Nachhaltigkeit

"Hannoccino" bekommt einen Deckel

Ab dem 1. März gibt es in allen Verkaufsstellen auch einen Deckel für Hannovers umweltfreundlichen Pfandbecher.

Jannes Krone (Hannover Recken), Mathias Quast (Leiter Stadtreinigung aha), Sabine Tegtmeyer-Dette (Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin der Stadt Hannover) und Christian Ugalde (Hannover Recken) stellten den neuen Becher vor.

Die Erfolgsgeschichte von Hannovers umweltfreundlichem Pfandbecher "Hannoccino" geht weiter. Jetzt kommt der von vielen lange erwartete passende Pfanddeckel. Ab dem 1. März gibt es ihn in allen Wechselstuben, in denen es auch die Becher gibt. Er ist schwarz, aus dem gleichen Material wie der "Hannoccino" und ebenfalls für zwei Euro Pfand zu haben.

Schirmherrin Tegtmeyer-Dette erfreut über nachhaltigen Deckel

"Mit dem perfekt passenden Deckel komplettieren wir das System", freut sich die Schirmherrin der Aktion, Sabine Tegtmeyer-Dette, Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin der Stadt Hannover. "Jetzt ist das Pfandsystem richtig rund." Und der "Hannoccino" wird immer sportlicher. Auch Hannovers Handballer "Die Recken" machen mit und feiern den Start des umweltfreundlichen Deckels. "Den Menschen in Hannover wird es jetzt noch leichter gemacht, beim täglichen Kaffeegenuss die Umwelt zu schonen und ein Zeichen gegen Ressourcenverschwendung zu setzen", sagt aha-Geschäftsführer Thomas Schwarz.

Deckel aus gleichem Material wie der Becher

Jetzt bleibt Heißes länger heiß und nichts schwappt mehr über. Der Deckel garantiert genau wie der Becher höchste Hygienestandards und lässt sich hunderte Male waschen. Er besteht überwiegend aus Biopolymeren, Naturharzen, Cellulose und natürlichen Verstärkungsfasern. Der Deckel ist passgenau, stabil, lebensmittelecht und spülmaschinengeeignet. Seine häufige Wiederverwendung spart Ressourcen.

"Hannoccino" als Vorreiter für andere Städte

Dabei bleibt der Erfolg des Hannoccino nicht auf Hannover beschränkt. "Ganz nach dem Muster des trendigen Hannover-Bechers gibt es in Potsdam jetzt den Potspresso", freut sich Mathias Quast, Leiter der aha-Stadtreinigung. Weitere bundesdeutsche Großstädte sind an der Einführung eines kommunalen Mehrwegbechersystems interessiert. Dies zeigt den hohen Stellenwert, den das hannoversche Pfandsystem als Symbol gegen den Plastikwahn genießt.

 Nachhaltiges Pfandsystem hat sich etabliert

Über 50.000 Becher, 160 Wechselstuben und 74 teilnehmende Betriebe belegen, dass sich das nachhaltige kommunale Pfandsystem für "to go-Getränke" in Hannover etabliert hat. Es ist damit das größte kommunale Mehrwegbecher-Pfandsystem bundesweit. Geschätzte 20 Millionen Einwegbecher für "to-go-Getränke" werden jährlich allein in Hannover verbraucht. Eine enorme Vergeudung von wertvollen Ressourcen und damit eine erhebliche Umweltsünde. Auch für die Stadtreinigung von aha ergeben sich hieraus negative Folgen und hohe Kosten für die Reinhaltung der Stadt. Zusätzlich verstopfen großvolumige Kaffeebecher die Einfüllöffnungen der öffentlichen Abfallbehälter. Sie müssen häufiger geleert werden und in die Landschaft geworfene Becher verrotten durch die Kunststoffbeschichtung nicht.

 Seit "Hannoccino"-Einführung 30 Prozent weniger Müll

Deshalb hatte aha gemeinsam mit dem städtischen Wirtschafts- und Umweltdezernat im Frühjahr 2017 beschlossen, ein eigenes Mehrwegbechersystem auf Pfandbasis in Hannover zu etablieren. Im August 2017 startete die Ausgabe des Mehrwegbechersystems in Hannover mit 30 Kooperationspartnern aus Wirtschaft (insbesondere Bäckereibetriebe) und Verwaltung. Neben einer Reihe von Bäckereien, Cafés und Betriebskantinen gibt es den "Hannoccino" auch bei den Spielen von Hannover 96 in der HDI-Arena, im Erlebniszoo Hannover und im Hannover Congress Centrum HCC. Sauberere Straßen geben dem Projekt recht: Seit Einführung des trendigen Bechers ist die Zahl der weggeworfenen Einwegbecher um circa 30 Prozent gesunken. Geschätzt sieben Millionen kunststoffbeschichtete Pappbecher landen so nicht mehr auf Hannovers Straßen.