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Glossar

Warum und wie Hannover den Martinstag feiert

Zum Martinstag am 11. November gibt es bunte Laternenumzüge, singende Kinder, die Martinsgans auf dem Teller... Aber warum eigentlich? Wer war Sankt Martin? Und was sind die beliebtesten Martinstag-Bräuche in Hannover?

Ein Mann reitet als St. Martin verkleidet hinter einem Fanfarencorps. © City Gemeinschaft Hannover

St. Martin zu Pferde und der Fanfarencorps Vahrenheide beim Laternenumzug.

Der Martinstag, auch Sankt-Martins-Tag oder Martini genannt, ist ein christlicher Feiertag am 11. November. Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche feiern diesen Tag. Dennoch ist der Martinstag in keinem Bundesland ein gesetzlicher Feiertag; es ist also nicht arbeitsfrei. 

Wer war der Heilige Martin? 

Für Christen ist Sankt Martin der Schutzpatron der Armen. Er steht für Nächstenliebe und gute Taten. Der "Heilige Martin" war eine reale Person: Martin von Tours, der dritte Bischof von Tours in Frankreich. Er wurde um 316 n. Chr. in der römischen Provinz Pannoia (im heutigen Ungarn) geboren und starb am 8. November 397 bei Tours in Frankreich.

Was feiert man am Martinstag?

Der Tag zu Ehren von Martin von Tours soll an die guten Taten von Sankt Martin erinnern: In seiner Zeit als junger, römischer Soldat soll er an einem bitterkalten Tag seinen Mantel in zwei Teile geschnitten und ihn mit einem frierenden Bettler geteilt haben. Die Geschichte besagt, Martin von Tours habe in der Nacht darauf einen Traum gehabt, in dem ihm Jesus Christus erschienen sei, der den halben Mantel trug, und ihm für die gute Tat gedankt habe. 

Warum am 11. November?

Der heilige Martin von Tours soll der Überlieferung am 11. November im Jahr 397 bestattet worden sein. Der Feiertag wurde also auf den Tag der Grablegung datiert.

Der kleine Unterschied: "Martini"

In protestantischen Gegenden wird am 11. November "Martini" oder der "Martinitag" gefeiert. Dabei wird an den Geburtstag von Martin Luther erinnert. Luther, der später die Reformation der Kirche anstieß, erblickte am 10. November 1483 das Licht der Welt und wurde am nächsten Tag getauft – am Namenstag von Sankt Martin. Wer den Martinitag feiert, denkt an die Taufe von Reformator Martin Luther. Wer den Sankt-Martins-Tag feiert, erinnert an die guten Taten des heiligen Martin (von Tours).

Bräuche zum Martinstag

Zum Martinstag gibt es zahlreiche Bräuche, die je nach Region mehr oder weniger bekannt sind. Besonders verbreitet sind das Martinssingen, die Martinsumzüge und die Martinsgans. Weitere Traditionen sind das Martinsfeuer, das am Ende des Martinsumzugs entfacht wird, und der "Stutenkerl" aus Hefeteig, der am Feuer an Kinder verteilt wird. 

Laternenumzüge

In jedem Stadtteil finden im Herbst nach Einbruch der Dunkelheit kleine Laternenumzüge statt, es gibt aber auch größere Veranstaltungen im Großen Garten, im Zoo und den Vereint-für-Hannover-Umzug vom Opernplatz zum Stadion. Die Laternenumzüge gibt es bereits ab Mitte Oktober, nur wenige Umzüge finden direkt am 11. November statt. 

 

Martinssingen

Das katholische Martinssingen (die Anhänger des protestantischen Glaubens nennen es Martinisingen und es findet am 10. November zu Ehren Martin Luthers statt) ist ein überlieferter Brauch aus dem Mittelalter. Ursprünglich wurden am 11. November die Landarbeiter für die Wintermonate entlassen. Um während dieser Zeit auch ohne festen Lohn über die Runden zu kommen, zogen ihre Kinder am Abend mit ihren Laternen aus Zuckerrüben von Haus zu Haus, sangen Lieder über den Heiligen Martin von Tours und baten um Lebensmittel für den Wintervorrat. In Anlehnung an diese Tradition spazieren Kinder auch heute mancherorts von Haustür zu Haustür und singen für Obst, Gebäck oder Süßigkeiten eines der traditionellen Martinslieder, etwa "Matten Matten Meeren,  die Äpfel und die Beeren, lass uns nicht so lange steh’n, wir wollen noch nach Bremen geh’n...". Übrigens: In protestantischen Gegenden beim Martinisingen werden häufig Lieder gesungen, die klaren Bezug zu Martin Luther haben.

Martinsgans

Am Abend des Martinstages kommt die Martinsgans auf den Tisch. Warum? Es gibt verschiedene Theorien zu den Wurzeln der Tradition: In einer Geschichte heißt es, als die Menschen aus Tours Martin zum Bischof ernennen wollte, habe er sich in einem Gänsestall versteckt, weil er sich des Amtes nicht würdig gefühlt habe. Mit ihrem Schnattern sollen die Gänse ihn verraten haben, so dass er doch zum Bischof geweiht wurde. In einer anderen Geschichte wiederum sollen Gänse eine Predigt von Martin gestört haben und zur Strafe gebraten worden sein. Ein anderer Ursprung wird darin vermutet, das der Martinstag früher bei den Bauern stets der Zahltag für die Frauen und Männer war, die bei der Ernte geholfen hatten. Zum Abschied saßen dann alle noch einmal beim gemeinsamen Gänseessen an einer langen Tafel.

Diese kulinarische Tradition kann man im Kreise der Familie oder mit Freunden auch in Hannovers Gastronomie genießen: in vielen Gasthäusern und Restaurants steht ab dem Martinstag am 11. November der klassische Gänsebraten mit Rotkohl und Kartoffelklößen oder Semmelknödeln auf der Speisenkarte.

11. November – hat das nicht auch etwas mit Karneval zu tun?

Auch wenn der Norden Deutschlands keine Hochburg des Karnevals ist, heißt es auch in Hannover jedes Jahr vom 11. November um 11:11 Uhr bis zum Aschermittwoch "Hannover Helau". Die Karnevalsgesellschaften feiern in dieser Zeit die so genannte "fünfte Jahreszeit".