Steinerner Schneemann

Stadt plant Ankauf von Daniel Knorrs "Bonhomme"

Um dauerhaft und nachhaltig auf das Projekt "Made in Germany" aufmerksam zu machen, plant die Stadt den Ankauf von Daniel Knorrs "Bonhomme". Das Kunstwerk wurde 2017 zu "Made in Germany III" auf dem Goseriedeplatz aufgestellt.

Das Kunstwerk im Mittelpunkt, drumherum (v.l.): Frithjof Peters (Kulturbüro), Christina Végh (Direktorin Kestner Gesellschaft), Anne Prenzler (stellv. Leitung Kulturbüro), Künstler Daniel Knorr und Mairi Kroll (Geschäftsführung Kestner Gesellschaft)

Die Landeshauptstadt Hannover plant, vorbehaltlich der Zustimmung der Ratsgremien, den Ankauf von Daniel Knorrs "Bonhomme". Damit kommt die Stadt einer Empfehlung des Gremiums Kunst im öffentlichen Raum nach, die in dem Objekt eine sinnvolle Ergänzung des Bestands international bedeutsamer Kunst im öffentlichen Raum der Landeshauptstadt Hannover sieht.

Über "Bonhomme"

Unter dem Titel "Bonhomme" hat der international renommierte Künstler Daniel Knorr (Teilnehmer der documenta 14) mehrere Skulpturen für den öffentlichen Raum geschaffen, die er an verschiedenen Orten mit dort vorgefundenen Materialien realisiert hat. Die Skulptur ähnelt einem Schneemann, gebaut aus Steinen aus der Umgebung Hannovers. Womöglich im Hinblick auf die Klimakrise trägt er einen Palmwedel statt eines Besens. Das Kunstwerk vernetzt damit die Landeshauptstadt Hannover mit anderen Orten auf der ganzen Welt, an denen weitere Schneemann-Skulpturen von Daniel Knorr stehen oder standen – wie am Strand von Florida, in der Nähe des Museums für Bildende Künste Budapest oder der Kunsthalle Basel.

Steinerner Schneemann soll wandern

Der "Bonhomme" von Daniel Knorr erfreut sich beim Publikum nach Auskunft der benachbarten Kestner Gesellschaft großer Beliebtheit. Der Hinweis zur Klimakrise stellt einen ebenso aktuellen wie diskurswürdigen Inhalt dar. Das Kunstwerk soll durch die Stadt "wandern" und alle zwei bis drei Jahre seinen Standort wechseln. Damit können verschiedene (auch nicht-innenstadtnahe) Stadtteile partizipieren. Der jetzige Standort soll noch rund ein Jahr beibehalten werden; bis in Abstimmung mit den Stadtbezirksräten und dem Gremium Kunst im öffentlichen Raum ein erster neuer Standort gefunden ist. Komplikationen mit Veranstaltungen auf dem Goseriedeplatz sind nicht zu erwarten.

Kosten betragen 40.000 Euro

Die Kosten für den Ankauf betragen 40.000 Euro. Davon übernimmt die Stadt 35.000 Euro, die übrigen 5.000 Euro sollen aus Drittmitteln eingeworben werden. Die Kosten für die nachfolgenden Umsetzungen von jeweils ungefähr 3.000 Euro sollen aus vorhandenen Mitteln der Bauunterhaltung Kunst im öffentlichen Raum getragen werden.

Hintergrund

Hannover verfügt über einen bundesweit renommierten und umfangreichen Bestand an Kunst im öffentlichen Raum. In 2008 ist ein von der Landeshauptstadt Hannover in Auftrag gegebenes Gutachten "Tradition und Innovation – zum Stand der Kunst im öffentlichen Raum in Hannover" erschienen, um die Kunst und deren Standorte anhand aktueller, zeitgenössischer Entwicklungen zu beurteilen. Als ein Ergebnis des Gutachtens wurde das Gremium zu Kunst im öffentlichen Raum ins Leben gerufen. Die Fachleute sollen helfen, neue Perspektiven für die Kunst im öffentlichen Raum in Hannover zu entwickeln. Es gibt Empfehlungen für mögliche Umsetzungen oder Ankäufe sowie für die Entwicklung neuer struktureller Konzepte und Projekte. Zur spezifischen Situation der Kunst im öffentlichen Raum in Hannover und deren Weiterentwicklung wurden in den Sitzungen vom 10. November 2017 und 26. Juni 2018 weiterhin folgende Empfehlungen festgehalten:

  • Die Landeshauptstadt soll die seit Mitte 1990 zu konstatierende "Lücke" in der Entwicklung der Kunst im öffentlichen Raum als eine Chance aufgreifen, sich kritisch mit der Funktion des öffentlichen Raums insgesamt und mit der Frage zur Rolle der Kunst im öffentlichen Raum auseinanderzusetzen. Zu diesem Themenkomplex fand am 26. Juni 2018 ein erstes öffentliches Podium im Kunstverein Hannover statt.
  • Im Zusammenhang mit der Entwicklung einer Kulturstrategie 2030 sollte ein neues Programm für die Kunst im öffentlichen Raum aufgelegt werden, das von den drei großen Häusern für zeitgenössische Kunst in Hannover (Sprengel Museum Hannover, Kestner Gesellschaft und Kunstverein Hannover) kuratorisch begleitet wird. Hiermit würde Hannover programmatisch an die ursprüngliche Idee des "Experiments Straßenkunst" anknüpfen, die Kunst aus dem Museum auf die Straße zu bringen.