Raschplatz

Anlauf- und Beratungsstelle "Kompass" nimmt Arbeit auf

Als Bestandteil des Konzeptes Sicherheit und Ordnung der Stadt ist mit Blick auf die Situation am Raschplatz die soziale Anlauf- und Beratungsstelle "Kompass" im Gebäude Lister Meile 2 eingerichtet worden. Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes, Finanz- und Ordnungsdezernent Dr. Axel von der Ohe und Sozialdezernentin Konstanze Beckedorf haben sie am 6. Oktober ihrer Bestimmung übergeben.

Sozialdezernentin Konstanze Beckedorf, Finanz- und Ordnungsdezernent Dr. Axel von der Ohe und Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes beim Start des "Kompass". 

"Wir freuen uns, neben dem öffentlichen Wunsch nach Sicherheit und Sauberkeit mit dem 'Kompass' ein soziales Angebot für wohnungslose Menschen zu haben. Mitten im Zentrum und an sieben Tage in der Woche geöffnet", unterstrich Müller-Brandes beim Pressetermin am 6. Oktober und erläuterte: "Der Name 'Kompass' ist Programm. Denn wir wollen den Menschen, die sich am Raschplatz aufhalten und zum Teil durch erheblichen Alkoholkonsum auffallen, eine Anlaufstelle für Beratung anbieten. Orientierung und Hilfe ohne Schwellenängste stehen im Vordergrund. Dazu gehört auch, dass unsere Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen auf die Menschen auf dem Platz und im Umfeld zugehen."

Das Hilfsangebot am Raschplatz

Der zirka 50 Quadratmeter große Raum befindet sich direkt gegenüber der Endhaltestelle Raschplatz und bietet rund 25 Sitzplätze. Geöffnet ist ganzjährig, täglich von 11 bis 19 Uhr – ausgenommen sind lediglich die gesetzlichen Feiertage. Mitgebrachte Getränke können konsumiert werden. Spirituosen und Drogen sind jedoch nicht erlaubt. Fünf Sozialarbeiterinnen und -sozialarbeiter kümmern sich vor Ort um Wohnungslose und Gruppen von Trinkerinnen und Trinken auf dem Raschplatz und anliegenden Plätzen. Der "Kompass" soll für die Hilfesuchenden ein Schutz- und Ruheraum sein, in dem sie sich diskriminierungs- und gewaltfrei aufhalten können. Auf Wunsch können Einzelberatungen zu Themen wie Sucht, Schulden, Migration und Wohnungslosigkeit in Anspruch genommen werden. Bei Bedarf werden außerdem geeignete Hilfsangebote vermittelt. 

"Kompass" befindet sich in der Lister Meile 2 – direkt am Raschplatz.

"Kompass" ist ein Aspekt des Konzeptes Sicherheit und Ordnung

"Die Diskussionen um den Raschplatz waren durch Nutzungskonflikte geprägt: Passanten, Reisende, Trinkergruppen unterschiedlicher Herkunft, Wohnungslose", erläuterte von der Ohe. "Die Bekämpfung der einhergehenden Mängel durch erhöhte Reinigungsintervalle, Streifengänge, Verbesserung baulicher Situation ist ein wesentlicher Aspekt des Konzeptes Sicherheit und Ordnung. Ein anderer, notwendiger ist, auf einzelne, schwer erreichbare Gruppen zuzugehen. Hier spielt die Anlauf- und Beratungsstelle 'Kompass' eine wesentliche Rolle."

Zugang zum Hilfesystem

In diesem Zusammenhang hob Beckedorf hervor: "Es gibt Personengruppen, für die öffentliche Plätze der einzige zuverlässige Treffpunkt und Aufenthaltsort für ihr soziales Leben darstellen. Ihnen bieten wir mit dem 'Kompass' ein individuelles Beratungsangebot und einen Rückzugsort, an dem man sich unkompliziert und geschützt treffen kann – auch wenn man statt Kaffee Bier trinkt. Und an dem man vielleicht den Zugang zu unserem Hilfesystem findet." Die Dezernentin ergänzte: "'Kompass' ist ein weiterer Baustein des in Hannover erfolgreich arbeitenden Netzwerks für Menschen mit sozialen Problemen. Gemeinsam mit der Diakonie und anderen Akteuren werden wir die Entwicklung zunächst ein Jahr lang intensiv beobachten, auswerten und falls erforderlich auch nachsteuern."