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GPR-Vorsitzender geht in den Ruhestand

Abschied eines Urgesteins

"Jero" – Vier Buchstaben, die in der Stadtverwaltung seit Jahrzehnten mehr als die Kurzform eines Namen sind. Hans-Jürgen Jeroschewski, Vorsitzender des Gesamtpersonalrats der Landeshauptstadt, stand 48 Jahre im Dienst von Stadt und Verwaltung, davon 43 Jahre als Personalrat. Oberbürgermeister Stefan Schostok verabschiedete den "Anwalt der Beschäftigten" am Montag (7. September) mit einem offiziellen Empfang in den Ruhestand.

Hans-Jürgen Jeroschewski und Stefan Schostok © LHH

Ein Erinnerungsgeschenk zum Abschied: Oberbürgermeister Stefan Schostok überreicht Hans-Jürgen Jeroschewski die Grafik "Hannover in 3D"

"Mit 'Jero' geht eine Institution in unserer Stadtverwaltung. In den vier Buchstaben steckt ganz viel: sowohl Nähe als auch Respekt und Wertschätzung", sagte der OB in der Ratsstube des Neuen Rathauses vor rund 100 Gästen aus Verwaltung, Ratspolitik und Gewerkschaften. Vier Oberbürgermeister habe "Jero" erlebt. Und mit allen habe es "gerumst", wie er selbst in einem Interview erzählt habe. "Das stimmt", so Schostok auch mit Blick auf die zurückliegenden knapp zwei Jahre seiner OB-Zeit mit dem GPR-Chef Jeroschewski.

Tarifgeschichte geschrieben

Doch Konflikte habe "Jero" stets offen und gleichzeitig sachlich ausgetragen, nie verletzend, genau abgewogen, mit klaren Argumenten. "Wir haben sogar neue Dialogformen gefunden haben, in denen wir sehr gründlich und ergebnisorientiert Themen aufgearbeitet haben", sagte Schostok. Dazu zähle auch der gemeinsame verwaltungsinterne Dialog zur Stadtentwicklung. Tarifgeschichte schrieb Jeroschewski für die Stadtverwaltung mit dem von ihm maßgeblich vorangetriebenen Haustarifvertrag zur Beschäftigungssicherung, "von dem alle profitierten: Beschäftigte und Verwaltung", wie der OB herausstellte.

Für die Zukunft wünschte Schostok dem künftigen Pensionär mehr Zeit fürs Private, seine Frau Kathrin, die Jeroschewski bei der Aufbauhilfe in der Partnerstadt Leipzig kennengelernt hat, und auch Muße für den eigenen Garten, für den es als Präsent des OB winterfeste Stauden aus den Herrenhäuser Gärten gab. Aber auch Zeit für das Engagement bei Verdi und beim Projekt "Soziale Stadt im Sahlkamp", schon immer ein Herzensanliegen von Jeroschewski. "So bleibst Du uns erhalten. Und das finde ich ausgesprochen gut!"

"Geht nicht gibt's nicht!"

"Geht nicht gibt's nicht!" sei das Motto ihres Vorgängers gewesen, sagte Karin Gödecke, frisch gewählte und zuvor kontinuierlich eingearbeitete neue Gesamtpersonalrats-Vorsitzende. "Jero" sei "ein sympathisches Urgestein" und stehe für den "Hannoverschen Weg", die Beschäftigten möglichst früh bei Veränderungen in der Verwaltung zu beteiligen. Weiterbildung und Gesundheitsvorsorge für die Beschäftigten und eben der Haustarifvertrag, der Privatisierungen bei der Stadt bis heute klare Grenzen setzt und für die Angestellten eine Beschäftigungsgarantie bietet, seien untrennbar mit seinem Wirken verbunden.

Besuch aus Berlin

Eigens aus Berlin angereist war ver.di-Chef Frank Bsirske, einst Personaldezernent der Stadt und ein Freund des langjährigen GPR-Chefs. Was ihn in vielen gemeinsamen Jahren besonders beeindruckt habe, seien die Geradlinigkeit und Verlässlichkeit, mit der "Jero" sich engagiert habe. Und er habe auch die Fähigkeit besessen, Konflikte auszuhalten. Seine Stimme habe in der Gewerkschaft schon früh Gewicht gehabt. Manche Funktionäre der damaligen ÖTV hätten ihm seinen Erfolg damals nicht gegönnt. Für ihn, so Bsirske, sei "Jero" auch persönlich ein Vorbild gewesen.

"Das war's!"

Der scheidende GPR-Chef, zwischenzeitlich sichtlich gerührt, machte es kurz und bündig. Gemeinsam für die Verwaltung und den Erhalt von Arbeitsplätzen zu kämpfen, gegen Ausgliederungen oder eine komplette Privatisierung der Stadtwerke – darum sei es ihm gegangen. "Vertrauen in die eigene Kraft haben", das sei seine Erfahrung in fast einem halben Jahrhundert bei der Stadtverwaltung. Und für die Zukunft sei ihm wichtig, dass Hannover sich auch als Stadt der guten Arbeit verstehe. Und dann: "Das war's!" Einmütiger Applaus aller Gäste, darunter auch Beschäftigte, ohne die im Rathaus nichts läuft: Pförtner, Hausdienst, Kantine, Hausreinigung.