Städtebauförderung

Oberricklingen-Nordost wird "Soziale Stadt"

Das Quartier "Oberricklingen-Nordost" ist neues Städtebau-Fördergebiet "Soziale Stadt“: Oberbürgermeister Stefan Schostok hat am 26. Juni 2017 offiziell den Förderbescheid durch Karin Beckmann, Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, überreicht bekommen. In den kommenden zehn Jahren soll das etwa 38 Hektar große Gebiet zwischen der Bückeburger Allee (B 65), Frankfurter Allee (B 65), Wallensteinstraße und Pyrmonter Straße gestärkt werden.

Barbara Boss (Fachbereich Planen und Stadtentwicklung der Landeshauptstadt), Stefan Schostok , Karin Beckmann und Christiane Wegner (Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser) (v.l.)

Bund und Land geben für dieses Startjahr 170.000 Euro. Weitere 50 Prozent dieses Betrages trägt die Landeshauptstadt bei, sodass im ersten Jahr circa 255.000 Euro zur Verfügung stehen. Die ersten Schritte werden sein: Information der Stadtteilpolitik und der Institutionen im Stadtteil, die Einrichtung eines Quartiersmanagements und einer Sanierungskommission und die Kontaktaufnahme zu den im Quartier aktiven Wohnungsunternehmen. Zudem soll ein Starterprojekt vorbereitet werden. Das könnte die Umgestaltung eines Freiraum- oder Spielbereichs sein.

"Sehr gute Erfahrungen mit der Städtebauförderung"

"Ausgehend von Stadterneuerungsmaßnahmen in der Nordstadt in den 1980er Jahren haben wir in den vergangenen Jahrzehnten sehr gute Erfahrungen mit der Städtebauförderung gemacht", betonte Oberbürgermeister Schostok. "Wir wissen, dass es wichtig ist, einige Quartiere strukturell zu unterstützen, um sie für die Bewohnerinnen und Bewohner lebenswerter zu machen. Es gibt in Hannover inzwischen einige Beispiele, die das belegen. Deshalb begrüßen wir es sehr, dass Bund und Land an der Städtebauförderung festhalten. Die Zusammenarbeit mit dem Amt für regionale Landesentwicklung als Scharnier zwischen unserem Bedarf und den Förderprogrammen des Landes läuft sehr gut. Wir fühlen uns sehr gut beraten."

"Das Land stellt über die NBank als Bewilligungsstelle im Jahr 2017 Städtebaufördermittel in Rekordhöhe von rund 112,08 Millionen Euro in fünf Förderprogrammen zur Verfügung", bilanziert Karin Beckmann für ganz Niedersachsen. "Im Amtsbezirk Leine-Weser werden in diesem Jahr insgesamt 60 städtebauliche Erneuerungsmaßnahmen in Höhe von rund 31,94 Millionen Euro gefördert, davon sechs Maßnahmen in der Landeshauptstadt Hannover in den Programmkomponenten 'Soziale Stadt' und 'Aktive Stadt- und Ortsteilzentren'. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Stadt- und Regionalentwicklung geleistet."

Teils erheblicher Sanierungsbedarf

Geprägt ist das durch Hauptverkehrsstraßen mit großer Barrierewirkung eingegrenzte Sanierungsgebiet „Oberricklingen-Nordost“ vor allem durch Wohngebäude aus den 1950er Jahren. Unter anderem wegen des teilweise erheblichen Sanierungsbedarfs der Gebäude und Freiflächen, des überdurchschnittlich hohen Anteils von Bewohnerinnen und Bewohnern mit Migrationshintergrund und der insgesamt schwierigen sozialen Struktur kämpft das Quartier in der stadtweiten Wahrnehmung mit einem negativen Image und einer teilweisen Stigmatisierung. Den funktionalen Schwächen des Quartiers soll mit Aufnahme in das Programm "Soziale Stadt" begegnet werden. So sollen etwa neben der energetischen Modernisierung von Gebäuden auch öffentliche Grün- und Freiräume aufgewertet werden. Zudem ist eine städtebauliche Stärkung des Bereichs zwischen der Göttinger Chaussee und Frankfurter Allee geplant.

Hintergrund: "Soziale Stadt"

Neben "Oberricklingen-Nordost" laufen derzeit vier weitere Fördergebiete in dem Programm "Soziale Stadt": Hainholz (seit 2001), Stöcken (2007), Sahlkamp-Mitte (2009) und Mühlenberg (2014). Darüber hinaus wird der Bereich "Markplatz Stöcken" aus dem Programm "Aktive Stadtteil- und Ortsteilzentren" seit 2013 finanziell gefördert. Insgesamt haben Bund und Land diese fünf Quartiere bereits mit rund 26 Millionen Euro unterstützt. Gemäß dem Drittelungsgrundsatz bei der Städteförderung (Bund, Land, Kommune) kamen weitere 13 Millionen Euro aus Mitteln der Stadt hinzu.