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Kaari Upson Videostill aus "Recluse Brown (Pepsi Chair)", 2016

© Kunstverein Hannover (Quelle)

Ausstellungen

Kaari Upson

Die Einzelausstellung der US-Amerikanerin Kaari Upson vom 7. September bis 17. November im Kunstverein Hannover entsteht parallel zu ihrer weiteren Solo-Schau in der Kunsthalle Basel, womit gemeinsam ein erster umfänglicher institutioneller Auftritt der Künstlerin in Europa dargestellt wird.

Die Werkauswahl in Hannover konzentriert sich auf Arbeiten der Künstlerin, die im Bezug zu der Auswanderung ihrer Mutter entstanden sind und das Häusliche bzw. die Frage des Wohnraums als mental psychologisch geladenes Umfeld thematisieren. Der besondere Bezug zu Hannover, der sich in das Leben und Werk der Künstlerin einschreibt, deren Mutter von hier aus in die USA emigrierte, zeichnet sich insbesondere in der Werkserie »My Mom Drinks Pepsi« ab. Diese Serie besteht aus flmischen Werken, in welchen die Künstlerin ihre Mutter inmitten der US-amerikanischen Konsumgesellschaft darstellt, deren Freigeist ihre Mutter insbesondere bewunderte und die somit zur prototypischen Amerikanerin wurde. Upson hat die Geschichte ihrer Mutter in einem Buch abgedruckt und mit Kommentaren versehen und überführt diese biografschen Bezüge in die für die Künstlerin typischen großformatigen Zeichnungen, die aus vielerlei Notaten bestehen und nicht zuletzt die Sprache der Straße (Graffti) als Stilmittel nutzen. Ihre überwältigenden Zeichnungen entstehen teilweise über mehrere Jahre und verbinden Gedanken und Episoden des Alltags mit Textelementen, die um Themen der »Privacy of the Interior« (so eins ihrer Textfragmente) kreisen. Seit Beginn beschäftigt sich Kaari Upson inhaltlich mit Geschichten und Biografen, realen als auch fktionalen, und richtet den Blick sezierend auf sich selbst als Stellvertreterin einer weißen Schicht sowie als Frau in der (Kunst-)Gesellschaft. Sie untersucht als eine Art experimentelles Psychogramm all das, was ihr begegnet und wovon sie geprägt wurde. Psychologisch geartete Räume, die an Roberts Smithsons Theorie zur Entropie denken lassen, werden in der Überblicksausstellung einen Querschnitt der autobiografschen Bildwelt Upsons liefern. Kaari Upson (*1972 in San Bernardino, Kalifornien, USA) lebt und arbeitet in Los Angeles. Hier studierte sie am California Institute of Arts u. a. bei Paul McCarthy und Mike Kelley sowie Charles Gaines. Ihre erste Einzelausstellung in den USA fand zu dem bereits im Studium begonnenen »Larry Project« im Hammer Museum statt (2008). Das Projekt dreht sich in Malereien, Zeichnungen, Filmen und Installationen um ihren Nachbarn, dessen Haus plötzlich verbrannte und dessen unglaubliche Geschichte als hypermaskuliner »Womanizer« Upson beschäftigte, sodass sie dies schließlich über mehr als sieben Jahre in eine komplexe Erzählung überführte. Ihre jüngste Einzelausstellung thematisierte schließlich den langzeitlich entwickelten Werkkomplex zu ihrer Mutter bzw. der Thematik der »Heimat«, was u. a. in die Übersichtsausstellung mit dem Titel »Good Thing You Are Not Alone« im New Museum in New York (2017) einfoss. Upsons Werke wurden 2017 bei der Whitney Biennale sowie der 15. Istanbul Biennale ausgestellt. Weitere Ausstellungsbeteiligungen waren »Ausbruch aus der Fläche – Das Origami-Prinzip in der Kunst«, Marta Herford (2018), »Los Angeles – A Fiction«, Astrup Fearnley Museet, Oslo (2016); »Adhesive Products«, Bergen Kunsthall, Norwegen (2016), »The Art of Our Time«, Museum of Contemporary Art, Los Angeles (2015); »Schlafos: Das Bett in Geschichte und Gegenwartskunst«, 21er Haus, Wien (2015), »No Man’s Land: Women Artists from the Rubell Family Collection, Rubell Family Collection«, Miami (2015), und »Test Pattern«, Whitney Museum of American Art, New York (2013).

Termin(e): 07.09.2019 bis 17.11.2019
dienstags  mittwochs  donnerstags  freitags  samstags 
von 12:00 bis 19:00 Uhr
07.09.2019 bis 17.11.2019
sonntags 
von 11:00 bis 19:00 Uhr
Ort

Kunstverein Hannover

  • Sophienstraße 2
  • 30159 Hannover
Preise:
6,00 Euro ermäßigt 4,00 Euro