Stadtquartier Kronsberg

Dritter Bauabschnitt nimmt Gestalt an

Wie gestaltet sich der dritte Bauabschnitt des neuen Stadtquartiers auf dem Kronsberg in Hannovers Süd-Osten? Projektentwickler, Planer und Architekten präsentieren Ideen für die Gestaltung, die sie zuvor in einen Hochbau-Wettbewerb eingebracht haben.

Präsentieren den dritten Bauabschnitt am Kronsberg (v. l.): Karl Prange, HANKUNFT, Timo Weiland, RED Baufeld, Stadtbaurat Thomas Vielhaber, Christian Wedler, GWH BP, Dr. Steffen Pekrul, Pekrul Projekt Partner.

Die Landeshauptstadt Hannover und die Wohnungswirtschaft treiben die Entwicklung des größten Neubaugebiets in Niedersachsen voran. Nun nimmt auch der dritte Bauabschnitt des neuen Stadtquartiers auf dem Kronsberg in Hannovers Süd-Osten Gestalt an. Mit ambitionierten Projekten haben sich Planungs- und Architekturbüros in einen Hochbau-Wettbewerb eingebracht. Die Sieger stehen fest. Ihre Entwürfe werden jetzt präsentiert.

Mit einer Ausstellung vom 26. Juni bis 9. Juli auf dem Baufeld A1.3 an der Kattenbrookstrift Nr. 93 zeigen die Unternehmen alle eingereichten Entwürfe und die Ergebnisse der Wettbewerbe. Die Ausstellung wird für die Öffentlichkeit täglich, auch an den Wochenenden, in der Zeit von 12 Uhr bis 19 Uhr zugänglich sein. Heute, Freitag, 30. Juni, um 11 Uhr wurde sie von Stadtbaurat Thomas Vielhaber und Vertreter*innen der Unternehmen offiziell eröffnet.

Ausstellung eröffnet mit den Siegerentwürfen für den dritten Bauabschnitt Kronsberg (v.l.): Christian Wedler, GWH BP,Karl Prange, HANKUNFT, Stadtbaurat Thomas Vielhaber, Timo Weiland RED Baufeld, Dr. Steffen Pekrul, Pekrul Projekt Partner.

„Die Entwicklung der einzelnen Bauabschnitte läuft sichtbar gut und zeigt, dass die Wohnungswirtschaft und die Stadt hier gemeinsamen an einem Strang ziehen, um Wohnraum zu schaffen - bei der aktuellen Marktlage gewiss nicht selbstverständlich“, sagte Stadtbaurat Thomas Vielhaber im Rahmen der Eröffnung.

Das sich neben Wohnungsbauunternehmen die bereits im Kronsberg Süd aktiv sind auch neue Unternehmen an der weiteren Entwicklung beteiligten, zeige die Strahlkraft des Gesamtprojektes und die Attraktivität von Hannover als Wohnstandort. Auch das Instrument der Hochbauwettbewerbe habe sich wieder bewährt, wie die Vielzahl an guten Lösungen zeige.

„Ich bin sicher, dass ein lebenswertes und vielfältiges Stadtquartier entsteht.  Denn neben der architektonischen Qualität haben wir auch viel Wert auf soziale Angebote, wie Kitas, Angebote für die Pflege, die Jugend oder die Quartiersentwicklung gelegt“, so Vielhaber weiter.

Ideen für ein zukunftsgerichtetes, urban-grünes Wohngebiet

Anfang 2022 reservierte die Stadt zunächst fünf von insgesamt elf Baufeldern im letzten Bauabschnitt Kronsberg Süd für fünf Projektentwickler, die wiederum die Architekturbüros zu dem Wettbewerb einluden. Pro Baufeld reichten jeweils vier eingeladene Architekturbüros ihre Entwürfe ein. Es sind gestalterische Vorschläge für ein zukunftsgerichtetes, urban-grünes Wohngebiet, das Ansprüche für alle Altersgruppen erfüllt, das soziale Gemeinschaft stiftet und eine hohe Aufenthaltsqualität bietet.

Nachbarn aus den umliegenden Quartieren, potenzielle Mieter*innen sowie Interessierte an Stadtentwicklung und Architektur sind eingeladen, sich auf der Pop-up-Präsentationsfläche an der Kattenbrookstrift, Ecke Stockholmer Allee zu informieren und auszutauschen.

Ziel: 4.000 Wohneinheiten

Der dritte Bauabschnitt Kronsberg Süd, für den jetzt die städtebaulichen Ideen präsentiert werden, umfasst rund 14 Hektar.  Insgesamt hat das Neubaugebiet Kronsberg Süd eine Größe von rund 53 Hektar. Rund 4000 Wohneinheiten werden hier entstehen – mit Wohnraum für rund 8000 Menschen. Im ersten und zweiten Bauabschnitt – hier entstehen rund 2800 Wohneinheiten - herrscht bereits rege Bautätigkeit, teilweise sind Wohnungen bereits bezogen.

