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Die Künstler

Raphaela Vogel

Raphaela Vogel ist eine der teilnehmenden Künstler bei Made in Germany drei.

Informationen zur Künstlerin

Raphaela Vogel
www.raphaelavogel.com 

  • geb. 1988 in Nürnberg, lebt und arbeitet in Berlin
  • 2009–2012 Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg
  • 2011–2014 Hochschule für Bildende Künste Städelschule in Frankfurt/Main
  • 2014–2016 Atelierstipendium de Ateliers, Amsterdam 2015 Columbus-Förderpreis für aktuelle Kunst in Kooperation mit der ADKV
  • 2016–2018 Förderstipendium der Günter-Peill-Stiftung, Leopold-Hoesch-Museum, Düren

In ihren raumgreifenden Installationen verbindet Raphaela Vogel (*1988 in Nürnberg) Filme, in denen sie performativ agiert, mit skulpturalen Elementen und lotet das Verhältnis von Körper, Raum und digitaler Technologie aus. Organische Materialien wie bemalte Tierhäute, die an Relikte vergangener Schlachten erinnern, werden mit dynamischen Sound-Film-Collagen kombiniert: Archaische Anmutung begegnet Hightech.

Bildaufzeichnung und -wiedergabegeräte sind bei Vogel nicht nur sichtbarer Bestandteil, sondern Protagonisten ihrer filmisch-installativen Settings. Beamer werden von den Zähnen eines im Raum hängenden Heugreifers gehalten oder inmitten einer monumentalen Skulptur aus Stahl und Hochspannungs-Isolatoren platziert. Mit Minikameras versehene Drohnen und die Künstlerin selbst agieren als Akteure. Durch die von ihr ferngesteuerte Technik kreiert Vogel polyperspektivische Szenen, in denen sie sowohl als Betrachter als auch als Gegenstand ihrer Betrachtung fungiert. Dabei torpediert die Künstlerin die gängigen Dominanzverhältnisse wie Subjekt-/Objekt-Konstellationen und verwandelt Gegenstände, die an männliche Versammlungsorte denken lassen – wie eine tentakelartige Wasserpfeife mit mehreren Schläuchen oder ein bereits benutztes Kunststoff-Urinal für vier Personen – kurzerhand in skulpturale Träger ihrer Filmprojektionen. So wird der Besucher in »Prophecy« (2016) – ausgehend von dem mittig platzierten Dixie-Pissoir – von zwei Videoprojektionen eingekreist.

Zu sehen ist die Künstlerin in einer Art Duellsituation mit einer angriffslustigen Drohne. Sie nutzt dafür ein wallendes Tuch wie ein Torero – im Zweikampf mit dem Betrachter. Das Kamerabild ist von dem schmutzigen Gestell der Drohne, das wie die Krallen eines außerirdischen Insekts wirkt und den Entstehungsprozess der Aufnahmen offenbart, eingefasst. Simultanität und Zeitsprünge unterstreichen die unheimliche wie berauschende Wirkung des Films, der von Heavy Metal-Sound begleitet wird und eine kaleidoskopische Dynamik entfaltet. Für die Ausstellung »Produktion. Made in Germany Drei« entwickelt Vogel ein Zusammenspiel aus neuen skulpturalen und filmischen Arbeiten, die nicht nur vom niedersächsischen Wappenross, sondern auch von der weitreichenden Bedeutung des Pferdes für das Land Niedersachsen inspiriert sind.