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Tierischer Valentinstag

Turtelnde Seepferdchen im Sea Life

Im Sea Life Hannover beziehen die Seepferdchen ein neues Becken – und können dort ab sofort von Besuchern beim Turteln beobachtet werden. Seepferdchen sagt man nach, dass sie ihrem Partner ihr Leben lang die Treue halten – Studien bringen diese romantische Vorstellung allerdings ins Wanken. Wie viel Valentinstag-Romantik ist bei den Seepferdchen wirklich im Spiel?

Zwei Seepferdchen unter Wasser © SEA LIFE Hannover

Leben Seepferdchen tatsächlich monogam?

Ein sonderbarer Fisch: das Seepferdchen

Sie sind die einzigen Pferde, die zu der Familie der Fische gehören: Die Hippocampus, die nach dem mythologischen Meeresungeheuer Hippokamp benannt wurden. Ihr Aussehen erinnert an das von Pferden. Mit ihrem langen Schwanz können sich die Tiere an Seegras oder am Paarungspartner festhalten.

Und – das ist etwas Einzigartiges in der Tierwelt: Die Männchen bekommen die Babys. Die Weibchen legen dafür ihre Eier in die Brusttasche des Männchens. Nach 10 bis 21 Tagen werden die Jungen schließlich von dem Männchen geboren. Das Männchen klammert sich dabei mit seinen Greifschwanz an eine Wasserpflanze, krümmt sich und pumpt dabei die Jungen schubweise raus. Je nach Art können dabei zwischen 50 bis zu 1600 Jungfische zur Welt kommen. Die Jungen schwimmen sogleich an die Wasseroberfläche, um ihre Schwimmblase mit Luft zu füllen. Sie sind nun völlig auf sich allein gestellt. Nach etwa sieben bis zehn Monaten sind die überlebenden Seepferdchen dann erwachsen.

Sind Seepferdchen wirklich treu und monogam?

Den Seepferdchen-Pärchen wird unterstellt, ein Leben lang zusammen zu bleiben und sogar nach dem Tod des Partners wochenlang zu trauern. Vor Jahren untersuchte das Sea Life in Oberhausen das Verhalten der Tiere und stellte fest: So monogam sind die Tiere gar nicht. Sogar gleichgeschlechtliche Partner wurden bei der Paarungssuche ins Visier genommen. Diplom-Biologin Heike Zinke erklärt das evolutionär-ausgeklügelte Verhalten: "Untreues Verhalten unter Tieren klingt für uns Menschen vielleicht erst mal unromantisch, aber mit einer höheren Anzahl an Sexualpartnern sorgen die Tiere auch für eine größere genetische Vielfalt. Zudem ist nicht geklärt, ob Seepferdchen in freier Natur nicht doch ein eher monogames Leben führen, da sie im offenen Meer nur selten auf andere Seepferdchen Partner treffen." Vielleicht gibt es also noch die wahre Liebe im offenen Meer – wenn auch nur ungewollt.

(Veröffentlicht am 13. Februar 2019)