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Tierärztliche Hochschule

Zecken auf dem Vormarsch: Die TiHo bittet um Mithilfe

Bunt- oder Auwaldzecken sind erstmals in Hannover nachgewiesen worden. Ein Forschungsprojekt der Tierärztlichen Hochschule möchte erfassen, wie verbreitet neue Zeckenarten in der Region Hannover sind und bittet die Bürger um Mithilfe.

Nach Aussage der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) steigt die Gefahr, dass sich Krankheiten übertragende Zeckenarten in der Region Hannover ansiedeln. In diesem Jahr wurde in der Region erstmals die Buntzecke (Dermacentor reticulatus), die auch unter dem Namen Auwaldzecke bekannt ist, nachgewiesen. Zudem können Zugvögel tropische und subtropische Zeckenarten nach Deutschland einschleppen. So sind im Jahr 2018 vermehrt Zecken der Gattung Hyalomma in Deutschland aufgetreten, die hierzulande normalerweise nicht vorkommen. Das Institut für Parasitologie der TiHo möchte untersuchen, wie verbreitet die verschiedenen Zeckenarten bereits sind und ob sie Infektionserreger tragen. Institutsleiterin Professorin Dr. Christina Strube sagt: "Wir bitten für unser Forschungsprojekt darum, uns Hyalomma- oder Auwald-Zecken mit Angabe des Fundortes zuzusenden. Der Fundort kann entweder mit der Postleitzahl oder mit GPS-Daten angegeben werden. Falls die Zecken auf einem Tier gefunden wurden, bitten wir auch darum, uns die Tierart zu nennen." 

Bunt- oder Auwaldzecken (Dermacentor reticulatus)

Zwei Zecken © Institut für Parasitologie, TiHo Hannover

Bunt- oder Auwaldzecken (Dermacentor reticulatus)

Der Körper von Buntzecken ist emailleartig marmoriert. Sie können unter anderem Hundebabesiose – auch als Hundemalaria oder Piroplasmose bekannt – übertragen: Babesia canis canis, ein einzelliger, wenige Mikrometer großer Parasit, gelangt beim Zeckenstich mit dem Speichel in das Blut der Hunde und zerstört ihre roten Blutkörperchen. Betroffene Hunde haben häufig Fieber und sind geschwächt, da die Gewebe und Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Eine intensive Therapie ist nötig, um die Patienten zu heilen – in einigen Fällen kann die Krankheit sogar tödlich verlaufen. Hundebesitzer sollten daher besonders aufmerksam sein und viel Wert auf einen wirksamen Zeckenschutz legen.

Hyalomma-Zecken

Zecke © Institut für Parasitologie, TiHo Hannover

Hyalomma rufipes

Zecken der Gattung Hyalomma sind auffällig groß und gut an ihren gestreiften Beinen zu erkennen. Sie kommen in Deutschland normalerweise nicht vor. Bei den warmen Temperaturen des vorigen Jahres konnten sich allerdings viele Hyalomma-Exemplare zu ausgewachsenen Zecken entwickeln, die sich auf Wirtssuche begeben haben. Besonders häufig wurden sie bisher bei Pferden gefunden – auch in der Region Hannover. Hyalomma-Arten können unter anderem das Krim-Kongo-Virus sowie Bakterien der Gattung Rickettsia übertragen. Beide Erreger können beim Menschen schwere fieberhafte Erkrankungen auslösen. Die Wissenschaftler befürchten, dass mit den Zecken auch Krim-Kongo-Viren eingeschleppt werden. Bislang kommen sie in Afrika, auf dem Balkan, im Mittleren Osten und in Asien vor. Dass Zecken bestimmte Rickettsien schon eingeschleppt haben, konnten die Forscher bereits nachweisen. 

Mithilfe erbeten

Die TiHo bittet die Bürger der Region Hannover, wenn sie Hyalomma- (gestreifte Beine) oder Buntzecken (emailleartige Muster) gefunden haben, die Zecke an folgende Adresse zu senden:

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Institut für Parasitologie
Professorin Strube
Bünteweg 17
30559 Hannover

(Veröffentlicht: 10. Mai 2019)