Kampagne

"Gib mir Acht" auf dem Trammplatz

Zum neuten Mal heißt es vom 24. bis 26. Juni "Gib mir Acht". Auf dem Trammplatz haben die Landeshauptstadt Hannover (LHH) und Kooperationspartner*innen zahlreiche Aktionen zur Verkehrssicherheit mit dem Themenschwerpunkt "Radverkehr" organisiert. 

Die Kampagne "Gib mir Acht" soll Kindern richtiges und sicheres Verhalten im Straßenverkehr vermitteln.

Das Aktionsprogramm richtet sich an Viert- und Fünftklässler*innen. Mit der Kampagne "Gib mir Acht" sollen Kinder für das Thema Verkehrssicherheit sensibilisiert und Verkehrsteilnehmer*innen zu rücksichtsvollem Miteinander bewegt werden. Die LHH wirbt gemeinsam mit der Polizeidirektion Hannover, dem ADAC, der Verkehrswacht Hannover-Stadt e.V., des Gemeinde-Unfallversicherungsverband (GUVH)/ Landesunfallkasse Niedersachsen (LUKN) für mehr Sicherheit im Straßenverkehr und der ÜSTRA.

Großes Engagement aller Kooperationspartner*innen

"Eine weitere Verringerung von Unfallrisiken für Kinder und verbesserte Mobilitätsbedingungen für diese Altersgruppe können nur dann erzielt werden, wenn alle Institutionen, die für die Verkehrssicherheit von Kindern verantwortlich sind, beispielsweise im Rahmen von Kampagnen wie 'Gib mir Acht', eng zusammenarbeiten", so Stadtbaurat Uwe Bodemann. "Trotz der leicht gesunkenen Gesamtzahl der Unfälle mit Kindern in der Stadt Hannover ist es weiterhin gut und richtig, dass die Stadt, die Kooperation mit sehr engagierten Partner*innen weiter fortführt, um eine erfolgreiche Präventionsarbeit zu leisten. Es freut mich, dass wir auch in diesem Jahr wieder so zahlreich unterstützt werden."

Präventionsaktionen vor dem Neuen Rathaus

Alle Kooperationspartner*innen begleiten die Woche der Verkehrssicherheit mit vielfältigen Präventionsaktionen. Von Montag bis Mittwoch können circa 1.000 Kinder auf dem Trammplatz vor dem Neuen Rathaus das richtige Verhalten im Straßenverkehr üben. Der Schwerpunkt liegt auf dem Radfahren. Ein Simulator hilft dabei, das richtigen Verhalten auf zwei Rädern zu erlernen . Auch die Bedeutung des "toten Winkels" wird theoretisch und praktisch thematisiert. Die Schüler*innen können sich in diesem Fall selbst ans Steuer eines stehenden Lkw setzen und im Spiegel sehen, was aufgrund des toten Winkels für Fahrer*innen nicht zu erkennen ist. Auf zwei Fahrradparcours' können Geschicklichkeit und Koordinationsvermögen auf dem Fahrrad geübt werden. Zudem wird mit der ADAC-Aktion "Achtung Auto" aufgezeigt, welche Gefahren es für Fußgänger*innen gibt, wie lang Bremswege für Autos sind und was es heißt, Geschwindigkeiten einzuschätzen. Die ÜSTRA beteiligt sich in diesem Jahr mit einem Bussicherheitsprogramm. Schulklassen erhalten ein jeweils rund einstündiges Training, in dem sie praxisnah, lehrreich und mit viel Spaß erkunden können, wie man mit dem Bus am besten fährt. Schwerpunkte sind: Wie steige ich sicher ein und aus? Warum muss ich die Schultasche verstauen? Was passiert bei einer Gefahrenbremsung? Auch nach dem Aussteigen: Augen auf!

