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Fake News

Original + Fälschung + Kopie + ... Bis zum 30. Dezember widmet sich das Sprengel Museum in einer neuen Ausstellung den als Fälschung eingestuften Werken verschiedener Künstler.  

Nicht zuletzt seit dem Fall um Wolfgang Beltracchi sind die Hüterinnen und Hüter der Kunstsammlungen in Deutschland erneut alarmiert: Nahezu jede Sammlung enthält Werke, die aus
verschiedenen Gründen gefälscht, kopiert, neu gegossen oder neu abgezogen wurden. Die medienwirksamen Fälle sind dabei jedoch die kunsthistorisch am wenigsten interessanten.  Dies zeigen auch die Beispiele aus dem Sprengel Museum Hannover.

Fälschende Künstler

Verschiedene Werke, von prominenten Urhebern wie Giorgio de Chirico, Alberto Giacometti, Oskar Kokoschka, Max Beckmann und Wols, die nach bisheriger Einschätzung als Repliken, Fälschungen und Kopien zu bezeichnen sind, werden im dritten, kabinettartigen Saal des Erweiterungsbaus präsentiert. Zusammen mit diesen Werken werden auch einige Originale der Künstler als Vergleichsbeispiele gezeigt. Zu jedem "Fall" wird in einer begleitenden Broschüre der aktuelle Forschungsstand dargelegt, der über Jahrzehnte durch den Austausch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, das Erstellen von Werkverzeichnissen und Provenienzrecherchen entstanden ist. Auch Diskussionen um vermeintliche Fälschungsfälle, deren Ende noch offen ist, werden vorgestellt.

Präsentation bietet Einblicke in die Museumsarbeit

Darüber hinaus betonen drei Werke des von Dirk Dietrich Hennig (geb. 1967) erfundenen Schwitters-Fälschers C.G. Rudolf (1912-2012) und die damit verbundene Diskussion des Originalbegriffs, die verstärkt seit den Sechzigerjahren und erneut mit der Appropriation Art der Achtzigerjahre geführt wurde, die konzeptuelle Reflexion der Präsentation. Das Sprengel Museum Hannover strebt mit dieser Sammlungspräsentation eine weitere Öffnung und Transparenz der Arbeit der Institution an – nicht nur die klassische Präsentation und das Sammeln und Bewahren, sondern auch die Offenlegung der wissenschaftlichen Strategie des Museums gehören zu dessen Aktivitäten.

Ein neuer Blick auf vermeintlich Bekanntes

Nach der Eröffnung des Sammlungsraums mit dem Titel "SKULPTUREN Sehen Zeichnen Entdecken" im Erweiterungsbau, in dem Besucherinnen und Besucher eingeladen sind, mit Papier und Bleistift Skulpturen des 20. Jahrhunderts zeichnerisch zu entdecken und aktiv mit der Sammlung zu interagieren, regen die "FAKE NEWS" an, andere Blicke auf die Originale zu werfen. 

Weitere Informationen und Zusatzmaterial

Es erscheint ein Begleitheft (deutsch und englisch mit Texten von Annette Baumann, Patricia Hartmann und Carina Plath. Vorträge und Gespräche werden die Präsentation und ihre Diskussion ergänzen.

Termin(e): 20.02.2018 bis 25.12.2018
dienstags 
von 10:00 bis 20:00 Uhr
21.02.2018 bis 30.12.2018
mittwochs  donnerstags  freitags  samstags  sonntags 
von 10:00 bis 18:00 Uhr
02.04.2018 
von 10:00 bis 18:00 Uhr
Ort

Sprengel Museum Hannover

  • Kurt-Schwitters-Platz
  • 30169 Hannover
Die Veranstaltung findet nicht statt am: 30.03.2018
Preise:
Sammlung des Museums und Sonderausstellungen 7 Euro
SchülerInnen (ab 13 Jahre), Auszubildende, Studierende, Wehr-/Ersatzdienstleistende, Arbeitslose, Senioren (ab 65 Jahren) 4 Euro
Gruppen ab zehn Personen 5 Euro, ermäßigt 3,50 €
Kinder (bis 12 Jahre) frei
Schulklassen frei

Kuratorin: Dr. Carina Plath
Kuratorische Assistenz: Patricia Hartmann