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Verdienstorden

OB verleiht Orden für besonderes Engagement

Anerkennung für besondere Verdienste: Oberbürgermeister Stefan Schostok hat am Dienstag, den 21. November einer engagierten Bürgerin und einem engagierten Bürger aus Hannover einen Orden für ihren vorbildlichen ehrenamtlichen Einsatz verliehen.

Zwei Männer und eine Frau stehen nebeneinander. © LHH

Kornelia Rust-Bulmahn und Detlef Springmann nach ihrer Auszeichnung durch OB Stefan Schostok. 

Kornelia Rust-Bulmahn

Oberbürgermeister Schostok verlieh Frau Rust-Bulmahn, im Auftrag des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil, die Medaille für vorbildliche Verdienste um den Nächsten. Er würdigte ihren Einsatz für Obdachlose und von Armut betroffener, sozial und gesundheitlich benachteiligter Kinder. Sie begann ihr ehrenamtliches Engagement im Jahr 2001, als sie der Hannoverschen Initiative obdachloser Bürger e.V. (HIOB e.V.) beitrat. Dort war sie bis 2003 Mitglied und übte das Amt der Vorsitzenden aus. Da auch in Hannover und der Umgebung viele Kinder und Jugendliche morgens hungrig zur Schule kommen, setzte sie sich zum Ziel, Lösungsansätze zu finden. 
Daher gründete sie 2003 die Initiative "Hilfe-für-Hungernde" gGmbH (2014 umbenannt in "Hilfe-für-unsere-Kinder" gGMbH), in der sie die hauptberufliche Geschäftsführung übernahm. Sie betreut etwa 1.400 Kinder und Jugendliche aus neun Schulen und vier sozialtherapeutischen Einrichtungen, die aus schwierigen wirtschaftlichen oder sozialen Verhältnissen stammen. Mit dem Programm wird auch den Folgen wie mangelnder Konzentration, einhergehender schulischer Probleme und Aggression im Unterricht entgegengewirkt. Neben der Belieferung der Institutionen mit Lebensmitteln ruft die Initiative verschiedene Projekte und Aktionen ins Leben, die Bildung, Teilhabe und die Integration der jungen Menschen fördern. Kornelia Rust-Bulmahn ist dabei vor allem die Befähigung zur Selbsthilfe wichtig. Das Lehrangebot umfasst Hauswirtschaftsunterricht, Wissensvermittlung über gesunde Ernährung, Zubereitung und Kochen für wenig Geld. Nebenbei erwerben die Kinder so mathematische und organisatorische Fähigkeiten, da sie mit Gewichtseinheiten, Berechnung von Zutatenmengen umzugehen und mit den verfügbaren Lebensmitteln zu wirtschaften und planen lernen. Jeden Tag bereitet eine "Kochklasse" das Mittagessen für Mitschülerinnen und Mitschüler vor. Im Rahmen ihrer Gründung wurde die Initiative aus dem HIOB e.V. ausgegliedert, deren Vorsitz Kornelia Rust-Bulmahn abgab.

Ein außergewöhnliches Projekt hat sie im Rahmen der Initiative mit ihrem "Kindertraumschiff" verwirklicht, für das sie eigens einen ehemaligen Krabbenkutter kaufte. Das Schiff "MS Futurum" bietet Projekte und gruppentherapeutische Aktivitäten an, die sich insbesondere an ausgegrenzte, misshandelte und sozial benachteiligte Kinder richten. Ziel des Angebotes ist, das Sozialverhalten, die persönlichen Handlungskompetenzen und damit das Selbstwertgefühl der Kinder und Jugendlichen zu fördern und zu stärken.
In Kooperation mit mehreren Schulen in Hannover und Umgebung hat sie 2015 den "Zukunftsgarten" in Lehrte ins Leben gerufen. Der Nutzgarten liegt auf einem 5.000 Quadratmeter großen Grundstück und wurde von körperlich oder geistig behinderten sowie sozial benachteiligten SchülerInnen unter fachkundiger Anleitung angelegt wurde. Kinder und Jugendliche können auf der Anlage Pflanzenkenntnis, -pflege und Bewirtschaftung lernen. 
Seit 2008 engagiert sich Kornelia Rust-Bulmahn außerdem als Mitglied im Beirat des Paritätischen Jugendwerks Niedersachsen. Dort hat sie zahlreiche Projekte, Hilfeleistungen und neue Unterstützungsformen für benachteiligte und aus schwierigen sozialen oder wirtschaftlichen Verhältnissen stammende Kinder und Jugendliche entwickelt und verwirklicht. Darüber hinaus ist sie Mitglied und zweite Besitzerin des Vereins für Gewerbe und Industrie Misburg-Anderten e.V.

Detlef Springmann 

Herr Springmann erhielt von Oberbürgermeister Schostok im Auftrag des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, mit dem sein Engagement für Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung anerkannt wird. Bereits seit 20 Jahren leistet er mit seinem Einsatz einen wichtigen Beitrag zur Inklusion. Im Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen in Niedersachsen e.V. (LAG:WfbM) ist er seit 1995 Mitglied und führte im Zeitraum von 2003 bis 2015 den Vorsitz. Darüber hinaus ist er Mitglied der Delegiertenversammlung der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e.V. (BAG WfbM), deren Präsidium er seit 2008 angehört. Er setzte sich nachdrücklich dafür ein, dass die in den Werkstätten beschäftigten Menschen mit Behinderung auch über den Werkstattrat hinaus mehr aktive Beteiligung und Mitspracherecht erfahren. Außerdem trug er mit seinen Vorstößen maßgeblich zur konzeptionellen Weiterentwicklung der Werkstattarbeit auf landes- und bundespolitischer Ebene bei, beispielsweise durch sein 2010 entwickeltes Werkstattkonzept. Es sieht vor, dass die Strukturen der Werkstätten zugunsten von mehr Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben in den Werkstätten umgestaltet werden und der generelle Arbeitsmarkt so reformiert wird, dass er für alle zugänglich und integrativ ist.

Springmann war außerdem maßgeblich an der Entwicklung und Einführung der landesweiten Qualitätsinitiative "WfbM-Benchmarking der Teilhabe am Arbeitsleben" zur qualitativen Weiterentwicklung der Teilhabe-Prozesse der in den Werkstätten Beschäftigten beteiligt, einer Kooperation mit dem Institut für Technologie und Arbeit der Universität Kaiserslautern.
Darüber hinaus ist er als Vorsitzender der LAG:WfbM seit vielen Jahren als Mitglied im Fachbereich Behindertenhilfe des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Niedersachsen e.V. aktiv. Seit 2011 ist er unter den gewählten Sprechern des Gremiums, 2013 bis 2014 vertrat er die LAG:WfbM außerdem im Fachausschuss Behindertenhilfe der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen e.V. Seit der Gründung der Fachkommission Inklusion durch das Land Niedersachsen im Jahr 2013, unterstützt er als Vertreter der LAG:WfbM auch diese.
Er setzt sich ferner für eine enge Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Landesverband Niedersachsen e.V. ein und gehört einer Expertengruppe der Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V. an, die die Arbeit der Bundesvereinigung zum Thema Bundesteilhabegesetz fachlich begleitet. Auch als Aufsichtsratsvorsitzender der Gemeinnützigen Auftrags- und Vertriebsgenossenschaft für Werkstätten für behinderte Menschen in Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt e.G. bringt er sich ein.
Seit 2002 ist er Mitglied des Verwaltungsrates der Pestalozzi Stiftung. Im Jahr 2005 übernahm er die Funktion des stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates, die er bis heute innehat.