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Neueröffnung Astor

Ganz großes Kino in Hannover

Deutschlands größtes Premiumkino, das Astor Grand Cinema, ist eröffnet und hat den regulären Spielbetrieb aufgenommen.

Alle Wände sind verputzt, die letzten Kabel fast alle verlegt und die ersten Getränke kaltgestellt: Nach fünf Monaten intensiver Umbauarbeiten ist aus der Großbaustelle im ehemaligen Cinemaxx-Nikolaistraße ein imposanter Kinopalast geworden, der am 3. Dezember im Rahmen einer Gala mit 1000 geladenen Gästen eröffnet wird. Erst im Juni hatten Hans-Joachim Flebbe und sein Geschäftspartner Heinz Lochmann verkündet, rund acht Millionen Euro in die Renovierung der Immobilie investieren zu wollen. Ein Vorhaben, das trotz des knappen Zeitplans erfolgreich umgesetzt werden konnte. Einen Tag vor der Eröffnungsgala haben die beiden gemeinsam mit Architekt Heinz-Jürgen Schuhmacher das neue Konzept vorgestellt.

Das Foyer

Schon im Eingansbereich offenbart sich der eigenwillige Charme des Astors: Holzelemente, flauschige Teppiche und kunstvolle Lichter erinnern an ein elegantes Hotelfoyer. Dazu passt der Doorman, der die Besucher im Foyer begrüßt und den Weg zu den neu gestalteten Bars weist. Dort werden Getränke sowie Antipasti, Käseteller und ähnliche Spezialitäten angeboten. Naschkatzen müssen übrigens nicht auf ihre gewohnten Snacks verzichten. Eis, Popcorn, Chips und verschiedene Schokoladen stehen ebenfalls auf der Karte. Einzig Nachos werden wegen der Geruchsbildung ausdrücklich untersagt, genau wie andere warme Speisen. Logenticket-Besitzer können sich alle Drinks und Snacks auch in einem der Kinosäle servieren lassen.

Die Kinosäle

Davon gibt es im Astor zehn, in denen insgesamt 2.200 Ledersessel mit variabler Rückenlehne untergebracht sind. Dank des Reihenabstands von 1,32 Metern ist Beinfreiheit garantiert. Alle Kinosäle sind mit modernen, digitalen Bildprojektoren in 2D und 3D sowie Dolby-7.1.-Soundsystem ausgestattet. Im Kino 8, das mit 546 Plätzen gleichzeitig das größte ist, kommt der Sound sogar aus dem Sourround-System Dolby Atmos, das es deutschlandweit nur zehnmal gibt und für einen beinah unrealistisch intensiven Klang sorgt. Zwei der Kinosäle wurden eigens für Hannover als Bibliothek gestaltet, in der die Besucher auch selber Bücher platzieren können. Vor jeder Filmvorführung stimmt eine LED-Lichtshow auf das cineastische Erlebnis ein. Damit dieses  auch während des Films ungetrübt bleibt, stellen Aufsichtskräfte sicher, dass niemand mit seinem Handy stört. Nach zweifacher Verwarnung müssen die Handynutzer vor die Tür.

Der Ticketverkauf

Auch beim Ticketkauf spielt der Servicegedanke eine wichtige Rolle: Der Lieblingsplatz kann ohne Zusatzkosten per Internet oder Smartphone gebucht werden. Mit einem E-Ticket auf dem Handy geht es dann direkt und ohne Warteschlange ins Kino. Normale Tickets kosten 10,50 Euro. Wer zwei Euro mehr bezahlt, kann direkt in einer Loge (etwa 25 Prozent Anteil) Platz nehmen, wo ein Begrüßungscocktail, Fußhocker und Bedienservice (bis zum Start des Films) für Komfort sorgen. Die Beinfreiheit beträgt hier 1,80 Meter. Für 3-D-Filme werden zwei Euro Aufschlag berechnet. Hinzu kommt ein Euro pro 3-D-Brille, die beim nächsten Besuch aber wieder mitgebracht werden darf. Sonntags gibt es günstige Vorstellungen für Familien. Wer mit dem Auto anreist, kann in der angrenzenden Karolinenstraße 4 parken. Vier Stunden kosten für Kinobesucher 2,50 Euro. Wer länger parkt, zahlt einen Euro pro 45 Minuten.

Die Speisekarte

Die Preise liegen im gehobenen Mittelfeld. Für eine 0,4 Liter-Cola zahlt man zum Beispiel 3,50 Euro. Die Preise für die Speisen liegen zwischen 4,80 und 9 Euro. Süßigkeiten und Eis sind für durchschnittlich 3,50 Euro erhältlich.

Das erste Programm

Gezeigt werden sowohl Filmkunst als auch gehobene Mainstream-Produktionen. Wochentags beginnen die Vorführungen nachmittags ab 15 Uhr, am Wochenende bereits ab 13 Uhr. Außer sonntags und montags laufen die Filme auch täglich in der Spätvorstellung. Das Programm zum allgemeinen Start am 4. Dezember ist Mittwoch auf der Internetseite des Kinos zu finden.

Hintergrund

Es war das Ende einer Ära: Am 31. Juli 2013 fiel im Cinemaxx Hannover-Nikolaistraße der letzte Vorhang. Als das Kino 1991 eröffnet wurde, war das in vielerlei Hinsicht eine Sensation. Hans-Joachim Flebbe, ehemaliger Vorstand der Cinemaxx AG, schuf mit dem Filmpalast nicht nur das erste Multiplex-Kino in Hannover, sondern auch das erste Cinemaxx in ganz Deutschland. Nachdem Flebbe das Unternehmen verlassen hatte, kaufte der Unternehmer die Immoblie 2012 auf und wollte den Mietvertrag nur mit neuen Konditionen verlängern. Cinemaxx sollte künftig nicht mehr nach Umsatz zahlen, sondern einen Festpreis. Das lehnte das Unternehmen ab. So verkündete Flebbe letztes Jahr: "In dem Gebäude wird es kein Kino mehr geben." Zwischenzeitlich wurden die Räumlichkeiten nur vereinzelt für Indie-Konzerte genutzt. Der Wegfall des Kinopublikums hinterließ auch bei den angrenzen Gastronomen seine Spuren, einige mussten schließen. Flebbe betreibt auch in Berlin, Frankfurt, Köln und München Premiumkinos – in Hannover steht nun das größte.

(Veröffentlicht: 2. Dezember 2014)