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Drei unterschiedliche Straßenbahnen © üstra

Zurück in Hannover: der Tw 601 - der Prototyp der grünen Stadtbahnen, die noch heute auf den Strecken der üstra unterwegs sind.

Historischer Stadtbahnprototyp

TW 601 zurück in Hannover

Der um 1970 gefertigte Prototyp der grünen Stadtbahnen ist wieder zurück in Hannover. Nach dem Testbetrieb in Hannover in den frühen 1970er Jahren war der TW 601 nach Kanada verkauft worden. Der Verein Hannoversche Straßenbahn e.V. hat das Schienenfahrzeug nach Hannover zurückgeholt.

Nachdem die Rückholaktion des TW 601 im September in Edmonton gestartet worden war, ist die historische Stadtbahnam 18. Oktober wohlbehalten in Hannover angekommen. Von Kanada war der Wagen auf der Straße zunächst zum US-Hafen Baltimore gebracht worden, von wo die historische Stadtbahn in Richtung Bremerhaven verschifft wurde. Nach vier Wochen war der TW 601 am 13. Oktober in Deutschland ankommen und von dort nach Hannover weitertransportiert worden, wo ihn de Straßenbahnfreunde vom Verein Hannoversche Straßenbahn e.V. bereits sehnsüchtig erwartet haben, um den Prototypen für Sonderfahrten herrzuichten.

Wieder-Inbetriebnahme

Nach Abschluss anstehender Arbeiten an anderen, zu Sonderfahrten häufig eingesetzten Fahrzeugen werden sich die ehrenamtlich tätigen Aktiven des Fördervereins Straßenbahn Hannover e.V. zusammen mit Experten der üstra an die Komplettierung, Anpassung und Wieder-Inbetriebnahme des Heimkehrers machen. Wie lange das dauern wird, ist noch nicht abzusehen. Auf den ersten Blick ist der Zustand des Wagens sehr gut, es ist jedoch allein aufgrund des Alters mit Überraschungen zu rechnen. Bei der späteren Wiederinbetriebnahme gilt: Sicherheit vor Schnelligkeit, zudem müssen auch die hierfür erforderlichen Gelder erst zusammenkommen. Der Förderverein wird daher weiter um Spenden für den Tw 601 bitten und entsprechende Veranstaltungen anbieten.

Finanzierung durch Spenden und Sonderfahrten

Seit 2013 arbeitete der Förderverein ehrenamtlich und mit viel Herzblut daran, den Stadtbahnwagen TW 601 aus Kanada zurück zu holen. Die ganze Aktion kostet rund 75.000 Euro, für den TW 601 musste nur der symbolische Betrag von einem Dollar bezahlt werden. Durch unermüdliches Spenden sammeln und mit den Einnahmen aus vielen Sonderfahrten konnte der Verein nun nahezu die gesamte Summe zusammensparen. Das noch fehlende Geld strecken die Mitglieder nun erst mal privat vor, in der Hoffnung, mit dem 601 selbst bald Sonderfahrten zur Refinanzierung durchführen zu können.

TW 601 - Urvater der hannoverschen Stadtbahnen

Wer sich jetzt die Frage stellt, warum die Sraßenbahnfreunde soviel Geld und Herzblut für die Rückholaktion investieren, dem sei ein Blick in die Geschichte des Nahverkehrs in Hannover empfohlen. Der TW 601 wurde, zusammen mit dem TW 600, Anfang der 70er Jahre als Prototyp für das neugeplante Stadtbahnsystem von der üstra gekauft und ausgiebig im Linienverkehr getestet. Die damals völlig neue Kombination aus Straßen- und U-Bahn war deutschlandweit einmalig und machte Hannovers Nahverkehr im ganzen Land bekannt. Dabei spielten die Prototypen eine entscheidende Rolle: Nur dank der damaligen Tests konnten die Must-Haves einer Stadtbahn erarbeitet werden, die noch heute in Form des grünen TW 6000 und seiner Nachfolger durch Hannover fahren. Denn für das neue System brauchte man eine Bahn, die sowohl an oberirdischen Bahnsteigen als auch im Tunnel halten-, und bei der jede Fahrzeug ohne Wendeschleife in beide Richtungen fahren kann.

TW 601 in Kanada

Als die ersten grünen Stadtbahnen vom Typ TW 6000, deren Verwandtschaft zum 601 bei näherem Hinsehen gut zu erkennen ist, 1975 dann in den Linienbetrieb gingen, wurden die Prototypen entbehrlich und wieder an die Hersteller zurückgegeben. Doch das Schicksal meinte es nicht gut mit den knallroten Fahrzeugen. Während der TW 600 Ende der 80er Jahre verschrottet wurde, kam der kleine 601 nach Vancouver in Kanada, wo er über 12 Jahre nicht zum Einsatz kam und vor sich hin gammelte. Erst der Museumsverein aus Edmonton, einem Ort mitten in Kanada, rettete den Wagen vor dem Verrosten und setzte ihn seit 2005 im Museumsbetrieb ein.