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Digitale Rekonstruktion

Das Leibniz-Schnipsel-Projekt

In einem Kooperationsprojekt der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek werden Textzusammenhänge in den Handschriften von Leibniz nun digital rekonstruiert.

Der Nachlass des Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) mit etwa 200.000 Manuskriptseiten, seinen Briefen, dem einzig erhaltenen Exemplar der Vier-Spezies-Rechenmaschine sowie seiner Arbeitsbibliothek ist einer der bedeutendsten und größten Gelehrtennachlässe der Welt und wird in der nach ihm benannten Bibliothek in Hannover aufbewahrt.

Leibniz' Gedanken auf Papierschnipseln

Leibniz hat "schreibend gedacht" und so dokumentiert der Nachlass auch den Entstehungsprozess seiner Gedanken. Große Teile sind allerdings auf Blattfragmenten, losen Zetteln oder zerschnittenen Papieren überliefert, die eine chronologische Einordnung erschweren oder gar unmöglich machen. Eine Rekonstruktion dieser Textfragmente war lange eine Wunschvorstellung. Dies erschwerte sowohl die Erschließung der Nachlassbestände als auch den Fortgang der historisch-kritischen Gesamtausgabe.

Kooperationsprojekt: Digitale Rekonstruktion

Aus diesem Grund haben sich die Kooperationspartner Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK, MusterFabrik Berlin, Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek und Akademie-Ausgabe "Leibniz-Edition" (Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften) zusammengeschlossen, um die Textzusammenhänge eben dieser "Leibniz-Schnipsel" mit Hilfe eines computergestützten Assistenzsystems digital zu rekonstruieren. Das Projekt umfasst die Digitalisierung von Fragmenten der Schriftstücksammlung "Mathematica" – dabei handelt es sich um ca. 9.700 Blatt.

Assistenzsystem à la Stasi-Akten-Rekonstruktion

Aufbauend auf den Erfahrungen mit der virtuellen Rekonstruktion der Stasi-Akten wird ein Assistenzsystem entwickelt und zum Einsatz gebracht, das in der Lage ist, unerschlossene Leibniz-Handschriften zu rekonstruieren, um damit einen innovativen Beitrag für die internationale und interdisziplinäre Leibniz-Forschung zu leisten. Überdies kann mit diesem zukunftsweisenden Forschungsprojekt der öffentliche Zugang zum Nachlass entscheidend gefördert und erleichtert werden. Das "Leibniz-Schnipsel-Projekt", das bis März 2017 abgeschlossen sein soll, wird durch eine Förderung der Klaus Tschira Stiftung (Heidelberg) ermöglicht.

(Veröffentlicht: 23. Oktober 2015)