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Würdigung am Geburtshaus

Neue Stadttafel für Hannah Arendt

Hannah Arendt, in Hannover geborene Philosophin und Publizistin, ist seit dem Frühjahr durch die Benennung des Platzes vor dem Niedersächsischen Landtag im Stadtzentrum präsent. Am 4. Dezember, Arendts 40. Todestag, hat Oberbürgermeister Stefan Schostok gemeinsam mit Jugend- und Sozialdezernent Thomas Walter an ihrem Geburtshaus in Linden eine neue Stadttafel enthüllt. Walter hat als Privatmann die Kosten für die Tafel übernommen.

Stefan Schostok und Thomas Walter enthüllten die neue Stadttafel – und werden dabei unterstützt von Michelle Borchers (li.) und Luise Heise, Schülerinnen des Hannah-Arendt-Schüler-Lehrstuhls an der Helene-Lange-Schule © LHH

Stefan Schostok und Thomas Walter enthüllten die neue Stadttafel – und werden dabei unterstützt von Michelle Borchers (li.) und Luise Heise, Schülerinnen des Hannah-Arendt-Schüler-Lehrstuhls an der Helene-Lange-Schule

Oberbürgermeister Schostok verwies darauf, dass Hannah Arendt auf vielfältige Weise in Hannover gewürdigt wird: als Namensgeberin für eine Schule und einen bedeutenden Platz, für den Hannah-Arendt-Schüler-Lehrstuhl an der Helene-Lange-Schule und natürlich für die HANNAH ARENDT TAGE. "Wir Hannoveranerinnen und Hannoveraner sind stolz darauf, sagen zu können, dass Hannah Arendt in Hannover geboren ist und mit ihren Gedanken die Welt bereichert hat."

Thomas Walter sagte bei der Enthüllung: "Als Bürger brauchen wir Symbole der Geschichte unserer Stadt. Hannah Arendts Schriften sind mir in meinem Studium begegnet und jetzt komme ich täglich an ihrem Geburtshaus vorbei, so verbinden sich persönliche Biografie und Stadtgeschichte in schöner Weise."

Die Inschrift der Stadttafel 129 – Hannah Arendt

In diesem Haus wurde die deutsch-amerikanische Historikerin und politische Theoretikerin Hannah Arendt geboren. *14. Okt. 1906, †4. Dez. 1975 New York/USA.

Paul und Martha Arendt waren nach ihrer Hochzeit 1902 aus Ostpreußen zunächst nach Hannover und dann in die damals noch eigenständige Stadt Linden gezogen. Paul arbeitete dort als Ingenieur, Johanna war das einzige Kind. 1909 zog die Familie zurück nach Königsberg, nachdem der Vater an Syphilis erkrankt war. Er starb 1913. Von ihrer Mutter wurde Johanna freiheitlich erzogen, vor allem ohne die damals typische Einschränkung der Mädchenbildung. Die Großeltern vermittelten ihr ein liberales Reformjudentum. Sie verstand sich als Jüdin, gehörte jedoch keiner Religionsgemeinschaft an.

Mit enormer Auffassungsgabe absolvierte sie die Schulzeit (1924 Abitur) und das Studium der Philosophie, Theologie und griechischen Philologie, das sie mit der Dissertation "Der Liebesbegriff bei Augustin" (1928 bei Karl Jaspers) abschloss.

Eine akademische Zukunft war ihr in Deutschland verwehrt. 1933 floh sie über Tschechien nach Paris. Nach Internierung im französischen Lager Gurs erreichte sie mit Ehemann und Mutter über Lissabon 1941 New York. Ihr wissenschaftliches Werk ist den Ursprüngen von totaler Herrschaft und Antisemitismus gewidmet. In New York war sie als politische Journalistin und Professorin für politische Theorie tätig.

Informationen zu den Stadttafeln

  • Die alten Stadttafeln:
    Seit der Initiative des Stadtbaurats Rudolf Hillebrecht Ende 1963 sind Stadttafeln die Visitenkarten der Stadt, mit denen sich Hannover Bürgerinnen und Bürgern sowie Besucherinnen und Besuchern vorstellt. Das alte Stadttafeldesign wird auch für die neuen beibehalten.
  • Die neuen Stadttafeln:
    Alle neuen Stadttafeln für Persönlichkeiten sind mit einem Porträt versehen. Der Tafeltext wird auch in englischer Übersetzung angeboten. Insgesamt ist der Austausch beziehungsweise die Neuanbringung von 203 Stadttafeln in Paketen zu 20 Stück vorgesehen. Neben der Tafel 129 (Hannah Arendt) wird aktuell die Hängung von weiteren 19 Tafeln bis Sommer 2016 angestrebt.