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Ob(D)Acht – My Home Is My Castle

Schwarmkunst und so viel mehr: Im Rahmen des Projekts Ob(D)Acht – My Home Is My Castle wird am Georgsplatz in Hannover vom 4. bis zum 26. August Obdachlosen Gesicht und Stimme gegeben.

Diese Gebilde bestehen aus Zehntausenden Plastikflaschen.

Am 4. August wird das Schwarmkunstprojekt „Ob(D)Acht – My Home is my Castle“ um 17 Uhr am Georgsplatz eröffnet. Die Künstlerin Kerstin Schulz arbeitet mit vielen Menschen an einem burgähnlichen Gebilde aus Kunststoffflaschen. Fast den ganzen Monat über laufen rund um die „Burg“ Gespräche zu Schwarmkunst, Fotografie, zu Wasser und zu Obdachlosigkeit. Das Programm geht bis 26. August. In dieser Zeit sind zahlreiche Ausstellungen sowie unterschiedlichstes Programm zu sehen. Zu den Ausstellungen rund um den Georgsplatz gehören:

ans licht (Thomas Deutschmann)

Bis Ende der 1970er Jahre lebten ganze Familien in Obdachlosenlagern. Wie am Vinnhorster Weg in Hannover. Der Fotograf Thomas Deutschmann fotografierte vor 50 Jahren die Menschen dort und stellt eine Auswahl nun im Rahmen von Ob(D)Acht aus. Mit dem Projekt ans licht: möchten Deutschmann und der Journalist Ulrich Matthias die Geschichte des Lagers und seiner Menschen erzählen.

Fotografie (Karin Powser)

Karin Powser kennt das Leben auf der Straße.
Selbst lange Jahre wohnungslos, dokumentierte sie mit ihren mehrfach ausgezeichneten Fotos die Realität obdachloser Männer und Frauen. Ungeschminkt und unverstellt. Weil sie ganz nah herankam an die Menschen, die Vertrauen zu ihr hatten. Das sieht man den Bildern an. Bilder, die uns immer wieder ermahnen, nicht wegzusehen.

Fotoausstellung „Mein Hannover "(Matthias Riemann)

70 Männer und Frauen waren vom 1. Juni bis zum 31. Juli 2017 mit Einwegkameras dort unterwegs, wo sie zuhause sind: auf der Straße, in der Unterkunft, im Wohnheim. Sie haben fotografiert, was ihnen bedeutsam erschien. Sie zeigten ihre Sicht auf ihre Umgebung, ihren Alltag, ihre Stadt. Es entstanden 1.716 Fotos, von denen eine Auswahl in der Ausstellung „Mein Hannover – Menschen ohne Wohnung fotografieren ihre Stadt“ gezeigt wurde. Wiederum eine Auswahl wird im Rahmen dieser Ausstellung präsentiert.
Die Fotografien erschienen anonymisiert.
Die Ausstellung war ein gemeinsames Projekt der Landeshauptstadt Hannover, Bereich Stadtteilkulturarbeit, der „Ricarda und Udo Niedergerke Stiftung“ und des Diakonischen Werkes Hannover.

Stereofotografie (Cordula + Ilse Paul)

Ilse und Cordula Paul widmen sich seit fast 30 Jahren der Stereofotografie - einer reizvollen historischen Technik des dreidimensionalen Sehens, mittels zweidimensionaler Fotografie - die letztlich die Grundlage für das 3D-Kino bildet. Mit Hilfe eines speziellen Projektionsapparates entstehen Bilder mit verblüffender Raumillusion, wie sie noch nicht einmal ein digitales Bild zu schaffen vermag.
In einem historischen Stereobetrachter von 1880 zeigen sie Aufnahmen von Schwarmkunstaktionen von und mit Kerstin Schulz in Hannover.

Schwarmarten (Diakonie Hannover)

Die Pandemie stellte für wohnungslose Menschen eine besonders schwere Belastung dar. Viele Hilfsangebote waren nur eingeschränkt verfügbar, die Einsamkeit oft der einzige Begleiter. In dieser Zeit bot die Sozialtherapeutin Ulla Neubacher einen Kreativworkshop an, in dem die TeilnehmerInnen ihre Wünsche und Gefühle mit künstlerischen Verfahren ausdrücken konnten.

Ideal und Realität (Lars Adolph)

Die zeltartige Installation einer Schlafstätte beschäftigt sich einerseits mit der ideellen Vorstellung davon, wie man gerne leben würde und andererseits mit der realen Situation, in der von Wohnungs- und Obdachlosigkeit Betroffene existieren müssen. Eine Situation, die ein Dasein in Würde kaum noch möglich erscheinen lässt.
Und doch gibt es Menschen, die dieses Leben, das häufig nur das Jetzt wahrnimmt, dem Kampf mit den Instanzen und gesellschaftlichen Ordnungsvorstellungen vorziehen (müssen).

Leben im NICHTS (Klaus Ehlers)

Obdachlose müssen auf viel mehr verzichten, als nur auf eine Wohnung. Sie müssen z.B. auch die grundlegenden Objekte des Alltags entbehren. Dinge und Funktionen, die für  Nichtwohnungslose selbstverständlich sind. Unhinterfragt. Dafür soll mit dieser Kunst-Installation der Blick geschärft werden, indem Möbel wie Bett, Schrank, Regal und Stuhl ihrer Funktionalität beraubt werden.
So wird verdeutlicht, auf was Obdachlose (auch) verzichten müssen – zeigen, was fehlt.

Termine

04.08.2022 bis 26.08.2022 ab 17:00 Uhr

Ort

Georgsplatz
Georgsplatz
30159 Hannover