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Ausstellungen

Jean-Robert Valentin

Videomapping, Malerei und Objekte des französischen Medienkünstlers zeigt der Workshop im Pavillon vom 22. Januar bis zum 23. Februar.

Geometrische Form © workshop Hannover e.V. (Quelle)

Jean-Robert Valentin

Der französische Medienkünstler Jean-Robert Valentin (* 1973, lebt und arbeitet in Hannover) hat in den vergangenen Jahren zahlreiche eindrucksvolle Videoinstallationen entwickelt. Die Schwerpunkte seiner künstlerischen Arbeit sind Videomapping und Web Art, in denen Valentin der Wirkmacht der Bilder als Medien unserer Weltwahrnehmung und kulturellen Prägungen nachspürt. Dabei arbeitet Valentin zumeist mit kulturhistorischen Bildfragmenten, oder er nimmt Bezug auf kunstgeschichtliche Ikonen des 19. und 20. Jahrhunderts, die sich in das kollektive Bildgedächtnis eingeschrieben haben – so etwa in der raumgreifenden, im Treppenhaus in der städtischen Galerie Kubus inszenierten Installation "Nude Descending a Staircase" von 2016, in der er Duchamps legendäres Gemälde aufrief und mit den Mitteln des Videomappings umcodierte und neu interpretierte.

Auguste Rodins Plastik "Der Denker" als Ausgangspunkt

Den Ausgangspunkt für die Ausstellung im workshop hannover bildet Auguste Rodins Plastik "Der Denker". Die Figur hat Valentin aus weißem Karton – 2,50 Meter hoch – gebaut und im Ausstellungsraum platziert. Die Oberflächen von Valentins "Denker" sind prismenhaft aufgefächert, wobei das Vorbild trotz der geometrisierten Strukturen und Flächen deutlich erkennbar bleibt. Rhythmisch wechselnde farbige Lichtstreifen dynamisieren die kantigen Konturen der Figur, und Bildsequenzen von Logfiles beleuchten die Oberflächen. Wie nehmen wir heute die Welt wahr? Wer oder was hat Einfluss auf die Gestaltung unserer Perzeption und unserer mentalen Räume? Welche Rolle kommt hierbei dem Digitalen und dem sich rasant beschleunigenden Fluss der Datenströme zu? Diese und ähnliche Fragen sind es, die Valentin mit seiner Arbeit aufwirft und im Rückgriff auf die Geschichte der Kunst und von
Gesellschaft thematisiert.

Parallel zu der Mapping-Projection zeigt der Künstler eine Serie mit gemalten, hippen Turnschuhen (2017/18). Auf einem einheitlichen, quadratischen Format begegnen uns Variationen von zwei Schuhen der Marke mit den drei Streifen, die Gebrauchsspuren aufweisen. Übermalt hat Valentin die Motive jeweils mit dem Namen von verschiedenen bekannten Graffiti-Sprayern. Hiermit knüpft Valentin an Strategien der Umdeutung und Aneignung durch Übermalungen in der Kunst an sowie an Fragen nach Autorschaft, Original und Copyright. Zugleich bezieht sich der Künstler hier auf ein Bild von van Gogh, das dessen ausgetretene Schuhe zeigt.

Seit Beginn der 90er Jahre arbeitet Valentin auch als Visual Jockey (VJ) auf Musikveranstaltungen. Begleitend zu seiner Ausstellung wird sich der Künstler hingegen am 2. Februar im workshop nicht visuell, sondern akustisch am Mischpult betätigen. Unter dem Motto "Als die Zukunft Edelstahl war – 51 Jahre Prospective 21e siècle" mixt Valentin live elektroakustische Musik der 60er und 70er Jahre – Originalaufnahmen auf Vinyl von Komponistenheroen wie Pierre Henri, François Bayle, Gilbert Ami, Ivo Malec u.a.

Termin(e): 22.01.2018 bis 23.02.2018
montags  dienstags  mittwochs  donnerstags  freitags 
von 10:00 bis 13:00 Uhr
22.01.2018 bis 23.02.2018
montags  dienstags  donnerstags 
von 16:00 bis 18:00 Uhr
Ort

workshop hannover e.v. Zentrum für kreatives Gestalten

  • Lister Meile 4
  • 30161 Hannover