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Landeshauptstadt Hannover

Verwaltung stellt Bäderkonzept vor

Auf Grundlage einer detaillierten Fachanalyse der Hallen- und Freibäder in Hannover, Kundenbefragungen und Beratungen mit Politik, Badbetreibern und Vereinen hat die Stadtverwaltung ein Standort- und Sanierungskonzept für die Bäder vorgelegt. Das Bäderkonzept ist am 3. Dezember den Ratsfraktionen offiziell übermittelt worden und wird kommenden Montag (8. Dezember 2014) im Sportausschuss vorgestellt.

Blick von oben auf das Schwimmbecken im Lister Bad, das von vielen Menschen besucht wird © LHH

Das Lister Bad (Aufnahme aus dem Juni 2013)

Ausgangspunkt ist die im Auftrag der Landeshauptstadt erstellte Analyse der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB) zur Bädersituation in Hannover. Dabei wurden alle Bäder in der Landeshauptstadt untersucht: acht Hallenbäder (darunter zwei Kombibäder), sechs Freibäder sowie ein Naturbad. Die Analyse erfolgte in drei Phasen. Die Ergebnisse wurden im Oktober 2013 und Februar 2014 im Sportausschuss vorgestellt.

Bäderanalyse legt Sanierungsbedarf offen

Thema der ersten Phase waren eine Bestandsaufnahme und Analyse des Bäderangebotes sowie des Sanierungsstaus inklusive einer Abschätzung des Investitionsbedarfs für Bau und Technik. In der zweiten Phase wurde für jedes Bad das Besucherpotenzial analysiert mit Berücksichtigung der Einzugsbereiche, Überlappungszonen und Bevölkerungsstruktur. Weiterhin wurde der Bedarf der Schulen und Vereine ermittelt. In der dritten Phase wurden die Standorte noch einmal hinsichtlich ihrer Bedeutung für Hannover bewertet.

Eine Kundenbefragung in den städtischen Bädern bei gut 1.800 Badegästen (vorgestellt Februar 2014) ergab sehr positive Rückmeldungen. Eine Befragung im Rahmen des repräsentativ zusammengesetzten Bürger-Panels im Sommer 2014 ergab andere Ergebnisse, da auch zahlreiche Menschen befragt wurden, die die Bäder kaum oder gar nicht nutzen.

Breite Beteiligung im Arbeitskreis Bäder

In dem für das Bäderkonzept eigens gebildeten Arbeitskreis waren vertreten je zwei Mitglieder der Ratsfraktionen und des Stadtsportbundes Hannover, drei Vertreterinnen und Vertreter des Schwimmsports, zwei Vertreterninnen und Vertreter der nicht von der Stadt betriebenen Bäder, ein Mitglied des Seniorenbeirates und der Landesschulbehörde. Aufgrund der Diskussionen und Anregungen aus dem Arbeitskreis Bäder (AK Bäder) hat die Verwaltung ein Bäderkonzept erarbeitet, das die folgenden Eckpunkte beinhaltet:

Standortkonzept und Sanierungsfahrplan

  • Dem Bäderkonzept liegt eine Bevölkerungsprognose mit einer bis 2030 stetig steigenden Einwohnerzahl zugrunde, insbesondere auch in den Stadtteilen mit Bädern.
  • Die Berechnungen der Bäderanalyse haben ergeben, dass die Wasserfläche in der Landeshauptstadt bei den Hallenbädern mit 11 qm pro 1.000 Einwohner knapp über dem Bundesdurchschnitt liegt (9 qm), bei den Freibädern mit 27 qm je 1.000 Einwohner ebenfalls (Bund: 20 qm je 1.000 Einwohner).
  • Das Bäderkonzept geht davon aus, dass alle Standorte erhalten bleiben. Eine Veränderung der jeweiligen Wasserfläche kann im Rahmen von Sanierungen geprüft werden.
  • Ziel ist, dass möglichst viele Hannoveranerinnen und Hannoveraner die Möglichkeit haben, in der Nähe ihres Wohnortes ein Schwimmbad zu besuchen.
  • Für die Sanierungsmaßnahmen sind drei Prioritätsstufen festgelegt worden, die Grundlage für den Sanierungsfahrplan sind.
  • Die Verwaltung schlägt aus bautechnischen, organisatorischen und aus Kosten-Gründen vor, jedes Bad jeweils in einem Guss komplett zu sanieren.
  • Zugleich sollen nicht zwei Hallenbäder gleichzeitig saniert werden, um das Angebot nicht zu stark einzuschränken.
  • Bei den Freibädern wurde versucht, die Sanierung möglichst außerhalb der Freibadesaison einzuplanen.

Rund 42 Mio. Euro erwartete Sanierungskosten

Auf dieser Grundlage und auf Basis des Baukosten-Index I/2014, der baulichen Dringlichkeit und der voraussichtlichen Finanzplanung 2015 bis 2025 ergibt sich die Planung für die Sanierung der Bäder. Diese geht für alle Bäder von Kosten in Höhe von ca. 42 Millionen Euro an reinen Sanierungskosten aus. Angenommen wird dabei eine Sanierung des Bestandes unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben (Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit, Brandschutz), aber noch ohne zusätzliche Attraktivitätssteigerungen (z.B. Lehrschwimmbecken für Kursangebote, Wasserrutsche, Ausbau Sauna).

In der derzeitigen Investitionsplanung sind derzeit ab 2016 pro Jahr ca. 3,0 Millionen Euro an Investitionsmitteln für die Bäder vorgesehen. Daher wird der Sanierungszeitraum voraussichtlich 14 Jahre betragen. Aufgrund der Empfehlung der Bäderanalyse, aus wirtschaftlichen Gründen beim Fössebad und beim Stöckener Bad auch einen Neubau zu erwägen, sind in dem Konzept Sanierung und Neubau dargestellt.

Erhöhung der Bäder-Mieten

Der Vorschlag der Verwaltung für das Haushaltssicherungskonzept IX sieht bei der Vermietung von Bädern Mehreinnahmen von 25.000 Euro vor, die ab 2017 wirksam werden sollen. Aufgrund der Diskussion innerhalb des Arbeitskreises Bäder schlägt die Verwaltung jetzt aber vor, bereits ab Januar 2016 mit einer stufenweisen Erhöhung der Mieten zu beginnen, um dann ab 2018 den geplanten Stundensatz zu erhalten. Nach dem 01.01.2018 sollen die Mieten alle drei Jahre entsprechend des Verbraucherpreisindexes steigen.

Eintrittspreise

Die im Haushaltssicherungskonzept IX vorgeschlagenen Mehreinnahmen der Bäder aus Eintrittsgeldern von rund 244.000 Euro sollen ab 2017 fließen. Die Verwaltung erarbeitet dafür bis 2016 eine neue Eintrittspreisstruktur für die Bäder. Ziel sind maßvolle Erhöhungen und eine weiterhin sozialverträgliche Tarifstruktur.