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Taschendiebe haben Saison

Wertsachen im Blick behalten

Wenn vom 11. bis 14. Januar die Domotex auf dem Messegelände internationale Gäste der Teppichbranche empfängt, haben leider auch Langfinger Saison. Die Gefahr lauert nicht nur auf dem Messegelände – auch in Stadtbahnen ist erhöhte Vorsicht geboten. Die Polizei gibt nützliche Tipps für alle, die ihre Wertsachen lieber behalten möchten.

Hand zieht Geldbörse aus Jackentasche. © hannover.de

Taschendiebe arbeiten gern in großem Gedränge.

Vorsicht vor Taschendieben

Wenn viele Gäste in der Stadt sind, ist es umso voller in Stadtbahnen, in der Innenstadt und natürlich auf dem Messegelände. Das Getümmel lockt immer wieder Kriminelle an, die es auf Geldbörsen und Mobilgeräte abgesehen haben. Aber auch vor ganzen Gepäckstücken machen Diebe nicht halt.

Tipps der Polizei

  • Tragen Sie Ihre Wertsachen immer körpernah!
  • Halten Sie Ihre Taschen stets verschlossen!
  • Lassen Sie Wertsachen niemals unbeaufsichtigt!
  • Haben Sie fortwährend direkten Zugriff auf Ihre mitgeführten Koffer und Taschen!
  • Bewahren Sie keine elektronischen Geräte und Wertsachen in Ihrem Pkw auf! Messe- und Hotelparkplätze werden gezielt durch Diebe aufgesucht.

Tricks der Taschendiebe

Meist sind professionell organisierte Banden unterwegs. In der Regel gehen Taschendiebe in Teams von mehreren Tätern arbeitsteilig vor. Dabei nutzen sie Tricks oder schlagen nach einem selbst verursachten Gedränge zu.

Auf Seiten der Opfer sind überwiegend Frauen betroffen. Das Repertoire der Taschendiebe ist äußerst umfangreich, fast täglich werden neue Finessen bekannt. Die Polizei erklärt die unterschiedlichen Maschen der Langfinger.

Die unterschiedlichen Maschen der Langfinger und Tipps, um sich generell vor Taschendiebstählen zu schützen

  • Der Rempel-Trick: Das Opfer wird im Gedränge angerempelt oder "in die Zange" genommen; beim Einsteigen stolpert der Vordermann, er bückt sich oder bleibt plötzlich stehen. Während das Opfer aufläuft und abgelenkt ist, greift ein Komplize in die Tasche.
  • Der Drängel-Trick: In vollen Bussen oder Bahnen rückt ein Dieb unangenehm dicht an das Opfer heran, das ihm den Rücken zuwendet und so die Tasche "griffbereit" anbietet.
  • Der Stadtplan-Trick: Fremde fragen das Opfer nach dem Weg und halten ihm einen Stadtplan vor oder bitten es - etwa auf Bahnhöfen - an einen ausgehängten Plan. Während sich das Opfer orientiert und abgelenkt ist, plündern andere Täter die Hand- oder Umhängetasche.
  • Der Geldwechsel-Trick: Fremde bitten das Opfer, eine Münze zu wechseln. Wenn das Opfer die Geldbörse zieht und das Münzfach öffnet, wird es vom Täter abgelenkt. Während dieser beispielsweise seine Münze in die Börse wirft, nimmt er Banknoten heraus.
  • Der Beschmutzer-Trick: Insbesondere nach einem Bankbesuch wird das Opfer "versehentlich" mit Ketchup, Eis oder einer Flüssigkeit bekleckert. Beim wortreichen Reinigungsversuch verschwindet das gerade abgehobene Geld aus der Bekleidungstasche.
  • Der Supermarkt-Trick: Im Supermarkt fragen Fremde das Opfer nach einer bestimmten Ware. Während es danach sucht, wird die Tasche am Einkaufswagen ausgeräumt.
  • Der Hochhebe-Trick: In einer Gaststätte behauptet jemand, das Gewicht des Opfers schätzen zu können. Beim Hochheben "zieht" er oder ein Komplize die Geldbörse.
  • Der Bettel-Trick: Kinder halten dem Opfer im Lokal ein Blatt Papier vor mit der Bitte um eine Spende. Oder sie tollen auf der Straße um das Opfer herum und betteln es an. Dabei nutzt einer die Ablenkung für den raschen Griff nach der Geldbörse oder in die Handtasche.
  • Der Blumen-Trick: Ein Fremder begrüßt das Opfer freundschaftlich, umarmt es oder steckt ihm eine Blume an. Während das Opfer verdutzt ist, verschwindet die Brieftasche.
  • Der Taschenträger-Trick: "Taschenträger" oder "-trägerinnen" spähen ältere Frauen beim Einkaufen aus und bieten ihnen scheinbar hilfsbereit an, den Einkauf nach Hause zu tragen. Dort eilen sie mit der Tasche die Treppe hinauf, während der ältere Mensch nicht so schnell hinterherkommt. Unterwegs nehmen sie die Geldbörse heraus, stellen die Tasche vor die Tür und kommen dem Opfer grüßend entgegen. Der Verlust wird erst später bemerkt.

Bei Verlust von Kredit- oder EC-Karten

  • Wenn es doch zum Diebstahl gekommen ist und die Zahlungskarte entwendet wurde, diese sofort mit dem Sperrnotruf 116 116 sperren lassen. Wenn sich die betroffene Bank diesem Notruf nicht angeschlossen hat, sich direkt an das Kreditinstitut wenden.
  • Damit eine Debitkarte (z.B. girocard, früher EC-Karte) auch für das elektronische Lastschriftverfahren gesperrt werden kann, für das lediglich eine Unterschrift benötigt wird, muss der Verlust bei der Polizei gemeldet werden. Erst dann wird die Karte beim Bezahlen in Geschäften auch im Lastschriftverfahren abgelehnt.

Keine Taschen unbeaufsichtigt stehen lassen

Die Polizei bittet darum, keine Taschen, Rucksäcke oder Ähnliches unbeaufsichtigt stehen zu lassen. Das könnte als potentielle Gefahr betrachtet werden und unnötige polizeiliche Maßnahmen nach sich ziehen. 

(Veröffentlicht am 10.01.2019)