Gartennischen

Die Jury-Entscheidung im Wettbewerb "GartenLust" ist gefallen

Hannovers erste Stadträtin sowie Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette hat, am Mittwoch, dem 13. September die Gewinnerinnen und Gewinner in den verschiedenen Kategorien bekannt gegeben.

Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette mit Michael Hasemann, einem Preisträger in dessen Gemeinschaftsgarten die Bekanntgabe der Gewinner stattfand. 

"Der Wettbewerb zeigt immer wieder aufs Neue, dass die Bewohnerinnen und Bewohner in den Stadtteilen ihre Gärten vor der Haustür mit besonders viel Liebe und Kreativität gestalten. Das ist vorbildlich, weil es auch zur Lebensqualität in der Nachbarschaft beiträgt. Mit ihrer Teilnahme an dem Wettbewerb zeigen die vielen fleißigen Hobbygärtnerinnen und -gärtner der Öffentlichkeit die idyllischen, zum Teil versteckten grünen Oasen", sagte Sabine Tegtmeyer-Dette.

Das diesjährige Thema hieß "Gartennischen!". Gesucht waren Gärten mit unterschiedlichen Formen von Nischen wie Erholungs- und Rückzugsorte, etwa mit Sitznischen, ökologischen Nischen, wie Insektenhotels und Ähnliches, der Garten selbst als räumliche Nische in der Umgebung oder andere thematische Besonderheiten. Teilnehmen konnten alle Einwohnerinnen und Einwohner Hannovers mit einem Stück Grün am Haus. Dazu gehören Vorgärten, Dachgärten, Innenhöfe, Einfamilienhausgärten, Mietergärten, Wohnanlagen, Gärten sozialer Einrichtungen, zum Beispiel Schulgärten, Kita-Außengelände und Seniorenanlagen oder auch Firmengärten sowie Genossenschaftsgrün. Die Bewertung erfolgt in diesen Kategorien, die je nach Anzahl der teilnehmenden Projekte zu einer Gruppe zusammengefasst werden.

Der Gemeinschaftsgarten in Linden-Nord bietet Rückzugsorte gemäß dem Moto "Gartennischen".

Aus insgesamt 24 Beiträgen wurden in diesem Jahr die Gewinnerinnen und Gewinner ermittelt. Die Bewertung erfolgte nach den Kriterien Gestaltung und Nutzung, soziale Wirkung, ökologischer Wert und Mottobezug. Dank des Sponsorings werden Geldprämien in Höhe von insgesamt 6.500 Euro ausgeschüttet. Hauptgewinne in Form von Geldprämien erhalten die Bestplatzierten der einzelnen Kategorien. Alle weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten als Anerkennung für ihr Engagement beispielsweise Eintrittskarten für die Hannoverschen Pflanzentage im Stadtpark Hannover. Der Wettbewerb GartenLust wird gefördert von folgenden Institutionen: DMB Deutscher Mieterbund Hannover e.V., Haus & Grundeigentum Hannover e.V., hanova sowie den Wohnungsgenossenschaften Gartenheim eG und Heimkehr-Hannover eG.

Die "GartenLust"-Gewinnerinnen und Gewinner 2017

  • Gewonnen in der Kategorie "Mieter- /Gemeinschaftsgärten" hat der Garten der Mietergemeinschaft in der Stärkestraße 18b:

Auch Kräuter dürfen im Lindener Garten nicht fehlen.

Der grüne Innenhof ist eine Gartennische, die von der Straße aus nicht zu erahnen ist. Es gibt verschiedene Sitzplätze, eine Kräuterecke, einen kleinen Teich und ein üppiges Pflanzbeet, das durch einen Spiegel optisch noch vergrößert wird. Die orangefarbene, mit Mosaik gestaltete und mit Pflanzen bewachsene Garage ist begehbar, auf der ersten Ebene findet eine Sonnenterrasse mit Liegestühlen Platz. Auf der zweiten Ebene befinden sich eine ausgeprägte Dachbegrünung sowie mehrere Holzkisten mit Nutzpflanzen. Die Sicht von der Garage bietet einen tollen Blick auf das aufwendige, in Eigenarbeit angelegte Pflastermuster.

  • Die Gewinnerin in der Kategorie "Privatgärten“ ist Susanne Reimann, Am Holunder 49, in Oberricklingen:

Seit 2012 gestaltet Susanne Reimann einen ehemals langweiligen Siedlungsgarten von circa 700 Quadratmetern Größe in einen lebendigen und vor allem kreativen Garten um. Der Garten ist ein Kunstwerk, das mit Linien, Flächen, Farben, Formen sowie Objekten spielt und besonders durch viele Kunstobjekte geprägt ist. Es gibt in Eigenarbeit angefertigte Skulpturen, Bilder und kinetische Objekte. Die alten Bäume und die neu gepflanzten Sträucher, Rosen sowie Stauden strukturieren den Garten und bilden verschiedene Gartenräume und Nischen, die zum Erholen, gemeinsamen Essen, kreativen Gestalten, Ausruhen und Verweilen einladen. Neben verschiedenen Sitzecken, die je nach Tageszeit und Wetter genutzt werden, ist ein Herzstück eine große Holz-Sitztreppe. Außerdem ist ein Atelierhäuschen zum Lieblingsplatz im Garten geworden:

