Projekt Straßenfotograf/innen

"Die Stadt mit anderen Augen sehen"

Für das Projekt "StraßenfotografInnen" werden 100 von Wohnungslosigkeit bedrohte und wohnungslose Menschen gesucht, die mit einer Kamera ihren Alltag und ihre Sicht auf die Stadt und ihre unmittelbare Umgebung dokumentieren. Das Fotoprojekt startet am Freitag, 12. Mai 2017.

Klaus Möller ist einer der ersten "Straßenfotografen"

Die Fotos, die bei dieser achtwöchigen Aktion entstehen, werden von einer Jury für eine Ausstellung vom 20. bis 30. November im Bürgersaal des Neuen Rathauses ausgewertet. Anschließend soll die Ausstellung an weiteren Orten in Hannover zu sehen sein.

Ablauf des Projekts

Jede Teilnehmerin bzw. jeder Teilnehmer erhält eine Kamera mit einem Film für 27 Aufnahmen, eine Anleitung und Erläuterung sowie einen schlichten Ausweis mit der Überschrift "Straßenfotograf/in" mit der Möglichkeit, ihren oder seinen Namen einzutragen. Als Anreiz zum Mitmachen bekommt jede Fotografin und jeder Fotograf bei Rückgabe der Kamera einen Einkaufsgutschein über einen Wert von 40 Euro. Die Ausstellung soll das Leben der Fotografinnen und Fotografen als Teil dieser Stadtgesellschaft sichtbar machen, zum Nachdenken anregen, beeindrucken und Geschichten erzählen.

Dr. Udo Niedergerke, Dr. Ricarda Niedergerke, Rainer Müller-Brandes und Harald Härke bei der Vorstellung des Projekts am 12. Mai

Für Dr. Ricarda Niedergerke von der Ricarda und Udo Niedergerke Stiftung ist "StraßenfotografInnen" eine Herzensangelegenheit: "Mit diesem Projekt wollen wir dazu beitragen, Hemmschwellen abzutragen. Einfach, indem wir mehr erfahren über die, die durch ihre bloße Existenz den Finger in eine Wunde unserer Gesellschaft legen und die selbst oft aus Scham lieber unsichtbar bleiben." Und Dr. Udo Niedergerke ergänzt: "Wir wollen schauen auf die, die keine Lobby haben, weder Geld noch Heimat. Es sind die Armen und von Wohnungslosigkeit bedrohten Menschen selbst, die das Projekt und sein Ergebnis bestimmen. Wir sind sehr gespannt." Pastor Rainer Müller-Brandes, Leiter des Diakonischen Werkes Hannover, fügt hinzu: "Es ist gut, wenn wir unsere Stadt einmal mit anderen Augen sehen." Für Kulturdezernent Harald Härke ist dieses Projekt beispielhaft: "'Kultur mit allen' ist auch für meine Arbeit als Kulturdezernent der Leitsatz."

Hintergrund

"StraßenfotografInnen: von Wohnungslosigkeit bedrohte und wohnungslose Menschen dokumentieren ihren Alltag – 100 Kameras auf dem Weg durch Hannover" ist ein Kooperationsprojekt der Ricarda und Udo Niedergerke Stiftung, des Diakonischen Werks und des Bereiches Stadtteilkultur der Landeshauptstadt Hannover.