Das gesamte Areal wird in drei Abschnitten entwickelt und unter den Namen „Kronsrode Nord“, „Kronsrode Mitte“ und „Kronsrode Süd“ vermarktet. Neben einem Anteil von mindestens 25 Prozent an geförderten Wohnungen werden in jedem der Abschnitte auch soziale Angebote, beispielsweise für ältere Menschen sowie jeweils zwei Kitas entstehen. Ergänzende Dienstleistungen sowie kleinere Ladeneinheiten sind ebenso denkbar. In „Kronsrode Mitte“ entsteht eine neue Grundschule sowie ein Nahversorgungszentrum direkt an der Stadtbahnhaltestelle Expo-Ost. Beide Projekte befinden sich bereits in der Umsetzung. Der Bau eines Stadtteilparks soll Anfang 2024 starten.

Weitere Informationen, Bilder und Pläne finden sich unter folgendem Link: kronsrode.de/content/Gebrauchsanweisung.pdf

Hintergrund-Information zum dritten Bauabschnitt Kronsberg-Süd

Anfang 2022 hat die Landeshauptstadt Hannover fünf von insgesamt elf Baufeldern im letzten Bauabschnitt Kronsberg Süd für folgende Projektentwickler reserviert:

  • PHI Kronsrode GmbH
  • Volksbank Hameln-Stadthagen in Kooperation mit Pekrul ProjektPartner GmbH
  • GWH Wohnungsgesellschaft mbH Hessen
  • RED Baufeld GmbH
  • und die HANKUNFT GmbH

Für jedes Baufeld führten die Unternehmen ab Jahresbeginn 2023 einen Wettbewerb durch.

Stimmen beteiligter Projektentwickler

 

Dr. Steffen Pekrul

„Die erfolgreiche, vollständige Vermietung der ersten Wohngebäude beweist: Kronsberg Süd ist ein herausragender Wohnstandort in Hannover“, Dr. Steffen Pekrul, Geschäftsführer der Pekrul Projekt Partner GmbH.

 

Christian Wedler

„Wir fühlen uns in Hannover sehr wohl und freuen uns sehr, neben unseren Baufeldern im Norden nun auch im Süden des Kronsbergs ein Grundstück entwickeln zu dürfen“, Christian Wedler, Geschäftsführer GWH BP.

Baufeld C1:  HANKUNFT GmbH

Erster Preisträger ist das Büro prasch buken partner architekten bda, Hamburg.

Das Baufeld C1 bildet den Quartiersauftakt an der Ecke Kattenbrookstrift und „Auf dem Bassel“. An der Nordseite grenzt das Baufeld unmittelbar an den Stadtteilpark des neuen Quartiers. Die fußläufige Nähe zur Stadtbahnhaltestelle Stockholmer Allee gewährleistet eine komfortable Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.

Für das Baufeld wurde eine gemischte Wohnnutzung ausgelobt, die über alle Altersgruppen hinweg Platz bietet für unterschiedlichste Lebenssituationen mit Schwerpunkt auf altengerechtem Wohnen. Gemeinschaftlich genutzte Angebote wie eine Fahrradwerkstatt im Erdgeschoss sollen den Wohnraum ergänzen und das soziale Miteinander im Viertel befördern.

Mit 15 Jahren Erfahrung entwickelt die HANKUNFT GmbH niedersachsenweit Projekte und Quartiere für kommende Generationen.

Baufeld C2 – PHI Kronsrode GmbH

Erster Preisträger für dieses Baufeld ist Konrath & Wennemar, Düsseldorf zusammen mit Landschaftsarchitekten LAND Germany GMBH, Düsseldorf

Klare Kante im Städtebau: Diese übergeordnete städtebauliche Leitidee wird in eine eindeutige Gestaltungshierarchie übersetzt.

Die Häuser zeigen zur Straße ein urbanes Gesicht mit Vollklinkerfassade und grünen Vorzonen als Teil des Straßenraums. In klarer Abgrenzung dazu sind die Innenbereiche grün und privat gedacht, mit viel Raum für private und gemeinschaftlich genutzte Nutzungsangebote für die Nachbarschaft. Mikroklima und soziale Brauchbarkeit sind wesentliche Leitlinien der Gestaltung.

PHI KRONSRODE GmbH ist ein Gemeinschaftsunternehmen der HIH Real Estate, Industria Wohnen und Pekrul ProjektPartner

Baufeld C3 – Volksbank Hameln-Stadthagen & Pekrul ProjektPartner GmbH

Für das Baufeld wurden zwei erste Preisträger ausgewählt:

APB Architekten, Hamburg zusammen mit Landschaftsarchitekten NSP, Hannover, sowie WERK Architects, Kopenhagen.