Das Thema "Elterntaxi" steht erneut auf der Agenda

Alle Kooperationspartner*innen widmen sich gemeinsam auch dem Problem "Elterntaxi". Dies ist ein Dauerthema – vor allem an Grundschulen. Nach dem Erfolg des Pilotprojektes an der Albert-Schweitzer-Schule in Limmer läuft zurzeit noch die Untersuchung aller Grundschulen im Stadtgebiet. Die Sensibilisierung für das Thema Elterntaxi erfolgt parallel auch im Rahmen von "Gib mir acht" über die 3D-Broschüre und die Plakatkampagne mit den so genannten "Schulweghelden", die im Herbst im Stadtgebiet zu sehen sein wird. Die Kampagne setzt zahlreiche Medien ein, um auf möglichst breite Resonanz zu stoßen. In der 3D-Broschüre (3D-Bilder und Rätsel) wird in der Neuauflage 2019 mit digitaler Anbindung von Verkehrssituationen die spielerische Umsetzung vollzogen. Die Kinderstadtpläne erfreuen sich großer Beliebtheit und werden weiterhin jährlich aktualisiert und jeweils zu Schuljahresbeginn verteilt. Die Broschüre kann unter www.gib-mir-acht.de abgerufen werden.

Hintergrund

Die Woche der Verkehrssicherheit ist seit 2011 ein wichtiger Baustein im Konzept zur Verbesserung der Verkehrssicherheit von Kindern. Es werden aber auch bauliche Maßnahmen ergriffen. Die Umbauten dienen vor allem dem Ziel, das Überqueren von Straßen noch sicherer zu machen. Verunglückten in Hannover im Jahr 2017 noch 207 Kinder, so sank die Zahl im vergangenen Jahr deutlich auf 182. Die Betrachtung der Unfälle nach Art der Verkehrsteilnahme zeigt für 2018, dass die Zahl der verunglückten Kinder als Mitfahrer*innen deutlich abgenommen hat: Waren es 2017 noch 62 Kinder, so hatten im letzten Jahr 41 einen Unfall. Das entspricht einem Anteil von rund 23 Prozent. Eine leichte Abnahme (von 69 auf 60 Personen) ist auch bei den Unfällen mit zu Fuß gehenden Kindern zu verzeichnen. Dies entspricht einem Anteil von rund 33 Prozent. Eine leichte Zunahme (von 76 auf 81 Personen) ist 2018 bei der Zahl mit Kindern, die mit dem Rad verunglückten, zu verzeichnen. Das sind rund 44 Prozent.

Polizei bot 2018 über 3.500 Veranstaltungen zur Verkehrssicherheit für Kinder an 

"Verkehrsunfälle mit verletzten Kindern berühren uns in besonderem Maße. Kinder zählen für die Polizei neben Seniorinnen und Senioren sowie jungen Fahranfängerinnen und -anfängern zu einer der Risikogruppen. Deshalb investieren wir besonders viel, um sie vor Unfällen und anderen Gefahren zu bewahren“, betont Thomas Kliewer, Verkehrssicherheitsberater der Polizeidirektion Hannover. "Im Jahr 2018 nahmen unsere Kontaktbeamtinnen und -beamten sowie die Verkehrssicherheitsberaterinnen und -berater an über 3.500 Veranstaltungen teil, um mit Kindern verkehrsgerechtes Verhalten zu üben. Die Anzahl der verunglückten Kinder, das heißt die Summe der getöteten, schwer und leicht verletzten Kinder, nimmt seit 2016 kontinuierlich ab. In 2018 sank die Zahl nochmals um zehn Prozent. Auch die Zahl der Schulwegunfälle im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Hannover sank im vergangenen Jahr von 120 auf 95. Erfreulich ist in diesem Zusammenhang, dass immer weniger in Kraftfahrzeugen mitfahrende Kinder verletzt oder getötet wurden. Trotzdem oder gerade aufgrund der positiven Entwicklung wird die Polizeidirektion Hannover auch zukünftig in besonderem Maße auf die ordnungsgemäße Verwendung von Rückhaltesystemen und Sicherheitsgurten achten. Die Polizei engagiert sich gerne in der 'Woche der Kinderverkehrssicherheit'. Gemeinsam mit den anderen Netzwerkpartnerinnen und -partnern können wir einen wichtigen Beitrag leisten, unsere Kinder im Straßenverkehr vor Unfällen zu schützen. Das macht dieses Projekt so wertvoll."

