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Computergrafik eines Busses von außen © GVH (Quelle)

Elektrobus von Solaris (Grafik)

Test beginnt 2016

Hannover: So sehen die neuen Elektrobusse aus

Ab Anfang nächsten Jahres testet die üstra drei Elektrobusse im Linienbetrieb. Das Design der neuen Busse haben die hannoversche Verkehrsbetriebe am 29. Mai in Hannover der Öffentlichkeit präsentiert.

Der Flottenversuch wird auf den Buslinien 100/200 unternommen, die als repräsentative Ringlinien durch die gesamte Innenstadt Hannovers, vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten, führen. Es sollen dabei Erkenntnisse gewonnen werden, wie ein wirtschaftlich und ökonomisch sinnvoller Beitrag zur Minderung der verkehrsbedingten Treibhausgas-Emissionen durch die Elektrifizierung des Busverkehrs erfolgen kann.

Optimale Einsatzbedingungen auf der Ringlinie 100/200

Die Linie 100/200 verfügt aufgrund der Ringführung über nur einen Endpunkt. Die drei im Pilotversuch vorgesehenen Elektrobusse im Linieneinsatz werden am Endpunkt August-Holweg-Platz mit Strom aus der Oberleitung der Stadtbahn nachgeladen. Beide Linien verfügen durch die kurzen Haltestellenabstände und eine Linienführung durch das Stadtzentrum von Hannover über optimale Einsatzbedingungen für einen Versuch mit Elektrobussen. Die Linien werden tagsüber im 10-Minuten-Takt mit 12 Meter Solobussen bedient. Die Gesamtlänge der Linie 100/200 beträgt 16 km mit insgesamt 42 Haltestellen und einer Gesamtfahrzeit von 53 Minuten. Täglich nutzen ca. 17.500 Fahrgäste diese Linie.

Konzept der Stromversorgung

Die Elektrobusse werden mit CO2 freiem Strom aus dem Fahrleitungsnetz der Stadtbahnen versorgt. Durch die Fahrleitung der Stadtbahnen steht der Nachladeinfrastruktur eine hohe Energiemenge zur Verfügung, die eine Schnellladung der Elektrobusse möglich macht. Dadurch wird einerseits der Wirkungsgrad bei der Bremsstromrückspeisung der Stadtbahnen erhöht, andererseits müssen aber die Spannungsschwankungen in der Oberleitung der Stadtbahn bei der Leistungselektronik der Ladestation berücksichtigt werden.

Stationäre Stromspeicher verzichtbar

Die Busse sollen im Depot über Nacht vorgeladen und am Endpunkt der Linie 100/200 (August-Holweg-Platz) nachgeladen werden. Aufgrund der systemischen Vorteile wird am August-Holweg-Platz ein konduktives Nachladesystem über einen Pantographen installiert. Das Laden im Depot ist mit Ladesäulen und Steckverbindung geplant. Durch die konsequente Nutzung des Stroms aus dem Stadtbahnnetz benötigt der Betrieb mit Elektrobussen keine eigenen Unterwerke. Da Elektrobusse mobile Energiespeicher darstellen, könnten an den Stadtbahnendpunkten künftig auf den Bau von stationären Stromspeichern verzichtet werden.

Ziele des Pilotversuchs

Der Pilotversuch hat für die Region Hannover eine hohe Bedeutung, weil damit im Busliniennetz der üstra in Verbindung mit der Stromversorgung der Stadtbahn ganz konkret erprobt werden kann, ob die im Verkehrsentwicklungsplan ProKlima definierten ehrgeizigen Umweltziele der Region zur CO2-Minderung aber auch zur Vermeidung der die Gesundheit gefährdenden Emissionen wie Lärm und Feinstaub mit dieser neuen Technologie erreicht werden können. Ein weiterer wichtiger Punkt des Projektes ist eine Analyse der Übertragbarkeit der Ergebnisse aus dem Pilotversuch auf das gesamte Busliniennetz der üstra. Insbesondere muss geklärt werden, wie viele Nachladepunkte erforderlich sind und welche Auswirkungen das auf die Dimensionierung der Stromversorgung der Stadtbahn hat.

Europaweite Ausschreibung

Im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung wurde der Auftrag für das Gesamtsystem – Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur – an Solaris vergeben. Durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Betreiber und Hersteller wird die Markt- und Serienreife der Elektrobustechnologie vorangetrieben. Die Hersteller sollen in die Lage versetzt werden, in Zukunft zuverlässige Elektrofahrzeuge zu marktfähigen Preisen anzubieten, die auf die Bedürfnisse der Betreiber abgestimmt sind. Um eine schnelle Markt- und Serienreife zu erreichen, wird das Projekt in Hannover mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert.

(Veröffentlicht am 29. Mai 2015)