Vereinbarung unterzeichnet

"Hannoversche Wohnungsbauoffensive 2016" um zwei Jahre verlängert

Die im fünften Jahr erfolgreich laufende "Hannoversche Wohnungsbauoffensive 2016" wird um zwei Jahre verlängert. Darauf haben sich die Landeshauptstadt Hannover und die Arbeitsgemeinschaft der Wohnungsunternehmen in der Region Hannover (ArGeWo) verständigt. Mitwirkende daran sind der Verband der Wohnungswirtschaft Niedersachsen und Bremen e.V. (vdw), der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V. (BFW) und die Arbeitsgemeinschaft der Wohnungsgenossenschaften in der Region Hannover. Oberbürgermeister Belit Onay und Vertreter*innen der Wohnungswirtschaft haben am 21. September den aktualisierten Vereinbarungstext ratifiziert.

Für den Verband der Wohnungswirtschaft Niedersachsen und Bremen e.V. nahm Dr. Susanne Schmitt (Direktorin des vdw) an dem Termin teil. Die Arbeitsgemeinschaft der Wohnungsgenossenschaften in der Region Hannover ArGeWo wurde durch Dr. Frank Eretge (Gundlach GmbH & Co. KG) vertreten. Sie unterzeichneten mit Oberbürgermeister Belit Onay die Verlängerung der "Hannoverschen Wohnbauoffensive". 

Die Verlängerung der zunächst bis Ende 2020 angesetzten Vereinbarung orientiert sich an der aktuellen Beschlusslage des Rates der Landeshauptstadt Hannover. Im Kern geht es dabei um die erhöhte Zahl der jährlichen Baufertigstellungen von jetzt 1.300 Wohnun­gen (Plus von 300 Wohnungen) und um die Sozialquote, die von 25 auf 30 Prozent gesteigert wurde. Darüber hinaus wurde die Vereinbarung zur Kompensation auslaufender Belegrechte neu gefasst, weil die bisherige Vereinbarung, 2.000 Belegrechte zu schaffen oder zu sichern, bis Ende 2020 bereits realisiert werden kann. Bis 2022 sollen weitere 800 Belegrechte neu geschaffen oder neu gesichert werden, um das absehbare Abschmelzen der Belegrechte aufgrund zukünftig auslaufender Verträge zu kompensieren.

OB Onay: "Bündnis ist wichtiges Element der hannoverschen Wohnungspolitik geworden"

"Dieses Bündnis für Wohnen ist ein wichtiges Element der hannoverschen Wohnungs­politik geworden, das zur Intensivierung des Wohnungsneubaus – auch des geförderten Wohnungsbaus – beigetragen hat", betonte Oberbürgermeister Belit Onay bei der Unterzeichnung. "Sowohl die Bevölkerungsentwicklung der vergangenen Jahre als auch der bestehende Nachholbedarf führen zu wachsender Nachfrage nach Wohnraum in Hannover. Die große Herausforderung der kommenden Jahre ist es, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Auch weiterhin ist es erklärtes Ziel von Stadt und Wohnungswirtschaft, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, sodass sich alle Hannoveraner*innen auch zukünftig guten Wohnraum leisten können."

Start vor fünf Jahren

Die Stadtspitze der Landeshauptstadt Hannover und Vertreter*innen der Wohnungswirt­schaft trafen sich im Herbst 2015 erstmals, um vor dem Hintergrund eines anhaltenden Bevölkerungswachstums, eines sich anspannenden Wohnungsmarktes und damit einhergehenden Mietpreissteigerungen Rahmenbedingungen zu vereinbaren, die eine Intensivierung des Wohnungsneubaus in der Stadt auslösen sollten. Im Sommer 2016 wurde die verhandelte Vereinbarung ratifiziert und durch den Rat einstimmig beschlossen. Die drei Hauptzielpunkte der Vereinbarungen für die Jahre 2016 bis 2020 waren der jährliche Neubau von durchschnittlich 1.000 Wohnungen bis 2020, davon sollten 25 Prozent als geförderter Wohnraum entstehen (Sozialquote). Außerdem sollten 2.000 Belegrechte neu geschaffen oder gesichert werden, um dem Abschmelzen des Belegrechtsbestandes in der Laufzeit der Wohnungsbau­offensive entgegenzuwirken. Darüber hinaus wurden Maßnahmen vereinbart, um die Rahmenbedingungen für die Realisierung dieser Zielsetzungen zu verbessern.

