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Mensen des Studentenwerks

Wie schmeckt das Zweinutzungshuhn?

In den Mensen des Studentenwerks Hannover stehen an Donnerstagen im Januar und im Februar halbe Hähnchen auf dem Speiseplan, die Teil eines Projektes der Tierärztlichen Hochschule sind, in dem Wissenschaftler ein neues Konzept für die Geflügelhaltung untersuchen.

Die Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) und das Studentenwerk kooperieren in diesem Projekt mit dem Ziel, die Akzeptanz des Zweinutzungshuhns auf dem Markt zu testen. Bei der Sonderaktion werden abwechselnd die Zweinutzungshähnchen und Hähnchen einer Vergleichslinie als halbe Brathähnchen in allen Mensen verkauft. Die Aktion startet am 21. Januar und wird wissenschaftlich mit einer Gästebefragung begleitet. Weitere Termine an denen die Zweinutzungshühner probiert werden können sind der 28. Januar und der 4. Februar.

Das Projekt "Zweitnutzungshuhn"

"Um Eier und Fleisch zu einem möglichst günstigen Preis anbieten zu können, werden Hühner bislang für einen bestimmten Zweck gezüchtet: Ziel ist, dass sie entweder besonders viele Eier legen oder besonders viel Fleisch ansetzen", erklärt TiHo-Präsident Dr. Gerhard Greif. Bei Hühnern, die für die Eiererzeugung gezüchtet wurden, haben die männlichen Tiere keinen direkten Nutzen für den Verbraucher, da sie weder Eier legen können noch ausreichend Fleisch ansetzen. Darum werden sie kurz nach dem Schlupf getötet und als Tierfutter eingesetzt. Gesunde, lebensfähige Tiere bereits als Küken zu töten, weil sie keine entsprechenden Leistungen bringen, ist heute aus Verbrauchersicht nicht mehr akzeptabel. Eine Lösung könnte das sogenannte Zweinutzungshuhn sein: Die Hennen legen bei einem vertretbaren Futteraufwand noch viele Eier und gleichzeitig können die Hähne als "Hähnchen" vermarktet werden, sodass sie nicht als Eintagsküken getötet werden müssen.

Forschungsverbundprojekt untersucht Eignung für die Ei- und Fleischerzeugung

In einem großen Forschungsverbundprojekt untersuchen TiHo-Forscher gemeinsam mit Wissenschaftlern anderer Forschungseinrichtungen, ob sich dieses Zweinutzungshuhn für die Ei- und Fleischerzeugung eignet. Dafür vergleichen sie auf dem Lehr- und Forschungsgut der TiHo in Ruthe bei Sarstedt das sogenannte Zweinutzungshuhn mit einer anderen Hühnerlinie. Sie prüfen im Laufe des Projektes verschiedene Gesundheitsaspekte bei den Tieren, eine attraktivere Stallstrukturierung, den Einfluss von Beschäftigungsmaterial auf das Tierverhalten oder die Akzeptanz beim Verbraucher. Zusätzlich zum Verzicht auf das Töten der männlichen Küken sollen auch die Schnäbel der Hennen nicht mehr gekürzt werden, weil die Wissenschaftler davon ausgehen, dass die ruhigeren Zweinutzungshühner sich gegenseitig weniger bepicken und Verletzungen zufügen. Das Projekt wird mit 1,8 Millionen Euro vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert.

(Veröffentlicht: 21. Januar 2016)