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Ausstellungen

Günter Haese und Hans Uhlmann

Das Sprengel Museum stellt vom 25. April bis 7. Oktober zwei Bildhauer vor, deren Werk trotz ihrer großen Prominenz im Westdeutschland der Nachkriegszeit zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist.

In relativ hohem Alter Künstler

Beide Künstler hatten internationale Karrieren, Haese hatte gar sein Debüt mit einer Ausstellung im Museum of Modern Art, New York, und waren auf den Großausstellungen der documenta und den Biennalen in Venedig und Saõ Paolo, Brasilien, vertreten. Durch den Zweiten Weltkrieg bedingt, gehören sie einer Generation an, die erst in relativ hohem Alter zur bildenden Kunst gefunden hat. War Haese als Soldat im Zweiten Weltkrieg und zunächst Autodidakt, begann er 1950 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Bruno Goller und Ewald Mataré sein Studium. Der gelernte Ingenieur Uhlmann wurde dagegen aufgrund einer Flugblattaktion 1933 für anderthalb Jahre von der Gestapo inhaftiert und begann im Gefängnis mit ersten Drahtskulpturen. Er bekam bereits 1950 einen Lehrauftrag an der Universität der Künste Berlin und wurde in Folge zu einem der bekanntesten Bildhauer für Skulpturen im öffentlichen Raum. Haese hatte 1964 seine erste Einzelausstellung in Ulm, die zur Vereinbarung einer Einzelausstellung im MoMA noch im selben Jahr führte.

Arbeitsweise

Das Ausgangsmaterial beider Bildhauer ist zunächst Draht, aus dem Volumen geschaffen wird, bei Uhlmann geformt zu Köpfen, die während der Inhaftierungszeit entstehen, bei Haese seit den 1960er-Jahren aus Messing, wobei er den Draht mit beweglichen Teilen aus zerlegten Uhren verbindet und so kinetische Skulpturen entwickelt. Das einfache Material weicht bei Uhlmann massiveren Werkstoffen wie Edelstahl, er wendet sich Techniken wie Schmieden bzw. Löten zu. Es entstehen konstruktiv gedachte Skulpturen und Zeichnungen. Haese entdeckt die Bewegung als Element, das bei seinen Drahtskulpturen zu komplexeren Werken führt, indem diese mit Licht und Zeit interagieren.

Doppelausstellung

In einer Doppelausstellung wird das Werk beider Künstler mit ausgewählten Zeichnungen und Skulpturen einander gegenübergestellt. Auf diese Weise werden ihre vergleichbaren Fragestellungen in der Bildhauerei ebenso deutlich wie die unterschiedlichen Herangehensweisen, Techniken und Temperamente. In Anknüpfung an den umfangreichen, hochkarätigen Bestand von Kunst nach 1945 aus der Sammlung des Sprengel Museum Hannover gibt die Schau mit neuen Leihgaben aus den Nachlässen beider Künstler die Gelegenheit, diese hervorragenden Bildhauer wiederzuentdecken.

Kuratorin: Dr. Carina Plath

Termin(e): 25.04.2018 bis 07.10.2018
mittwochs  donnerstags  freitags  samstags  sonntags 
von 10:00 bis 18:00 Uhr
25.04.2018 bis 07.10.2018
dienstags 
von 10:00 bis 20:00 Uhr
21.05.2018 
von 10:00 bis 18:00 Uhr
Ort

Sprengel Museum Hannover

  • Kurt-Schwitters-Platz
  • 30169 Hannover
Die Veranstaltung findet nicht statt am: 01.05.2018

Eröffnung: 24. April, 18:30 Uhr