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Die Skizze zeigt das Armen- und Waisenhaus (links im Bild) aus Blickrichtung des Stadtkerns © Arcontor OHG

Die Skizze zeigt das Armen- und Waisenhaus (links im Bild) aus Blickrichtung des Stadtkerns

Ausgrabungen Marstall-Ost

Die Grundmauern der "Herberge des Herrn"

Die Arbeiten im Vorfeld der Bebauung am östlichen Ende des Marstalls (Schmiedestraße) schreiten voran. Im Rahmen der vorausgehenden archäologischen Grabungen wurden qualitätvoll gemauerte Keller aus dem 17. Jahrhundert freigelegt.

Der Keller des Armen- und Waisenhauses wurde laut Grabungsleiter Bernhard Thiemann sehr sorgfältig gebaut. Rechts im Bild sind Fundamente der Stadtmauer zu erkennen. © LHH

Der Keller des Armen- und Waisenhauses wurde laut Grabungsleiter Bernhard Thiemann sehr sorgfältig gebaut. Rechts im Bild sind Fundamente der Stadtmauer zu erkennen.

Die "Herberge des Herrn" war ein von Johann Duve und seiner Frau im Jahre 1643 gestiftetes Armen- und Waisenhaus, das etwa 100 Bedürftigen Obdach bot. Dieses Haus stand am Rande des Steintors und war vermutlich in die Stadtmauer gebaut, sodass es außerhalb der Stadt stand. Johann Duve war gegen Ende seines Lebens nicht mehr wohlhabend und verbrachte seine letzten Jahre in dem von ihm gestifteten Haus.

Stadtmauerfundamente und Funde

Neben den Resten der "Herberge" und der benachbarten Gebäude sind derzeit (16. März 2016) auch Fundamente der mittelalterlichen Stadtmauer und Rudimente des Stadtgrabens freigelegt. Die Grabungstiefe liegt dieser Tage bei rund zwei Metern, in den kommenden Wochen soll es auf bis zu dreieinhalb Meter Tiefe gehen.

Gefunden wurden während der Grabungen bisher ein Stück eines Fayence-Kachelofens (der vermutlich vom Leiter des Stifts genutzt wurde), eine neugotische Kachel sowie zahlreiche Miniatur-Nachttöpfe.

Geplante Bebauung

Nach Abschluss der Grabungen und der Dokumentation aller Funde werden die historischen Bebauungsreste entfernt oder gegebenfalls in den Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses integriert. Im optimalen Fall rechnet der Bauherr, die STRABAG Real Estate GmbH, mit einer Fertigstellung des Gebäudes Mitte 2017.