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Die Künstler

Amy Lien & Enzo Camacho

Enzo Camacho & Amy Lien sind zwei der teilnehmenden Künstler bei Made in Germany drei.

Informationen über die Künstler

  • Enzo Camacho & Amy Lien
    (geb. 1987 in Dallas, Texas, USA und geb. 1985 in Manila, Philippinen, leben und arbeiten in Berlin, New York und Manila, Philippinen)

Die Arbeit von Amy Lien (geb. 1987 in Dallas, Texas, USA) und Enzo Camacho (geb. 1985 in Manila, Philippinen) ist eine Auseinandersetzung mit den Konsequenzen globalisierter Bewegungsmuster von Menschen in ihrer Arbeit und Kultur. Die US-amerikanische Autorin und Kunstkritikerin Chris Kraus schreibt über das Künstlerduo, sie seien Teil einer neuen Generation, die nur schwierig durch ihre Nationalität beschrieben werden kann, da sie an mehreren Orten zu Hause sind, unter anderem in Manila, Berlin und New York.

In ihrem Werk thematisieren Lien und Camacho die Auswirkungen von Globalisierung und Digitalisierung in der Organisation von Arbeitsprozessen: zum Beispiel die Auslagerung von Arbeitsplätzen in Call Centern unabhängig vom Konzernsitz und neue Modelle der Arbeitsplatzorganisation innerhalb der Unternehmen wie Bürolandschaften. Für die Ausstellung »Leak Light Time Heat«, die 2014 in der Galerie 47 Canal in New York gezeigt wurde, bauten Lien und Camacho traubenartige Pavillons, bestehend aus farbigen Stoffen, LED-Lichtern und Projektionen, um Räume im Raum zu schaffen.


© Lien Camacho

Lien Camacho - Makati CBD detail

Der kulturelle Kontext dieser Räume löst sich von der unmittelbaren Umgebung. Als Echo auf die Arbeitsweise in einem Call Center in Manila verweisen diese Raumtransplantate auf die kulturell übergreifende Kraft der Globalisierung, in der Call Center in ihrer lokalen Geografie zu Orten der Liberalisierung werden, sich Arbeiter von kulturellen Normen lösen und eine neue Mittelschicht von jungen Männern und Frauen entsteht.

Für ihre Installation in der Kestner Gesellschaft bearbeiten die Künstler Material aus ihrem Archiv, das über drei Filmspuren laufen wird. Hier sieht der Betrachter Material aus der Frank Stella Retrospektive 2012 im Kunstmuseum Wolfsburg und selbstproduziertes Filmmaterial aus Palermo sowie von Nachtclubs in Hongkong, die von jungen Bankern frequentiert werden. Über die Clips läuft eine Tonspur aus Wolfgang Schroeters Film »Palermo oder Wolfsburg« (1980), in dem ein junger Gastarbeiter nach Wolfsburg kommt, um bei Volkswagen zu arbeiten. Im Film vermischen sich Themen wie Arbeit, Liebe, aber auch die Wahrnehmung des Fremdseins. In Kombination mit den selbstgedrehten Aufnahmen des Künstlerduos erzählt das Werk eine Geschichte der Entwicklung von abstrakter Kunst, neuen Formen des globalen Kapitals und sozialen Veränderungen durch die Globalisierung, die an konkreten Orten sichtbar werden.