Wohnungsbautätigkeit gestiegen

"Alle Partner*innen des Bündnisses haben große Anstrengungen unternommen, um die Vereinbarungen zu erfüllen", bewertet Oberbürgermeister Onay. "So wurde die Schaffung von neuen Baurechten im Rahmen von Bebauungsplänen für den Wohnungsbau in der bisherigen Laufzeit der Wohnungs­bauoffensive in der Stadt erheblich gesteigert und damit eine Grundvoraus­setzung für einen intensivierten Wohnungsneubau geschaffen."

Die Erfolge in Zahlen

Seit 2016 bis Mitte des Jahres 2020 entstanden neue Baurechte in Bebauungsplänen für insgesamt circa 10.000 Wohnungen. Zugleich wurden in den viereinhalb Jahren Laufzeit für rund 10.000 neue Wohnungen Baugenehmigungen erteilt. Entsprechend hat sich die Wohnungsneubautätigkeit – auch im geförderten Wohnungsbau – in der Stadt deutlich erhöht. Die Zahl der jährlichen Baufertigstellungen bis einschließlich 2019 übertraf mit durchschnittlich circa 1.200 Woh­nungen und zuletzt 1.526 Wohneinheiten in 2018 und rund 1.300 in 2019 die vereinbarten 1.000 Wohnungen pro Jahr deutlich. Begünstigt durch das kommunale Wohnraumförderprogramm und durch die vereinbarte Sozialquote von mittlerweile 30 Prozent entstanden im Neubau seit 2016 insgesamt 505 geförderte Wohnungen, davon waren 290 Wohnungen mit städtischen Belegrechten. Im Bau befinden sich 2020 weitere 578 geförderte Wohnungen, davon 317 mit Belegrechten. In konkre­ter Planung stehen 2020 1.026 geförderte Wohnungen, wovon 496 Belegrechtswohnun­gen sind.

Vereinbarte Kompensation wird erreicht 

Zusammen mit weiteren Maßnahmen wird es damit auch bis Ende 2020 gelingen, die verein­barte Kompensation des absehbaren Abschmelzens des Belegrechtswohnungs­bestandes um 2.000 Belegrechte zu erreichen. "Die hannoverschen Wohnungsunternehmen bleiben starker Partner der Stadt. Auch in den nächsten Jahren gilt es, Wohnungen zu bauen, die möglichst bezahlbar und gleichzeitig klimaeffizient sind. Eine Herausforderung, die sich für ein lebenswertes Hannover anzugehen lohnt. Wir krempeln weiter die Ärmel hoch", sagte Dr. Frank Eretge, Geschäftsführer von Gundlach Bau und Immobilien und Sprecher der ArGeWo. Dr. Susanne Schmitt, Verbandsdirektorin des vdw Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen, unterstrich: "Es ist gut, dass die Wohnungsbauoffensive zunächst um weitere zwei Jahre verlängert wird. Davon werden viele Tausend Menschen profitieren, die auf guten, sicheren und vor allem bezahlbaren Wohnraum in Hannover angewiesen sind. Wir müssen jetzt die nächsten zwei Jahre nutzen, die gemeinsam formulierten Ziele zu evaluieren, um letzten Endes sicher zu sein, dass der moderne, städtische Wohnungsbau auch seine sozialen Funktionen erfüllt."

Die Unterzeichner*innen

Neben Oberbürgermeister haben die neue Vereinbarung unterzeichnet:

  • für den vdw: Dr. Susanne Schmitt, Direktorin des Verbandes der Wohnungswirtschaft Niedersachsen und Bremen e.V., und Matthias Herter, meravis Wohnungsbau- und Immobilien GmbH;
  • für den BFW: Dirk Streicher, Delta Bau AG;
  • für die ArGeWo: Dr. Frank Eretge, Gundlach GmbH & Co. KG;
  • für die Arbeitsgemeinschaft der Wohnungsgenossenschaften: Jürgen Kaiser, Heimatwerk e.G.

Ausstellung und Broschüre "Wohnungsbau der 2020er-Jahre in Hannover"

Oberbürgermeister Belit Onay, Stadtbaurat Uwe Bodemann und die Vertreter*innen der Wohnungswirtschaft haben am 21. September in der Bauverwaltung auch die Ausstellung "Wohnungsbau der 2020er-Jahre in Hannover" eröffnet. Sie zeigt rund 50 Wohnbauprojekte in der Innenstadt und in den Stadtteilen, die entweder bereits realisiert wurden oder noch im Bau sind. "Die in der Ausstellung gezeigten Projekte machen deutlich, wie stark der Wohnungsneubau in den vergangenen Jahren unsere Stadt zum Positiven verändert hat und die noch geplanten Vorhaben die Landeshauptstadt verändern werden. Die dargestellten Qualitäten zeigen sehr deutlich, dass unser Wohnungsbau das Bild der Stadt bereichert", betonte Stadtbaurat Uwe Bodemann."