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Tierärztliche Hochschule

Nutztierhaltung: Einsatz von Antibiotika reduzieren

In einem neuen Forschungsprojekt wollen Wissenschaftler der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) den Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung und die damit einhergehende bakterielle Resistenzbildung reduzieren.

Vier Männer und eine Frau. © M. Leirer, TiHo

Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, überreichte die Bewilligungsbescheide für das Projekt (v.l.n.r.: Professor Dr. Stefan Schwarz (FLI), Professor Dr. Lothar Kreienbrock (TiHo), Dr. Heinrich Wilkes und Dr. Rolf Nathaus (beide vom Vet-Team Reken))

Weniger ist mehr! In dem Forschungsprojekt "Verringerung des Einsatzes von Antibiotika in der Schweinehaltung durch Integration epidemiologischer Informationen aus klinischer, hygienischer, mikrobiologischer und pharmakologischer tierärztlicher Beratung", kurz VASIB, arbeiten Wissenschaftler TiHo gemeinsam mit Tierärzten der Gemeinschaftspraxis Vet-Team Reken sowie dem Institut für Nutztiergenetik des Friedrich-Loeffler-Instituts zusammen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fördert dieses Projekt für drei Jahre.

Einsatz von Antibiotika minimieren

Ziel ist es, den Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung und die damit einhergehende bakterielle Resistenzbildung zu reduzieren. "Wir möchten den Antibiotikaeinsatz durch gezielte diagnostische Maßnahmen, Optimierung der Behandlungsstrategie sowie durch umfassende Managementberatungen der Landwirte minimieren", so Professor Dr. Lothar Kreienbrock, Leiter des Instituts für Biometrie, Epidemiologie und Informationsverarbeitung der TiHo und Projektleiter von VASIB.

Zielgruppe: Schweine mit Atemwegserkrankungen

Für das Projekt wählen die Forscher schweinehaltende Betriebe aus, deren Tiere Probleme mit Atemwegserkrankungen haben. Im Verlauf des Projekts besuchen die Projektpartner diese Betriebe regelmäßig und beurteilen den klinischen und hygienischen Zustand der Schweine. Zudem nehmen sie verschiedene Proben, wie zum Beispiel Blut-, Wasser- und Staubproben. Anschließend untersuchen sie die Proben auf bakterielle Resistenzen und erstellen Resistenzprofile. Auf Grundlage dieser Ergebnisse bewerten sie den Antibiotikaeinsatz der einzelnen Betriebe. Außerdem betrachten die Wissenschaftler die Resistenzentwicklung bakterieller Atemwegserreger der untersuchten Schweine in Abhängigkeit vom Antibiotikaeinsatz in den Betrieben.

Verringerung der Resistenzentwicklung

Sämtliche Informationen werden in einer Datenbank gesammelt. Diese sollen behandelnden Tierärzten als evidenzbasierte Entscheidungshilfe dienen. "Mithilfe dieser Analysen und durch die umfassende Beratung der Landwirte soll die tierärztliche Betreuung verbessert und der Antibiotikaeinsatz reduziert werden. Damit leisten die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Projekts einen aktiven Beitrag zur Verringerung der Resistenzentwicklung in der Nutztierhaltung", erklärte Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, bei der Überreichung des Bewilligungsbescheides.

(Veröffentlicht: 13. Oktober 2015)