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Ehemaliges Cinemaxx

Hannover soll ein Luxus-Kino bekommen

Fast ein Jahr nach der Schließung haben die Immobilienbesitzer des ehemaligen Multiplex-Kinos Cinemaxx in der Nikolaistraße das Konzept für die Nachnutzung vorgestellt: Hans-Joachim Flebbe plant ein Luxus-Kino.

Ein Kino von außen. © Schuhmacher und Mafi

So könnte es bald an der Nikolaistraße leuchten.

Lange Zeit war unklar, was mit dem markanten Gebäude an der Nikolaistraße geschieht. Nun haben Hans-Joachim Flebbe und Heinz Lochmann, die Immobilieneigentümer der Zwei Freunde Besitz GmbH, die Pläne für die zukünftige Nutzung vorgestellt. Aus dem einstigen Multiplex-Kino soll ein Luxus-Kino werden. Acht Millionen Euro wollen die beiden Kino-Moghule in die Renovierung investieren. Die Eröffnung ist für Ende dieses Jahres oder Anfang des nächsten Jahres geplant. Derzeit befindet sich das gesamte Projekt noch in der Planungsphase.

Filmtheater im Stil der Fünfzigerjahre

"Wir wollen unseren Besuchern ein angenehmes, entspanntes Kinoerlebnis bieten. Ein Kino, wie man es sich wünscht", erklärt Flebbe. Dafür wird die Kinoimmobilie aufwändig renoviert und mit modernster Technik ausgestattet. Gemeinsam mit dem hannoverschen Architekten Heinz-Jürgen Schumacher arbeitet das Team an einer Atmosphäre, die an die große Zeit der Filmtheater in den Fünfziger- und Sechzigerjahren erinnert. Gleichzeitig versprechen die Immobilienbesitzer besonderen Service und den Komfort eines modernen Premiumkinos.

Wenn der Gast zum König wird

Schon beim Ticketkauf ergänzen sich Technik und Service: Der Lieblingsplatz kann ohne Zusatzkosten per Internet oder Smartphone gebucht werden. Mit einem E-Ticket auf dem Handy geht es dann direkt und ohne Warteschlange in einen der zehn Kinosäle, in denen sowohl Filmkunst als auch gehobene Mainstream-Produktionen gezeigt werden. Für den nötigen Komfort sorgen rund 2.200 Ledersessel, die über variable Rückenlehnen verfügen. Der Reihenabstand, der zwischen 1,30 und 1,80 Metern liegen soll, verspricht zudem jede Menge Beinfreiheit – im Logenbereich sogar mit Fußhocker.

Bedienservice, Handywächter, VIP-Lounge

In den Logen kümmert sich ein Bedienservice am Platz um die Gäste. Garderobe und Gastronomieangebote außerhalb der kinoüblichen Standards sowie eine neue VIP-Lounge runden das Wohlfühlambiente ab. Die Kinosäle sind mit modernen, digitalen Bildprojektoren in 2D und 3D sowie Dolby-7.1-Soundsystemen ausgestattet. Als Neuheit für Hannover wurden zwei Clubkinos angekündigt, die als gemütliche Bibliothek gestaltet werden, in der Kinobesucher auch selber Bücher platzieren können. Aufsichtspersonal sorgt dafür, dass der Filmspaß nicht durch Handys und Dauertelefonierer gestört wird. Trotz all der vielen Extras sollen die Eintrittspreise nur geringfügig über denen großer Kinoketten liegen. Flebbe und Lochmann rechnen in Hannover mit 600.000 Besuchern pro Jahr. Wenn alles klappt, könnten die ersten Filme schon Ende des Jahres über die Leinwand flimmern.

Hintergrund

Es war das Ende einer Ära: Am 31. Juli 2013 fiel im Cinemaxx Hannover-Nikolaistraße der letzte Vorhang. Als das Kino 1991 eröffnet wurde, war das in vielerlei Hinsicht eine Sensation. Hans-Joachim Flebbe, ehemaliger Vorstand der Cinemaxx AG, schuf mit dem Filmpalast nicht nur das erste Multiplex-Kino in Hannover, sondern auch das erste Cinemaxx in ganz Deutschland. Nachdem Flebbe das Unternehmen verlassen hatte, kaufte der Unternehmer die Immoblie 2012 auf und wollte den Mietvertrag nur mit neuen Konditionen verlängern. Cinemaxx sollte künftig nicht mehr nach Umsatz zahlen, sondern einen Festpreis. Das lehnte das Unternehmen ab. So verkündete Flebbe letztes Jahr: "In dem Gebäude wird es kein Kino mehr geben." Zwischenzeitlich wurden die Räumlichkeiten nur vereinzelt für Indie-Konzerte genutzt. Der Wegfall des Kinopublikums hinterließ auch bei den angrenzen Gastronomen seine Spuren, einige mussten schließen.