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Menschen in einem Hof. © Andreas Etter

Rund 4.500 Gäste nutzten das Rahmenprogramm der Theaterformen – dazu gehörten etwa die Konzerte im Festivalzentrum.

Bilanz

Über 10.000 Gäste beim Festival Theaterformen

Die 25. Ausgabe des zeitgenössischen Theaterfestivals ist Sonntagabend zu Ende gegangen. Acht deutsche Erstaufführungen und rund 130 Veranstaltungen standen auf dem elftägigen Festivalprogramm, das erstmals unter der künstlerischen Leistung von Martine Dennewald realisiert wurde. Von 7.500 Karten wurden knapp 6.000 verkauft, die Auslastung lag bei 80 Prozent. 4.500 Gäste nahmen außerdem am Rahmenprogramm der Theaterformen teil.

Frau mit Torte. © Andreas Etter

Martin Dennewald verteilte nach der Festival-Eröffnung am 2. Juli Theaterformen-Torte und Sekt.

Eröffnet wurde das Festival am 2. Juli mit Marco Layeras "Fantasie für morgen", auf das es viele begeisterte Reaktionen gab. Am selben Tag startete auch die Container-Installation "Still (The Economy of waiting)" auf dem Opernplatz. An der Arbeit von Julian Hetzel zeigten die Hannoveraner großes Interesse, nahezu alle Vorstellungen waren ausverkauft. Mit den Produktionen von Rimini Protokoll und "By Heart" von Tiago Rodrigues präsentierte das Festival weitere Stücke, die den Zuschauer zur aktiven Teilnahme animierten. In "The Record" von 600 HIGHWAYMEN beteiligten sich 43 hannoversche Mitspieler, die bereits zu Beginn des Jahres vom Regie-Duo Abigail Browde und Michael Silverstone gecastet wurden. Drei Wochen vor Festivalstart hatte jeder der Teilnehmer Einzelproben mit den Regisseuren aufgenommen. Auf der Bühne begegneten sich die Darsteller erstmalig bei der Premiere am 9. Juli. Die Tickets für die Vorstellungen von "The Record" im Ballhof Eins waren stark nachgefragt, die drei Aufführungen ausverkauft.

Festivalzentrum gut angenommen

Viele Besucher zog es auch 2015 ins Festivalzentrum. Gut 4.500 Gäste nahmen am Rahmenprogramm der Theaterformen teil. Dazu gehörten die Open-Air-Konzerte, die Festivalfrühstücke und die Video-Installation "Mein anderes Leben". Mats Staub hatte dafür 209 Festivalbesucher in seine Video-Box gebeten und sie gefragt, welchen Namen sie bekommen hätten, wenn sie im anderen Geschlecht geboren wären. Die Antworten präsentierte Staub in der zweiten Festivalwoche in einem Film in der Cumberlandschen Galerie. Das Festival endet mit einem Abschlusskonzert der Pentatones, zu der Julian Hetzel gehört, der sich mit seiner Installation "Still (The Economy of waiting)" der Ökonomie des Wartens widmete.

"Eine Gelegenheit, Banden zu bilden"

"Neben großen Theaterabenden von Teatro La Re-sentida aus Santiago de Chile, Mariano Pensotti aus Buenos Aires, Teater NO99 aus Tallinn und vielen mehr spielten dieses Jahr unsere Zuschauer eine besondere Rolle – sie haben mit Tiago Rodrigues aus Lissabon ein Gedicht gelernt, mit Xavier Le Roy aus Paris im Dunkeln diskutiert, in Julian Hetzels theatraler Installation auf sich selbst gewartet, wurden in "Situation Rooms" zu Protagonisten des Waffenhandels und in "The Record" zu Hauptdarstellern eines szenischen Mosaiks. Das schweißt zusammen und bringt einen ins Gespräch. Und es zeichnete das diesjährige Festival besonders aus: als eine Gelegenheit, Banden zu bilden und auf Komplizen zu treffen, um gemeinsam Theater aus aller Welt zu sehen und zu feiern," resümiert Martine Dennewald.

Theaterformen erst wieder 2017 in Hannover

Das Festival Theaterformen wird jährlich im Wechsel von den Staatstheatern Hannover und Braunschweig veranstaltet. 2016 findet es vom 9. bis 19. Juni in Braunschweig statt. Veröffentlicht wird das Programm voraussichtlich im April 2016, dann startet auch der Kartenvorverkauf.

(Veröffentlicht: 13. Juli 2015)