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Einblicke in den Nachlass Conrad Wilhelm Hase

Zum 200. Geburtstag des hannoverschen Baumeisters präsentiert das Stadtarchiv Originalpläne des hannoverschen Baumeisters

Das Stadtarchiv Hannover zeigt vom 2. Oktober bis zum 2. November 2018 zum Hase-Jubiläum eine Ausstellung unter dem Titel "Einblicke in den Nachlass Conrad Wilhelm Hase. Kabinettausstellung zum 200. Geburtstag eines hannoverschen Baumeisters". 

Zum 200. Geburtstag des Begründers der neugotischen "Hannoverschen Architekturschule" Conrad Wilhelm Hase (1818-1902) präsentiert das Stadtarchiv Hannover eine kleine Auswahl der im Nachlass Hase enthaltenen, mehr als 600 Hase-Pläne und -Zeichnungen. Die 100 bis 150 Jahre alten, teils kolorierten Architekturzeichnungen sind eine Besonderheit, da sie der Kriegszerstörung von Hases Wohnhaus entgingen.

Die Kabinettausstellung zeigt exemplarisch einige typische Arbeiten aus Hases umfangreichem Schaffen, darunter die 1864 eingeweihte Christuskirche, des ersten neugotischen, fast vollständig in Ziegelmauerwerk ausgeführten und für den weiteren protestantischen Kirchenbau wegweisenden Monumentalbaus von C.W. Hase, oder das damals vom Abriss bedrohte, von Hase 1878-82 im mittelalterlichen Stil wieder hergestellte und später noch ergänzte Alte Rathaus, aber auch Auswärtiges wie die reich verzierten Fassaden des Bahnhofs in Oldenburg (Entwurf) oder des Postamts in Hildesheim.

Eine Besonderheit stellt ein Modell von Hases Wohn- und Ateliergebäude, der "Hasenburg" dar. Das von Hase 1860/61 selbst geplante Gebäude in der heutigen Otto-Brenner-Straße stellte bis ins kleinste Detail – wie etwa dem Toilettenhäuschen – eine Idealform der von ihm verkörperten "Hannoverschen Schule" dar und wurde im Krieg zerstört. Anlässlich einer Ausstellung über die "Hannoversche Schule" in Venedig wurde das Modell 1995 von Architekturstudent/innen der Universität Hannover erbaut und auf abenteuerlichen Wegen nach Italien gebracht.

Die Ausstellung wurde von Monika Lemke-Kokkelink (Dipl. Ing.) konzipiert, Witwe des hannoverschen Hase-Forschers Prof. Günther Kokkelink († 2013) und Co-Autorin des von beiden gemeinsam herausgegebenen, bis heute grundlegenden Werkes zur Hannoverschen Schule, "Baukunst in Norddeutschland" (Baukunst in Norddeutschland. Architektur und Kunsthandwerk der Hannoverschen Schule 1850–1900. Hg. v. Günther Kokkelink und Monika Lemke-Kokkelink, Hannover 1998).

Der Hase-Nachlass im Stadtarchiv wird auf dem Hase-Kolloquium am 10. Oktober im Künstlerhaus durch den Archivar Holger Horstmann M.A. näher vorgestellt. Der Nachlass befindet sich seit 1996 im Stadtarchiv und enthält circa 660 Blätter, die durch einige spätere Ankäufe qualitativ ergänzt worden sind. Damit eng verbunden und für die Forschung bedeutsam sind auch umfangreiche Forschungsmaterialien zu Hase. Sie werden im Nachlass von Prof. Günther Kokkelink im Stadtarchiv verwahrt und warten noch auf ihre Bearbeitung.

Conrad Wilhelm Hase wurde in Einbeck geboren. Mit dem Bau des Museums für Kunst und Wissenschaft (Künstlerhaus) und der Christuskirche in Hannover sowie dem Königlichen Schloss Marienburg bei Nordstemmen wurde er überregional bekannt. Als Hochschullehrer, Mitbegründer des Architekten- und Ingenieur-Vereins für das Königreich Hannover, Konsistorialbaumeister der Hannoverschen Landeskirche und Begründer der Bauhütte Hannover verbreitete er die Theorien der "Hannoverschen Schule" vorzugsweise im norddeutschen Raum. So ist z. B. die Speicherstadt in Hamburg, ein Weltkulturerbe, von Hase-Schülern geplant worden. In Einbeck und Hildesheim wurde Hase zum Ehrenbürger ernannt.

Hase-Jubiläumsveranstaltungen

– Eine Podiumsdiskussion am 20. September im Alten Rathaus:

https://www.lavesstiftung.de/themen-projekte/aid/

– Vortrag von Monika Lemke-Kokkelink am 2. Oktober im Historischen Museum Hannover: 

 

– Vortrag von Peter Struck am 4. Oktober im Historischen Museum Hannover:

 

Kolloquium am 10. Oktober im Künstlerhaus:

https://www.igt-arch.uni-hannover.de/baug_aktuelles.html

Der Hase-Nachlass im Stadtarchiv wird auf dem Kolloquium am 10. Oktober von Holger Horstmann (M.A.) näher vorgestellt.

Termin(e): 02.10.2018 bis 02.11.2018
dienstags 
von 09:30 bis 18:00 Uhr
02.10.2018 bis 02.11.2018
mittwochs  donnerstags 
von 09:30 bis 16:00 Uhr
Ort

Stadtarchiv

  • Am Bokemahle 14-16
  • 30171 Hannover

Die Ausstellung ist während der allgemeinen Archivöffnungszeiten (Di 10 bis 18 Uhr, Mi + Do 10 bis 16 Uhr) zu sehen. Der Eintritt ist frei.