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Kunstinstallation

Die bunte Basilika St. Clemens

Im Jahr 2014 schmückte die Kuppel der katholischen Hauptkirche Hannover Basilika St. Clemens für vier Wochen ein 200 Quadratmeter großes Strickgraffiti, das die Vielfalt und den Zusammenhalt der Gemeinden symbolisieren sollte. Die Arbeit bestand aus mehr als 350 Wollteilen, die von über einhundert Strickerinnen und Strickern aus Stadt und Region Hannover angefertigt wurden.

Kirche. © Katholische Kirche in der Region Hannover

Das farbige Kunstwerk aus Wolle wiegt stolze zwei Zentner.

Mehrere Industriekletter waren im Einsatz, um die zwei Zentner schweren Wollteile nach Anweisungen der Künstlerin Mansha Friedrich an der Kuppel der Basilika anzubringen. Die einzelnen Teile des wollenen Strickgraffiti greifen die Farben des Bistum Hildesheim auf, das 2018 sein 1200-jähriges Bestehen feierte: Gelb, Pink, Rot und Weinrot. "Damit wird auf spektakuläre Art und Weise sichtbar gemacht, dass die Kirche Menschen behütet und eine bunte, lebendige Kirche ist", sagte der hannoversche Probst Martin Tenge mit Blick auf die Installation, die ungefähr einen Monat lang die vierhundert Quadratmeter große Kuppel der Basilika schmückte. 

Gemeinschaftsarbeit, die verbindet

Das Werk ist eine Gemeinschaftsarbeit im wahrsten Sinne. Streetart- und Strickkünstlerin Mansha Friedrich, die zuletzt die Bäume auf dem Stadtfriedhof Engesohde verziert hat, entwarf das Graffiti, das von mehr als einhundert Strickerinnen und Strickern aus 25 Gemeinden der Stadt und Region Hannover angefertigt wurde. Die einzelnen Teile wurden zunächst von Mitgliedern aus den katholischen Gemeinden Hannovers per Hand gefertigt und schließlich zu einem Netz vernäht und am 8. Oktober 2014 von Industriekletterern an der Kuppel angebracht. "Ich habe für ein Wollstück 20 bis 25 Stunden lang gestrickt und jetzt ist das Ergebnis so wunderbar", freut sich Strickerin Ingrid Paskalvis.

Mansha Friedrich lobt den Zusammenhalt der Gruppe, die das Projekt auf die Beine gestellt hat. "Mir sind die Strickerinnen ans Herz gewachsen. Eine solche Gemeinschaft, die innerhalb der Kirche möglich ist, vermisse ich oft im alltäglich Leben", resümiert die Künstlerin. Mitte November 2014 wurde das Strickgraffiti dann wieder entfernt. Die einzelnen Wollstücke wurden anschließend gereinigt und zu Decken zusammengenäht, die am 13. Dezember 2014 zugunsten der Ökumenischen Essensausgabe in Hannover versteigert wurden.