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Leibniz Universität

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

Das EU-Projekt "ESMERALDA" zielt auf Umsetzung der EU-Biodiversitätsstrategie ab. Die Koordination des gesamten Projektes haben Wissenschaftler der Leibniz Universität durchgeführt.

Das fragile Gleichgewicht der Natur zu stärken und so die biologische Vielfalt zu erhalten: Das ist das Ziel der Biodiversitätsstrategie, die die Europäische Union (EU) im Jahr 2011 beschlossen hat. Dass dies mit ganz einfachen Methoden gelingen könnte, zeigt das Forschungsprojekt ESMERALDA, das nun abgeschlossen worden ist und über die Dauer von 3,5 Jahren mit insgesamt drei Millionen Euro von der EU finanziert wurde.

Projektkoordination bei der Leibniz Universität

Die Koordination des gesamten Projektes lag bei Prof. Dr. Benjamin Burkhard vom Institut für Physische Geographie und Landschaftsökologie (PhyGeo) der Leibniz Universität Hannover. Das Akronym ESMERALDA steht dabei für Enhancing ecoSysteM sERvices mApping for poLicy and Decision mAking. An dem Vorhaben waren sämtliche 28 EU-Länder sowie die Schweiz, Norwegen und Israel beteiligt.

Erfassung und Bewertung von Ökosystemen und ihren Leistungen

Die Umsetzung der Biodiversitätsstrategie soll in insgesamt sechs Einzelschritten erfolgen. Ein Kernpunkt der Strategie ist die Tatsache, dass Biodiversität und gesunde Ökosysteme die Basis für das menschliche Wohlergehen, aber auch für die Wirtschaft bilden. Die EU hat daher ihre Mitgliedsstaaten aufgefordert, insbesondere die Nachhaltigkeit zu fördern und die vielfältigen Nutzungen der Natur, wie zum Beispiel Land- und Forstwirtschaft, entsprechend auszurichten. Kernpunkte der Biodiversitätsstrategie sind daher die Erfassung und Bewertung von Ökosystemen und ihren Leistungen.

Methodik zur Kartierung und Bewertung von Ökosystemleistungen

Genau an diesem Punkt hat ESMERALDA angesetzt. Ziel des Projektes war es, eine flexible Methodik zur Kartierung und Bewertung von Ökosystemleistungen als Bausteine für paneuropäische und regionale Bewertungen zu entwickeln. Ökosystemkarten zeigen Nutzungsrisiken, aber auch Potenziale der unterschiedlichen Regionen, beispielsweise wird erfasst, ob die Gegend wasserreich ist, ob es einen Baumbestand gibt oder welche Beschaffenheit der Boden hat. Die Arbeiten am PhyGeo erheben dafür ein einfaches Prinzip zur Methode: vorhandene Potentiale erkennen, nachhaltig nutzen und erhalten.

Ökosysteme erhalten oder wiederherzustellen

Um Ökosysteme zu erhalten oder auch wiederherzustellen, wurden diese zunächst flächenhaft erfasst und bewertet; dies bildete die Datengrundlage für weitere Arbeiten und wurde in allen EU-Ländern umgesetzt. Das Projekt sollte die einzelnen Länder dabei unterstützen, Netzwerke zu schaffen, in denen sowohl die vorhandenen Ressourcen als auch die vorhandenen Kompetenzen erfasst und gebündelt werden sollten.

Nachfolgeprojekte

Die meisten Daten waren bereits vorhanden und mussten daher lediglich aufbereitet und koordiniert werden. In einem zweiten Schritt wurden den Beteiligten in den Ländern dann die wissenschaftlichen Methoden und Daten zur Verfügung gestellt, um das vorhandene Wissen zu bündeln, zu koordinieren und aufzubereiten. Auf diese Weise ist ein Maßnahmenkatalog entstanden, der per Open Access allen teilnehmenden Partnern und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden konnte. "Die Menschen vor Ort direkt abzuholen, war der Schlüssel zum Erfolg", sagt Professor Burkhard, der das Gesamtprojekt ESMERALDA sowie die Teilprojekte am PhyGeo geleitet hat. So sei es insbesondere gelungen, das Bewusstsein für bereits vorhandene Ressourcen zu wecken. Zwei Nachfolgeprojekte sind bereits von der EU bewilligt worden. 

(Veröffentlicht: 17. Juli 2018)