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Ausstellungen

Christopher Williams: Normative Models

Ausgangspunkt der Arbeiten des US-amerikanischen Künstlers, die die Kestner Gesellschaft vom 5. Mai bis 29. Juli zeigt, ist das fotografische Bild.

Mädchen © Christopher Williams

Christopher Williams: Model-Nr. 1740 | Rotznasen - Kinder Model Agentur,  Liesegangstr. 7A,  40211 Dusseldorf | Studio Rhein Verlag, Dusseldorf, January 28, 2016 | 2016 Inkjet print: 50,8 x 50,8 cm paper, 85,7 x 84,5 cm framed | Courtesy the artist, Galerie Gisela Capitain, Cologne and David Zwirner, New York / London / Hong Kong

Sieben  Fotos

Die sieben Fotos der Ausstellung sind zentrale Beispiele einer bestimmten Herangehensweise, die in Williams’ fotografischer Praxis zu finden ist: Exemplarische Bildtypen aus allen Lebensbereichen werden oft sehr direkt repliziert, allerdings mit einem erhöhten Produktionsaufwand und mit einer Genauigkeit und Aufmerksamkeit für Details, die eine längere Betrachtung weit mehr belohnt als die Bilder, die üblicherweise in der heutigen visuellen Kultur zu finden sind. Williams’ Fotografien zeigen alltägliche Sujets wie Autos, Kinder, Kochgeschirr, Tiere, Pflanzen und Möbel, die wohl jeder in der westlichen Konsumgesellschaft kennt. Die Art ihrer Präsentation und Gegenüberstellung macht jedoch die unterschiedlichen Kontexte offensichtlich, in denen Bilder und Kunstwerke verbreitet werden. Dazu gehören Display-Strukturen, Ausstellungsdesign, grafische Kommunikation, Publikationen und Pressematerial als Elemente innerhalb größerer diskursiver, gesellschaftlicher und politischer Zusammenhänge und Geschichten.

Elf Ausstellungswände

Die elf beweglichen Ausstellungswände sind fast exakte Nachbildungen einer Ausstellungswand, die Williams 2009 in einer von Christina Végh kuratierten Schau mit dem Künstler Mathias Poledna im Bonner Kunstverein benutzte. Die Nachbildung der Wände verbindet diese Ausstellungssituation mit Williams’ Nachahmung existierender fotografischer Modelle im Besonderen und mit dem Thema der Reproduzierbarkeit der Fotografie im Allgemeinen. Die "vervielfältigten" Wände betonen die Bedingungen des Sehens durch die Brille der Kultur- und Architekturgeschichte und des Erbes der Institutionskritik. Die Bewegungen und Blicke der Besucherinnen und Besucher werden dabei so geleitet, dass eine Analyse der kodierten Sehgewohnheiten und Erwartungen, welche durch die Nachbildung institutionell verwalteter, kultureller Orthodoxien normiert werden, möglich wird.

Zwei Publikationen

Anlässlich der Ausstellung erscheinen zwei Publikationen mit identischem Design und identischen Bildfolgen, aber jeweils mit einem anderen Text. Die erste enthält einen Essay des österreichischen Kunsthistorikers Helmut Draxler über die Ausstellung von Poledna und Williams 2009 im Bonner Kunstverein, die zweite einen Nachdruck von Bertolt Brechts Hörspiel "Das Verhör des Lukullus", das während der NS-Zeit veröffentlicht wurde und zu großen Kontroversen während des Kalten Kriegs führte. Diese Varianten demonstrieren die komplexe Symbiose zwischen Bild, Kontext und Bedeutung – Themen, mit denen sich die Ausstellung wiederholt befasst. Dabei zeigt sich, dass fotografische Bilder und ihre Rezeption abhängige Elemente sind, die innerhalb der normativen Deutungssysteme von architektonischen, diskursiven und theatralischen Modellen inszeniert werden.

Über den Künstler

Christopher Williams ist 1956 in Los Angeles geboren. Der Künstler studierte in den späten 1970er Jahren am California Institute of the Arts unter anderem bei Künstlern wie John Baldessari, Douglas Huebler und Michael Asher. Mittels seines bevorzugten Mediums Fotografie und inspiriert von der industriellen Kultur des Spätkapitalismus untersucht Williams Bedeutungs- und Ordnungssysteme. Er arbeitet häufig mit Bühnenbildnern, Models und Technikern zusammen; die daraus resultierenden technisch präzisen Fotos erinnern an die Bildwelten der Werbung aus den 1960er Jahren und der Zeit des Kalten Kriegs. Gleichzeitig verweisen sie auf die Geschichte der Kunst, der Fotografie und des Kinos, von Pop Art und Kapitalistischem Realismus bis zu Neuer Sachlichkeit und Surrealismus. Seit 2008 ist er Professor für Fotografie an der Kunstakademie Düsseldorf. Seine Überblicksausstellung "The Production Line of Happiness" wurde 2014-15 im Art Institute of Chicago, dem Museum of Modern Art in New York und der Whitechapel Gallery in London gezeigt. Weitere monografische Ausstellungen u.a.: ETH Exhibitions, Zürich (2017), La Triennale di Milano, Mailand (2017), Museum Morsbroich, Leverkusen (2011), Bergen Kunsthall (2010), Staatliche Kunsthalle Baden-Baden (2010) und Bonner Kunstverein (2009).

Die Ausstellung wird von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und dem Förderkreis der Kestner Gesellschaft unterstützt. Kuratorinnen der Ausstellung: Christina Végh und Lea Altner

Termin(e): 05.05.2018 bis 29.07.2018
dienstags  mittwochs  freitags  samstags  sonntags 
von 11:00 bis 18:00 Uhr
05.05.2018 bis 29.07.2018
donnerstags 
von 11:00 bis 20:00 Uhr
Ort

Kestner Gesellschaft

  • Goseriede 11
  • 30159 Hannover
Preise:
Eintritt 7,00 Euro
ermäßigt 5,00 Euro
Freitags frei

Eröffnung: Freitag, 4. Mai 2018 um 18:30 Uhr