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Ausstellungen

Auf dem Weg zum Bauhaus

"Das Erwachen der Moderne in Niedersachsen" lautet der Untertitel dieser Ausstellung bis 23. Juni im Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege.

Gebäude © Reiner Zittlau, NLD

Fagus-Werk in Alfeld, 1911–1914 von Walter Gropius 

Bereits 1911, acht Jahre vor der Gründung des Bauhauses in Weimar, hat der Architekt Walter Gropius mit dem Fagus-Werk im niedersächsischen Alfeld die weltweit erste Inkunabel der modernen Architektur des 20. Jahrhunderts geschaffen. Deswegen hat die UNESCO das seit 1949 unter Denkmalschutz stehende Fagus-Werk 2011 zum Weltkulturerbe der Menschheit erhoben. Gestalterisch ist die dort entworfene Architektur – für jeden erkennbar – der Vorläufer des ab 1924 ebenfalls von Gropius errichteten Bauhausgebäudes in Dessau.

Die überragende innovative Leistung von Gropius lässt sich nachvollziehen, wenn man das Fagus-Werk mit der historistischen Architektur vor dem Ersten Weltkrieg vergleicht. Dabei setzt sich Gropius‘ großer Wurf von den Gestaltungsweisen des Jugendstils, der Reformarchitektur, und erst recht von denen des Historismus einschließlich seiner grandiosen ingenieurstechnischen Zeugnisse ab.

Die Ausstellung macht die Unterschiede zwischen dem Fagus-Werk auf der einen Seite und den zeitgleichen Stilarchitekturen auf der anderen Seite anschaulich. Die herkömmliche Architektur stellt die Welt dar, aus der Gropius mit seinen Entwürfen ausgebrochen ist, um etwas Innovatives, etwas radikal Neues zu schaffen. Der Wandel von Architektur und Städtebau vom Historismus zur Moderne hatte jedoch viele, sehr unterschiedliche Facetten. Sie werden verständlich, wenn man die in der Ausstellung gezeigten rund hundert Beispiele, die in Niedersachsen vor und nach dem Ersten Weltkrieg entstanden, miteinander in Beziehung setzt.

In dieser Zeit des Umbruchs arbeiteten viele Architekten von Rang und Namen in Niedersachsen. Zu ihnen gehörten beispielsweise Peter Behrens, Paul Bonatz, Otto Haesler, Fritz Höger, Hans Poelzig, Paul Schultze-Naumburg, Bruno Taut oder Heinrich Tessenow, – alle außergewöhnliche Persönlichkeiten neben vielen weiteren nennenswerten Namen der Architekturgeschichte Norddeutschlands. Sie hinterließen im ganzen Land aufsehenerregende Gebäude, die heute noch einen hohen Stellenwert besitzen. Auch wenn diese Architekten nicht selten traditioneller als Gropius dachten, waren sie als kreative Weggefährten und Antipoden ebenfalls Wegbereiter der modernen Architektur des 20. Jahrhunderts. Ihre Werke verdienen bis heute Beachtung und kritische Wertschätzung.

Podiumsdiskussion

 

Termin(e): 11.02.2019 bis 23.06.2019
montags  dienstags  mittwochs  donnerstags  freitags 
von 09:00 bis 13:00 Uhr
Ort

Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege (NLD)

  • Scharnhorststraße 1
  • 30175 Hannover
Die Veranstaltung findet nicht statt am: 19.04.2019
22.04.2019
01.05.2019
30.05.2019
10.06.2019

Weitere Besuchszeiten nach Vereinbarung. Jeden Donnerstag um 17:00 Uhr wird eine Führung seitens der Kuratoren angeboten.