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Jugendliche auf einem Panzer © Rafael Heygster / VGH (Quelle)

Selbst ein ausrangierter Panzer wird in die "Operation Endzeit – Rollender Stahl" integriert.

Fotoreportage "I Died 22 Times"

Der VGH-Fotopreis 2018 geht an Rafael Heygster

Krieg als Spiel: Die Fotoreportage, mit der Rafael Heygster den diesjährigen mit 10.000 Euro dotierten VGH-Fotopreis gewonnen hat, weckt beim Betrachter durchaus zwiespältige Gefühle.

Heygsters Arbeit handelt von Airsoft, einer Freizeitaktivität, die dem Spielprinzip von Paintball oder Lasertag ähnelt. Was Teilnehmer als Geländesportart bezeichnen, stößt wegen des stark militaristischen Charakters mit kriegsähnlichen Szenarien bei Außenstehenden oft auf Ablehnung und Unverständnis. Zwar geht es um scheinbar harmlose Wettkämpfe, um das Ideal, clever, stark, durchsetzungs- und teamfähig zu sein. Doch "darf" man Gefallen daran finden, mit funktionsfähigen Waffenrepliken, Tarnanzügen und kompletter Ausrüstung militärische Operationen nachzustellen und sich mit Plastikprojektilen abzuschießen, während uns täglich Bilder und Nachrichten aus realen Kriegsgebieten erreichen? Blenden Airsoft-Fans zugunsten des Spaßfaktors und eines maskulin geprägten Rollenbildes aus, was ein echter Krieg bedeutet? Fragen, die die Betrachter von "I Died 22 Times" letztlich nur für sich entscheiden können.

Hervorragend fotografiert, zwiespältig in der Wirkung

"Jedes Bild seiner Reportage ist hervorragend fotografiert – von den szenischen Reportagebildern bis hin zu den Porträts der Krieg spielenden Protagonisten. Beim Betrachter stellt sich ein Gefühl zwischen Schauder und Groteske ein", so die Meinung der Jurymitglieder, die auch in diesem Jahr von der Qualität der eingereichten Arbeiten beeindruckt waren. Mitglieder der hochkarätigen Jury waren Lars Lindemann (Bildchef / Geo), Lara Huck (Bildredaktion / DIE ZEIT), Andreas Trampe (Leiter Bildredaktion / stern), Barbara Stauss (Photo Director / mare), Tinka Dietz (Bildredaktion / Der Spiegel), Christian-Matthias Pohlert (Leiter Bildredaktion / F.A.Z.) und Rolf Nobel (ehemaliger Fotografieprofessor / Hochschule Hannover). 

Über den Preisträger

Rafael Heygster wurde 1990 in Bremen geboren und studierte seit 2010 Kulturanthropologie an der Uni Hamburg. Seit 2015 studiert er Fotojournalismus an der Hochschule Hannover. Im Jahr 2017 absolvierte er ein Praktikum als Fotograf beim Weser-Kurier und arbeitet als Assistent mit dem Fotografen-Duo Lêmrich.

Über den VGH-Fotopreis

Der VGH Fotopreis wird seit dem Jahr 2001 vergeben. Mit einem Preisgeld von 10.000 Euro zählt er bundesweit zu den höchstdotierten Auszeichnungen im Bereich Fotografie. Zuerst als landesweiter Wettbewerb für Laien- und Profifotografen konzipiert, schreibt die VGH den Preis seit 2008 ausschließlich unter den Studierenden des Studiengangs Fotojournalismus und Dokumentarfotografie der HsH aus. Mit dieser exklusiven Förderung unterstützt die VGH eine Talentschmiede, die zu den führenden
Ausbildungsstätten für Fotografen in Europa zählt.

Preisverleihung 2018

Die Preisverleihung findet am Donnerstag, 15. November, um 18 Uhr in der VGH galerie, Schiffgraben 4 (Eingang Warmbüchenkamp), 30159 Hannover statt.

(Veröffentlicht am 25. Oktober 2018)