APB Architekten schaffen mit den abwechslungsreichen Hof-Typologien mit Reihen- und Mehrfamilienhäusern zusammen mit einer gemeinsamen identitätsstiftenden Mitte einen urbanen Stadtbaustein im neuen Quartier Kronsberg Süd. Die viergeschossigen Mehrfamilienhäuser definieren städtische Kanten. Den Übergang an den ruhigen Wohnstraßen zu den Nachbarbaufeldern bilden dreigeschossige Reihenhäuser mit verzahnten Terrasseneinschnitten, die zusätzlich zur Gartenterrasse noch eine Dachterrasse mit abwechselnder Ausrichtung nach Osten oder Westen ausbilden.

Ein gemeinschaftlich genutzter Innenhof schafft Raum für Kommunikation und fördert die soziale Gemeinschaft. Kleinere Inseln bieten Sitzmöglichkeiten für Kommunikation. Beete und Obstbäume schaffen Raum für urbanen Gartenbau. Eine Mobilitätsstation im südlichen Teil des Innenhofes vervollständigt mit einer Fahrradselbsthilfewerkstatt, überdachten Fahrradabstellplätzen, einem Ladeplatz für E-Bikes und einem Quartierstreff das Angebot.

WERK Architects hat den Entwurf unter das Motto gestellt: „Von einem klassischen Wohnblock... ...zu einer grünen Oase im Herzen der Krone!“

Der Masterplan definiert ein klassisches Volumen mit drei bis vier Geschossen. Die Dachterrassen nach Süden, Westen und Osten unterteilen das Volumen und schaffen eine skulpturale Krone. Um zusätzliche Tiefe in die Fassade zu bringen, springen Teile des obersten Geschosses um 60 Zentimeter zurück. Die Rücksprünge schaffen zusätzliche französische Balkone für die Nutzer und erhöhen die Wohnqualität. Um eine möglichst harmonische Ansicht zu erschaffen, liegt der Fassade eine 80cm Raster zugrunde mit ausschließlich drei Fenstermaßen. Der Innenhof ist angelegt als Oase. Ein grüner Garten mit kleinen Wegen zum Erkunden bereichert die Flora und Fauna, Sitznischen und naturnahe Spielflächen laden die Nachbarschaft zum Verweilen ein.

Die Projektentwickler sind die Volksbank Hameln-Stadthagen in Kooperation mit der Pekrul Projektpartner GmbH aus Hamburg.

Baufeld C5 – GWH Bauprojekte GmbH

Erste Preisträger sind pape+pape, Hannover, und Thomas Müller Ivan Reimann Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin

Für die GWH Wohnungsgesellschaft mbH Hessen ist der Kronsberg bekannt. Die Tochtergesellschaft GWH Bauprojekte plant und realisiert bereits im Cluster Nord auf acht Baufeldern rund 1.000 Wohnungen.

Im vergangenen Jahr hat die GWH Bauprojekte im Baufeld C5 mit ihrem Bebauungs- und Nutzungskonzept überzeugen können. Größere rollstuhlgerechte Wohnungen, ein Anteil öffentlich geförderter Wohneinheiten von über 30 Prozent sowie ein Wohnungsmix vor allem für Familien- und Mehrgenerationswohnen sind neben Photovoltaik-Anlagen zur Mieterstromerzeugung und ausreichend Lademöglichkeiten für E-Bikes wesentliche Bestandteile des Konzeptes.  Die Leitgedanken aus dem Konzept standen auch im Architekturwettbewerb und damit verbunden in der Auslobung für die teilnehmenden Büros im Mittelpunkt.

Baufeld C7 – BAUFELD RED Baufeld GmbH

Erster Preisträger ist das Büro Lorenzen Mayer Berlin/Kopenhagen

Als Newcomer im Bereich Hannover (Kronsberg) startet die RED Baufeld GmbH erstmalig ein Projekt außerhalb Hamburgs. Dort ist sie bereits in vielen Bereich mit unterschiedlichen Wohn- und Geschäftshausvorhaben unterwegs. Nun konnte sie mit ihrem Konzept für Kronsberg Süd überzeugen. Eine Kindertageseinrichtung, ein inklusives Gastronomieangebot, eine Sozialstation, Wohngruppen für ältere oder demenzerkrankte Bewohner, ein Anteil öffentlich geförderter Wohneinheiten von 30 Prozent sowie ein Wohnungsmix, der ein lebendiges Quartier im Quartier schaffen wird: Das sind wesentliche Elemente des Konzepts. RED Baufeld GmbH setzt auf einen ausgewogenen Mix der Nutzungen. Prägend ist der Gedanke des „Miteinanders“, der sich beim Baufeld C7 auch im Titel des Konzeptes „Haus der Begegnung“ wiederfindet.

Im Preisgericht zum Wettbewerbsverfahren hat die Jury sich deutlich für den Entwurf des Büros Lorenzen Mayer, das bereits am Kronsberg im Baufeld A1 an einer anderen besonderen Stelle als Wettbewerbssieger vertreten ist, ausgesprochen. Das Büro mit seinen Standorten in Berlin und Kopenhagen konnte dabei mit den sehr gut durchgeplanten Entwürfen, die von einer überzeugenden Architektur geprägt sind, überzeugen.