  • In der Kategorie "Vorgarten" gewinnt Marie-Luise Eidam-Bek, Am Jungfernplan 12, in der Südstadt den ersten Preis:

Der üppig bewachsene Vorgarten als grüne Oase ist eine Gartennische in der sonst dicht bebauten Südstadt. Durch die prägnante Fassadenbegrünung mit Wein ist auch das Haus von Marie-Luise Eidam-Bek optisch in den circa 250 Quadratmeter großen Vorgarten integriert. Die Bepflanzung des Gartens ist naturbelassen. Größere Bäume sowie eine Mauer bieten Sichtschutz auf zwei Sitzecken, die je nach Sonnenstand genutzt werden. Bunte Lampions in den Bäumen und über einer der beiden Sitzecken setzen Farbakzente und laden zum gemütlichen Zusammensitzen ein. Zwei Schaukeln in den Bäumen, ein Spielhäuschen sowie ein Sandkasten machen den Garten auch für Kinder zum Erlebnis.  

  • In der Kategorie "Wohnungsunternehmen" erhält das Projekt im Korallenweg 1 der Wohnungsgenossenschaft Heimkehr-Hannover eG die erste Platzierung.

Statt trist und dunkel präsentiert sich die Wohnanlage seit 2014 freundlich und abwechslungsreich strukturiert. Als Gartennische beinhaltet dieses Projekt unter anderem den "Urban Gardening"-Gedanken: Drei Hochbeete können von den Bewohnern zum Anbau von Obst, Gemüse und Kräutern genutzt werden und ermöglichen den Nutzerinnen und Nutzern, das Gärtnern aktiv zu erleben. Einen Rückzugsort findet man in der abgesenkten Fläche, die mehrere Sitzmöglichkeiten und einen attraktiven Blick auf die Bepflanzung bietet. Die große Rasenfläche, durchsetzt mit mehreren Obstbäumen und eingerahmt durch eine dezente Bepflanzung, schafft ein harmonisches Gesamtbild des Gartens. Der zurückhaltende, ruhige, parkähnliche Charakter erlaubt viele Nutzungsmöglichkeiten für Jung und Alt.

  • Einen Sonderpreis erhält das "PLATZprojekt" in der Fössestraße 103 für besonderes soziales Engagement.

Der PLATZgarten ist ein urbaner Gemeinschaftsgarten, der sich auf dem Gelände des 2er Skateparks und des PLATZprojektes befindet. Wie auch das PLATZprojekt ist der PLATZgarten ein experimenteller Raum mit dem "Do-it-yourself"-Ansatz. Es soll voneinander und miteinander gelernt und die Ernte gemeinschaftlich geteilt werden. Aufgrund dieser Art der Bewirtschaftung und als grüner Verweilort inmitten eines Industriegebiets wird das Motto "Gartennischen" erfüllt. Die Beete sind terrassenartig in Hochbeeten aus vorrangig recycelbarem Material angelegt und individuell bepflanzt. Neben Nutz- und Zierpflanzen gibt es ein selbst gebautes Tomatenhäuschen, Gewächshäuser, einen kleinen Teich sowie mehrere Bienenvölker. Zukünftig soll zum Beispiel in einen Wasseranschluss und einen Kompost investiert werden. Regelmäßig werden Aktionen wie Jungpflanzenverkauf, Saatgutbörsen oder Imkerworkshops angeboten.

Jury und Preisverteilung

Stadträtin Sabine Tegtmeyer-Dette sieht sich die Gewinner-Gärten an.

Die Jury setzte sich aus Vertreterinnen und Vertretern des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün und der Ratspolitik zusammen. Darüber hinaus waren die Sponsoren aus der Immobilienbranche vertreten sowie Fachgruppenvertreterinnen und - vertreter der Grünen Branche.

Die Jury vergab folgende Preise:

Kategorie "Mieter-/Gemeinschaftsgärten"

  • Erster Preis: 1.000 Euro (Gesamtsieger)
  • Zweiter Preis: 500 Euro
  • Dritter Preis: 250 Euro
  • Sonderpreis: 1.250 Euro

Kategorie "Privatgärten"

  • Erster Preis: 750 Euro
  • Drei Zweite Preise á 500 Euro
  • Zwei Dritte Preise á 250 Euro

Kategorie "Vorgärten"

  • Erster Preis:500 Euro
  • Zweiter Preis: 250 Euro

Kategorie "Wohnungsunternehmen"

  • Ein erster Preis. Der Preisträger, der gleichzeitig Sponsor des Wettbewerbs ist, verzichtet zugunsten der übrigen Gewinnerinnen und Gewinner auf ein Preisgeld.

Weitere Informationen

Die offizielle Preisverleihung und der Dank an alle Teilnehmenden findet am 20. Oktober 2017 im Rahmen einer kleinen Feierstunde mit Bürgermeisterin Regine Kramarek im Neuen Rathaus statt. Mit "GartenLust" setzt Hannover die Tradition fort, Projekte zu fördern, die mit Verschönerungen auf Hinterhöfen, an Wohnungen, in Vorgärten und auf Dächern zur Verbesserung der Gartenqualität der Stadt beitragen. Ausgenommen von dem Wettbewerb sind Kleingärten, für die im kommenden Jahr wieder der Wettbewerb "Bunte Gärten" geplant ist.