) geht in diesem Jahr an zwei Unternehmen: Die Preisträgerfirmen sind "Die Praxis – NeuroConcept" und "FreuDie – Freudenberg Dienstleistungen".

Die Preisträgerinnen und -träger mit OB Stefan Schostok, Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette und Andrea Hammann, städtische Beauftragte für Menschen mit Behinderungen © LHH

Die Preisträgerinnen und -träger mit OB Stefan Schostok, Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette und Andrea Hammann, städtische Beauftragte für Menschen mit Behinderungen

Oberbürgermeister Stefan Schostok und die Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette haben am 5. April im Beisein von Andrea Hammann, städtische Beauftragte für Menschen mit Behinderungen, die Auszeichnung an den Inhaber Jan Falzmann und die Mitarbeiterin Larissa Handelmann von "Die Praxis – NeuroConcept" übergeben. Für "FreuDie – Freudenberg Dienstleistung" nahm Einzelunternehmerin Susanne Freudenberg die Auszeichnung entgegen. Mit der Ehrung ist ein Preisgeld von 10.000 Euro verbunden, das unter den beiden diesjährigen Preisträgern aufgeteilt wird.

"Mit dem 'Förderpreis für Inklusion in der Wirtschaft' legen wir den Fokus auf ein besonders wichtiges Anliegen von Menschen mit Behinderung: die gleichberechtigte Teilhabe im Arbeits- und Berufsleben und die damit verbundene Möglichkeit, durch eine eigene Tätigkeit selbstständig für den eigenen Lebensunterhalt zu sorgen – und zwar auf dem ersten Arbeitsmarkt", so Schostok.

Wesentlicher Bestandteil

Die Stärkung des inklusiven Gedankens in der Wirtschaft sei ein wesentlicher Bestandteil auf dem Weg hin zur "Inklusiven Stadt". "Die Preisträgerinnen und Preisträger beweisen, dass Inklusion in der Praxis funktioniert und, dass sie sich für alle Seiten lohnt. Sie ermutigen somit auch andere Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, Inklusion fest in der Unternehmenskultur zu verankern", betonte Oberbürgermeister Schostok.

Er dankte allen Unternehmen für ihre Bewerbungen, mit denen sie bewiesen hätten, dass soziale Verantwortung und wirtschaftliche Interessen nicht im Widerspruch zueinander stehen, sondern sich vielmehr ergänzen.

Einstimmige Jury-Entscheidung

Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette unterstrich in ihrer Laudatio die einstimmige Entscheidung der Jury. Dieser gehörten an: Marita Baselt, Industrie- und Handelskammer Hannover, Abteilung Inklusion; Andreas Fritz, Wirtschaftsförderung der LHH; Silvia Klingenburg-Pülm, Bündnis 90/Die Grünen, Ratsfrau und Vorsitzende des Sozialausschusses; Sigrid Lübbers, Selbstbestimmt Leben e.V. und Mitglied des Runden Tisches für Menschen mit Behinderungen sowie Andrea Hammann, Beauftragte für Menschen mit Behinderungen der LHH.

Aufgrund der hohen Qualität der Bewerbungen einigte sich die Jury in diesem Jahr auf zwei Preisträger. "Beide eint, dass es sich um Unternehmen mit einer eher kleinen Mitarbeiterzahl handelt", so Sabine Tegtmeyer-Dette. "Gerade bei kleinen Unternehmen ist das Engagement für Inklusion besonders hervorzuheben."

Über die Preisträger

"Die Praxis – NeuroConcept" ist eine Physiotherapiepraxis, die seit September 2015 in Linden ansässig ist und schwerpunktmäßig als Anlaufstelle für Menschen mit neurologischen Erkrankungen dient. Das Team besteht derzeit aus sechs Beschäftigten – fünf Therapeutinnen und Therapeuten sowie einer Büromitarbeiterin.

Larissa Handelmann wurde ermöglicht, ihr zweijähriges Praktikum im Rahmen einer Ausbildung im Bereich Bürokommunikation am Annastift bei "Die Praxis – NeuroConcept" zu absolvieren, obwohl es kurz nach der Eröffnung noch keine festen Strukturen im Unternehmen gab, um sie einzubinden. Diese entwickelten sich in der täglichen Arbeit mit der jungen Frau im Laufe der Zeit, sodass die jetzige Praktikantin im Sommer 2017 in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen wird. Sabine Tegtmeyer-Dette nannte dies "ein besonders gutes Beispiel für Inklusion". "Dieses Engagement sollte zum Nachahmen anleiten, Wege ebnen, Hindernisse beseitigen und Vorbild für viele Unternehmen, große wie kleine, werden", hob die Dezernentin hervor.

Das zweite Preisträgerunternehmen "FreuDie – Freudenberg Dienstleistungen", ansässig in der List, wurde 2011 als Einzelunternehmen gegründet. Das Aufgabenspektrum umfasst verschiedenste Bürodienstleistungen für kleine und mittlere Unternehmen, Freiberuflerinnen und Freiberufler, Gründerinnen und Gründer oder Privatpersonen.

Neben der Inhaberin Susanne Freudenberg sind lediglich zwei weitere Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt, die beide über das Annastift vermittelt wurden. Da beide Mitarbeiter gesundheitlich eingeschränkt sind und während der Arbeit wichtige Bewegungsübungen ausführen müssen, wird unter anderem einmal wöchentlich zum Betriebssport im nahegelegenen Vahrenwalder Park eingeladen. Darüber hinaus bietet "FreuDie" regelmäßig Praktikumsplätze für Menschen mit Behinderung an und versucht diese bei entsprechender Eignung durch Referenzen an andere Unternehmen zu vermitteln. "Insgesamt zeigt das Unternehmen in eindrucksvoller Weise, dass Menschen mit Behinderung nahezu uneingeschränkt einen Arbeitsplatz ausfüllen können, sodass die Zusammenarbeit für beide Seiten ein Gewinn ist", resümierte Sabine Tegtmeyer-Dette.