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Bühnen

Wiederaufnahme: Manon Lescaut

Nach zwei mehr oder weniger gescheiterten Opern-Versuchen errang Giacomo Puccini mit seiner "Manon Lescaut" einen Sensationserfolg, der ihm endlich den internationalen Durchbruch bescherte. Die fatale Liebesbeziehung zwischen dem Adeligen Des Grieux und der jungen Manon Lescaut ist im Opernhaus zu sehen.

Eine Frau im pompösen Kleid mit Schmuck in den Händen. © Jörg Landsberg

Manon Lescaut (Karine Babajanyan) liebt den Luxus.

Für seine dritte Oper stürzte sich Puccini auf einen Stoff, dessen Wahl seinem Verleger Giulio Ricordi höchst riskant erschien. Denn die 1731 publizierte "Geschichte des Chevalier Des Grieux und der Manon Lescaut" von Abbé Prévost diente schon 1884 Jules Massenet als Sujet seiner Oper "Manon", die sehr populär war. Puccini lief somit Gefahr, mit dem bereits als Opernkomponist etablierten Massenet in Konkurrenz zu treten, und Ricordi beschwor seinen Schützling deshalb, von dem Plan abzulassen. Puccini war jedoch von der Geschichte so begeistert, dass er sich schließlich durchsetzte, wobei er demonstrativ auf Distanz zu seinem Kollegen ging, dessen Werk er vorwarf, es behandle das Thema auf typisch französische Weise "mit Puder und Menuett". Puccini aber strebte nach "verzweifelter Leidenschaft"; er wollte eine italienische Manonschaffen mit glutvollen Melodien und dramatischem Furor. Der Erfolg der Uraufführung 1893 in Turin gab Puccini Recht. Mit "Manon Lescaut" gelang ihm der internationale Durchbruch, und von vielen wurde Puccini seither als Erbe des alten Verdi gefeiert.

Inhalt

Im Mittelpunkt steht die fatale Liebesbeziehung zwischen dem Adeligen Des Grieux und der jungen Manon Lescaut, die von ihrer Familie ins Kloster geschickt wird. Als Des Grieux erfährt, dass Manons Reisebegleiter, der alternde Lebemann Geronte, die Entführung des jungen Mädchens plant, kommt er diesem zuvor und brennt seinerseits mit Manon durch. Doch Manon liebt auch den Luxus, den ihr Des Grieux auf Dauer nicht bieten kann, und so kehrt sie zu Geronte zurück, allerdings ohne Des Grieux vergessen zu können. Der Zwiespalt zwischen Liebe und Reichtum wird ihr zum Verhängnis, als sie ein zweites Mal mit Des Grieux fliehen will, beim Einsammeln der Juwelen aber erwischt und als Diebin verhaftet wird. Vor ihrer Deportation nach Übersee erhält der verzweifelte Des Grieux die Einwilligung des Schiffskapitäns, Manon begleiten zu dürfen. Im fremden Land angekommen, sind die beiden Liebenden verelendet und erneut auf der Flucht durch die Wüste. Manon ist zu Tode erschöpft, und als Des Grieux kein Wasser findet, stirbt sie.

Acht Autoren

Der Versuch Puccinis, sich vom Werk Massenets deutlich abzusetzen, hatte seine Tücken. Die Umarbeitung des Romans von Prévost in ein Opernlibretto, an dem sich Puccinis Eigenständigkeit bewähren konnte, erwies sich als außerordentlich schwierig. Nicht weniger als acht Autoren zimmerten nacheinander und gleichzeitig an dem Text, unter ihnen auch Ricordi und Puccini selbst, so dass Puccini in späteren Jahren sagen konnte, das Textbuch stamme "von allen und keinem". Vermutlich erklären sich aus diesem Durcheinander auch die Brüche des Librettos, das mit Prévosts Geschichte zuweilen sehr episodisch und sprunghaft verfährt. Dennoch schlägt die emotionale Kraft von Puccinis Musik die Brücke über manche dramaturgischen Abgründe und schafft die Nähe zu den in ihren Widersprüchen verstrickten und an ihnen scheiternden Figuren.

Alte und neue Gesichter

Die Titelrolle, die zwischen Liebe und Luxus hin und hergerissene Manon Lescaut, wird wieder von der armenischen Sopranistin Karine Babajanyan interpretiert. Die international gefragte Sopranistin ist seit vergangener Spielzeit festes Ensemblemitglied der Staatsoper Hannover. Als Manons Liebespartner Renato Des Grieux ist erstmals der junge portugiesische Tenor Paulo Ferreira zu hören, der in der vergangenen Saison bereits als Cavaradossi in Puccinis "Tosca" zu erleben war. Die dritte Hauptrolle, Manons Bruder Lescaut, singt und spielt Ensemblemitglied Brian Davis.

Die musikalische Leitung der insgesamt acht Vorstellungen haben der neue erste Kapellmeister Valtteri Rauhalammi und Generalmusikdirektor Ivan Repušić inne. 

Premiere der Inszenierung war am 10. September 2016.

Termin(e): 18.10.2017 
von 19:30 bis 21:55 Uhr
21.10.2017 
von 19:30 bis 21:55 Uhr
29.10.2017 
von 18:30 bis 20:55 Uhr
04.11.2017 
von 19:30 bis 21:55 Uhr
10.11.2017 
von 19:30 bis 21:55 Uhr
24.11.2017 
von 19:30 bis 21:55 Uhr
09.01.2018 
von 19:30 bis 21:55 Uhr
12.01.2018 
von 19:30 bis 21:55 Uhr
Ort

Staatsoper Hannover

  • Opernplatz 1
  • 30159 Hannover
Preise:
Normalpreis 24,00 - 66,80 €
ermäßigt 10,80 - 50,85 €
Vorverkauf:

Produktion empfohlen ab Klasse 9.

Einlass ab eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.

Die Eintrittskarten gelten als Fahrschein im gesamten Tarifgebiet des Großraum-Verkehr Hannover (GVH).