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Jahresbilanz 2017

Üstra fährt hohen Verlust ein

Die Üstra hat in 2017 einen Verlust von rund 31,7 Millionen Euro erwirtschaftet. Gegenüber dem Vorjahr hat sich damit das Ergebnis um 16,5 Millionen Euro verschlechtert. Dies gab der Vorstand der Üstra auf seiner Bilanzpressekonferenz am 27. April in Hannover bekannt. 

Stadtbahn hält an Hochbahnsteig. © üstra / Florian Arp

Der TW 3000

Die Hauptgründe dafür sind der Wegfall der Ausgleichszahlungen für Schülerverkehre in Höhe von 8,2 Millionen Euro sowie die Steigerung der Aufwendungen für das Personal in Höhe von 12,2 Millionen Euro unter anderem durch die Tariferhöhung von durchschnittlich 2,35 Prozent zum 1. Februar 2017. Nach dem Fahrgastrekord in 2016 (176 Millionen) sind die Fahrgastzahlen in 2017 um 1,1 Millionen geringfügig zurückgegangen.

Hohe Investitionen erforderlich

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats Ulf-Birger Franz bezeichnete 2017 als ein insgesamt schwieriges Jahr für das hannoversche Verkehrsunternehmen. Er verwies auf die Feststellung diverser Vergabeverstöße unter anderem bei der Kampagne "Üstra rockt" und mangelnder Compliance im Rahmen einer Sonderprüfung sowie die Rücknahme des Zuwendungsbescheids für elf Hybridbusse in Höhe von 1,85 Millionen Euro. Dies alles hatte Ende 2017 einen Neuanfang im Vorstand erforderlich gemacht, der zu Beginn dieses Jahres auf die Versäumnisse umgehend mit einer Reihe von Sofortmaßnahmen reagiert hat. "Unser erstes Ziel war es, Verstöße gegen Vergaberecht und Compliance künftig so weit wie möglich auszuschließen, um den Mitarbeitern wieder die notwendige Sicherheit für ihre Arbeit zu geben", erklärte dazu Dr. Klöppner, seit Dezember 2017 Vorstandsvorsitzender der Üstra. Er wies darauf hin, dass aufgrund notwendiger hoher Investitionen auch in den kommenden Jahren keine Ergebnisverbesserungen zu erwarten sind. Die Üstra muss in den kommenden fünf Jahren rund 360 Millionen Euro investieren. Als Schwerpunkte nannte Dr. Klöppner die Beschaffung neuer Stadtbahnen, die Umstellung der gesamten Busflotte im Innenstadtbereich auf Elektromobilität sowie die Sanierung weiterer Liegenschaften. "Mit dieser Zukunftsoffensive investieren wir in den hannoverschen Nahverkehr, dessen Bedeutung für die Luftreinhaltung in Hannover enorm zunehmen wird", so Dr. Klöppner. Der Vorstandsvorsitzende wies darauf hin, dass durch den Einsatz von Elektrobussen auf den sechs Innenstadtlinien jährlich ca. 3.813 Tonnen CO2, 5,7 Tonnen Stickoxide und 0,14 Tonnen Feinstaub  eingespart werden.

Kundenoffensive angekündigt

Dr. Klöppner kündigte gleichzeitig eine Kundenoffensive für die Mobilität der Zukunft an. Dazu sollen neben verbesserter Fahrgastinformation und Fahrgastfernsehen auch WLAN gehören, der Ausbau der Online-Angebote und neue Angebote zur kombinierten Mobilität. "Nur ein digital zugänglicher Nahverkehr, der sich intelligent mit ergänzenden Verkehrsangeboten vernetzt, ist fit für die Zukunft", sagte der Vorstandsvorsitzende. Um alle Ziele zu erreichen, werde bis 2022 eine Neukreditaufnahme von ca. 80 Millionen Euro erforderlich sein, betonte Dr. Klöppner. Er wies darauf hin, dass in den ersten 3 Monaten 2018 das Ergebnis gegenüber der Planung um 2,7 Millionen Euro verbessert werden konnte. Dr. Klöppner und Denise Hain, im Vorstand zuständig für Personal und Betrieb, dankten gemeinsam mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Ulf-Birger Franz den Mitarbeitern der Üstra für ihre großes Engagement in 2017. "Gerade in den vergangenen Monaten hat die Üstra bewiesen, dass sie lernfähig ist und mit Kritik umgehen kann", so Dr. Klöppner: "Gemeinsam mit dem Aufsichtsrat wird der neue Vorstand alles Notwendige tun, um Hannovers 125 Jahre altes Verkehrsunternehmen auf Kurs in Richtung Zukunft zu bringen."

(Veröfftenlicht am 27. April 2018)