ADAC Niedersachsen appelliert: "Verkehrserziehung mit Kindern muss gelebt werden"

"Wichtig ist es, Kinder früh für die Gefahren des Straßenverkehrs zu sensibilisieren und ihnen zu helfen, die Herausforderungen selbstständig zu meistern", betont Wolfgang Müller, Verkehrsexperte, ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. "So unterstützen wir die Kleinen als Mobilitätshelfer mit gezielten Verkehrssicherheitsprogrammen, die sich an die Bedürfnisse der unterschiedlichen Altersgruppen richten, damit sie das richtige Verhalten im Straßenverkehr erlernen. Die Vielzahl der Partner, die die 'Gib mir Acht'-Kampagne unterstützt, ermöglicht den Schulen, alle Facetten der Trainingsprogramme über das Jahr verteilt fest zu etablieren. Neben der schulischen Verkehrs- und Mobilitätserziehung sind aber auch die Eltern gefragt. Leider hat die selbstständige Mobilität von Kindern auf dem Schulweg in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgenommen. Das liegt nicht nur an vermeintlich weiten und unsicheren Schulwegen, sondern häufig an Eltern, die den Schulweg allzu oft mit dem Auto erledigen. Daher unser Appell: Die Verkehrserziehung mit den Kindern muss gelebt werden und sollte bereits im Vorschulalter beginnen. Denn 'Übung macht den Meister'."   

Verkehrswacht Hannover: "Solide Präventionsarbeit ist unabdingbare Basis zur Verkehrsunfallvermeidung"    

Ebenfalls engagiert ist die Verkehrswacht Hannover-Stadt e.V. "Solide Präventions- und Aufklärungsarbeit ist die unabdingbare, notwendige Basis der Verkehrsunfallvermeidung", sagt Fritz Henze, Vorsitzender des Vereins. "Gerade Kinder sind häufig Betroffene, da sie die schwächsten Teilnehmer im Straßenverkehr sind. Ziel muss es sein, sie zu sensibilisieren", so Henze.

Sicheres Radfahren und der Tote Winkel sind Schwerpunkte der diesjährigen "Woche der Verkehrssicherheit"

Weiterer Partner ist der Gemeinde-Unfallversicherungsverband Hannover (GUVH)/ Landesunfallkasse Niedersachsen (LUKN). Dr. Norbert Bonk, Stellvertretender Geschäftsbereichsleiter Prävention, betont: "Wir sind froh, dass die Kampagne ins Leben gerufen wurde und fester Bestandteil der Präventionsarbeit ist. Wie auch in den vorangegangenen Jahren versuchen wir im Rahmen der Woche der Verkehrssicherheit die Schülerinnen und Schüler besonders für die Gefahrensituationen mit dem Fahrrad zu sensibilisieren und ihnen konkrete Tipps und Verhaltensweisen mit auf den Weg zu geben. Denn der Anteil aller Schulwegeunfälle mit dem Fahrrad lag im Jahr 2018 bei 47 Prozent. Immer wieder verunfallen Schülerinnen und Schüler, weil sie sich während des Abbiegevorganges eines Lkws im toten Winkel befanden. Die Zahlen sind alarmierend: Zwischen 600 und 700 Abbiegeunfälle wurden bundesweit 2018 registriert, rund 40 davon tödlich. Auf der rechten 'Beifahrerseite' ist der tote Winkel von Lastern besonders groß und die Unfallgefahr enorm. Daher bilden die Themen 'Sicheres Radfahren' und der 'Tote Winkel' auch den Schwerpunkt der diesjährigen "Woche der Verkehrssicherheit".