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Stipendium

Kurzfilmregisseure ziehen in die Villa Minimo

Die Stiftung Kulturregion Hannover und die nordmedia – Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen vergeben ihr Kurzfilmstipendium "cast&cut" 2019 an Jonas Riemer und Dolunay Gördüm. Für jeweils ein halbes Jahr sind die beiden Filmemacher in Hannover zu Gast und drehen einen Kurzfilm in der Region.

Ein monatlicher Geldbetrag, ein Produktionskostenzuschuss in Höhe von 15.000 Euro und Sponsorenleistungen gestalten das halbjährige "cast&cut"-Stipendium attraktiv. Ein Wohnungsunternehmen stellt außerdem ein möbliertes Appartement in der Villa Minimo zur Verfügung. Die diesjährigen Stipendiaten sind:

Jonas Riemer

Geboren 1990 in Luckenwalde, begann Jonas Riemer bereits mit 12 Jahren Filme zu drehen. Er durchlief eine Ausbildung als Gestaltungstechnischer Assistent an der Medienschule Babelsberg und studierte bis 2017 Animation an der Filmuniversität Babelsberg. Er arbeitet als Animator, VXF Supervisor und Regisseur. Von Januar bis Juni 2019 wird Jonas Riemer in der Stipendienstätte Villa Minimo in Hannover-List leben und hier den Dreh eines animierten Kurzfilms vorbereiten. Sein Film "Der übers Meer kam" (AT) beschäftigt sich mit der wahren Geschichte eines Mannes, der einst in einem Schlauchboot über die deutsch-deutsche Grenze floh, heute jedoch die AfD wählt.

Dolunay Gördüm

Der Stipendiat ist 1985 in Mayen geboren und in Izmir (Türkei) aufgewachsen. Seit 2002 lebt er wieder in Deutschland. Am Berufskolleg Rheinbach durchlief er eine Ausbildung zum Gestaltungstechnischen Assistenten für Grafik. Bis 2017 studierte er an der Kunsthochschule für Medien Köln mit dem Schwerpunkt Buch und Regie. Seit 2017 ist Dolunay Gördüm freier Filmemacher im Bereich Film und Theater. In seiner Stipendienzeit von Juli bis Dezember 2019 möchte der Regisseur in Hannover an dem Kurzspielfilm "Ein echt deutscher Ausflug" (AT) arbeiten. In der Komödie geht es um kulturelle Identität. Der achtjährige Ilkay lebt in der Türkei. Als er seinen deutschen Opa besucht, versucht dieser ihn zu "zivilisieren", indem er einen echt deutschen Ausflug mit ihm unternimmt.

Hintergrund

Das in Deutschland einzigartige Kurzfilm-Stipendium wird seit 2003 erfolgreich vergeben. Bislang waren 33 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus ganz Deutschland in Hannover und haben in der Region ihren "cast&cut"-Kurzfilm gedreht. Neben Kurzspielfilmen entstanden hier auch Dokumentationen und experimentelle Kurzfilme. Viele "cast&cut"-Filme wurden auf internationalen Festivals (unter anderem Cannes, Clermont-Ferrand, Oberhausen) gezeigt, einige erhielten namhafte Preise wie den Preis der deutschen Filmkritik oder auch den Deutschen Kurzfilmpreis in Gold.

(Veröffentlicht am 9. Januar 2019)