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Wärmeliefervertrag unterzeichnet

Hannover: Fernwärme aus Müllverbrennung

Bis zum Jahr 2035 will Enercity die Hälfte der Fernwärme in Hannover aus erneuerbarer Energie gewinnen. Die Abwärmenutzung aus der thermischen Abfallverwertungsanlage der EEW Energy from Waste Hannover GmbH (EEW) in Lahe soll einen zentralen Beitrag dazu leisten.

Bauarbeiter neben einen mehrere Meter langem Rohr © enercity (Quelle)

Mitte 2018 soll der Bau der Wärmeleitung beginnen.

Einen Wärmeliefervertrag über eine Laufzeit von 20 Jahren mit der Option auf eine zeitliche befristete Verlängerung haben die beiden Unternehmen im Januar 2018 unterzeichnet. In das Projekt werden Enercity und EEW mehrere Millionen Euro investieren.

Anschluss zur Heizperiode 2019/20 geplant

Mit dem Anschluss der Anlage ans Fernwärmenetz, geplant zur Heizperiode 2019/20, wächst die für Hannover auf Basis erneuerbarer Energien gewonnene Wärmemenge auf bis zu 300 GWh pro Jahr an. Die Wärmeleistung der EEW-Anlage von bis zu 50 MW liefert auch einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit Hannovers mit Fernwärme. In der Spitze trägt die aus der thermischen Abfallverwertung gewonnene Energie damit zu einem Viertel des jährlichen Fernwärmeabsatzes von insgesamt 1.200 GWh/a bei. Die Fernwärme aus der Müllverbrennungsanlage verdrängt den Einsatz von Kohlekraft und erzielt damit jährliche eine CO2-Einsparung von bis zu 45.000 Tonnen. 

CO2-neutrale Wärmelieferung 

Die Wärmeauskopplung aus der thermischen Abfallverwertungsanlage entspricht nach Angaben von Enercity den Anforderungen des EEWärmeG (Gesetz zur Förderung Erneuerbarer Energien im Wärmebereich), weil die durch effiziente Kraft-Wärme-Kopplung gewonnene Wärme zur Hälfte auf organischen Brennstoffanteilen beruht. Insgesamt ist sie CO2-neutral, da der Abfall von Gütern stammt, deren CO2- Bilanz bereits während der Produktion erfolgt. Neben dem Ausbau der "Grünen Fernwärme" erhöht sich durch die Einbindung von Fernwärme der EEW Hannover die Versorgungssicherheit, da die bisher mehr im Osten liegenden Erzeugungsanlagen um einen starken westlichen Standort ergänzt werden.

Leitungsbau startet Mitte 2018

Der zur Einbindung erforderliche Bau einer 4 bis 5 Kilometer langen Fernwärmeleitung startet ab etwa Mitte 2018, sobald das Genehmigungsverfahren zum Trassenverlauf abgeschlossen ist. Diese leistungsstarke Anschlussleitung ermöglicht die Ansprache weiterer Kunden entlang der Trasse.

(Veröffentlicht am 9. Januar 2018)