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Ratgeber

"Das Klo ist kein Mülleimer"

Keine Müllentsorgung über die Toilette

"Müll gehört nicht in die Toilette!" – So lautet das prägnante Fazit von Hannovers Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette nach einer Besichtigung des Klärwerks Herrenhausen am 13. Februar.

Sabine Tegtmeyer-Dette mit einem Messbecher voll Wasser © LHH

Sabine Tegtmeyer-Dette mit einen Messbecher voll Wasser, das nach dem Klärvorgang in die Leine geleitet wird

Gut dreieinhalb Tonnen Müll landen täglich in den beiden Klärwerken der Stadtentwässerung Hannover. Zwei Tonnen davon werden allein in Herrenhausen aus dem Abwasser gefiltert. "Müll und Essensreste in der Kanalisation bedeuten mehr Gestank, einen größeren und teureren Reinigungsaufwand und einen stärkeren Rattenbefall", sagte Sabine Tegtmeyer-Dette.

Ende der Kampagne "Das Klo ist kein Mülleimer!"

Anlass der Klärwerksbesichtigung war das Ende der PR-Kampagne der Stadtentwässerung Hannover "Das Klo ist kein Mülleimer!", die in den vergangenen drei Monaten für das Thema sensibilisiert hat. Humorvoll, schräg und frech warben die drei Knetfiguren "Spaghetti-Monster", "Wattestäbchen" und "Kondom" für mehr Achtsamkeit bei der Toilettenbenutzung. Mit Charme und witzigen Sprüchen verbreiteten sie einfach, unterhaltsam und plakativ ihre Botschaft 100-mal täglich in Stadtbahn- und Busspots des Fahrgastfernsehens sowie auf insgesamt 30 Großplakaten im Stadtgebiet. Zudem gab es "Lokus-Pokus"-Werbung auf Toiletten zu sehen und es wurden 6.000 CityCards verteilt.

"Die PR-Aktion 'Das Klo ist kein Mülleimer!' war dringend notwendig, um über den missbräuchliche Verwendung der Toilette und ihre Folgen hinzuweisen. Wir werden weiter daran arbeiten, um nachhaltig eine Veränderung der Gewohnheiten zu erzielen", unterstrich die Wirtschafts- und Umweltdezernentin.

Tägliche Reinigung von 150 Millionen Litern

Das gesamte Abwasser der Stadt und der Region Hannover sammelt sich zunächst im Klärwerk Herrenhausen. Ein Teil der täglichen Abwassermenge von etwa 150 Millionen Litern wird im Klärwerk Herrenhausen gereinigt, ein größerer Teil geht ins Klärwerk Gümmerwald und wird dort gereinigt.

Durch das Wassersparen in den vergangenen Jahren gerade bei der Toilettenspülung wird zwar der fehlgeleitete Müll aus den Hausleitungen in den öffentlichen Abwasserkanal gespült, aber dort bleibt er auf dem Kanalboden liegen. Das wenige Abwasser schafft es nicht mehr, den Müll zum Klärwerk zu spülen.

Essensreste als Lebensgrundlage für Ratten

Essensreste, die über die Toiletten entsorgt werden, bieten im Kanalnetz lebenden Ratten eine gute Lebensgrundlage – die Folge ist eine hohe Nachkommenschaft. Zum Teil schaffen es Kanalratten, durch Hausleitungen, die oft mit Fetten und Ölen verklebt sind, bis in eine 9. Etage vorzudringen.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich dabei die Menge von herausgefiltertem Restmüll kontinuierlich erhöht und die Wassermenge, die zur Toilettenspülung benötigt wird, wurde immer weiter reduziert. Der Restmüll, der auf der Kläranlage angespült wird, besteht hauptsächlich aus:

  • Essensresten  und Speiseöl
  • Tausenden Ohrreinigungsstäbchen
  • Hygieneartikeln wie Binden, Tampons, Kondome und Windeln
  • Kunststoffverpackungen
  • Katzenstreu
  • Rasierklingen
  • Zigarettenkippen
  • toten Haustieren
  • Textilien wie Unterwäsche und Nylonstrümpfe
  • Arzneiflaschen und Tuben
  • Spritzen
  • Glas
  • Verpackung von Überraschungseiern