Kunstverein Hannover

89. Herbstausstellung

Zur Herbstausstellung des Kunstvereins bis 31. Oktober gibt es in diesem Jahr wieder zahlreiche Satelliten-Ausstellungsorte im Stadtgebiet.

Zum 89. Mal richtet der Kunstverein Hannover seine Herbstausstellung aus, die sich an Künstler und Künstlerinnen mit Niedersachsen- und Bremen-Bezug wendet. Die Jury hat 59 Positionen ausgewählt. Wieder gibt es Überraschungen wie auch ein Wiedersehen mit bekannten Künstlern und diesmal vermehrt die Präsenz von kollaborativ arbeitenden Gruppen. Außer in den Kunstvereinsräumen sind Arbeiten an den folgenden Satellitenorten im gesamten Stadtraum Hannovers zu sehen:

  • konnektor – Forum für Künste,  Kötnerholzweg 11, Linden-Nord
  • TANKE – Projektraum für Kunst, Sonnenweg 25, Südstadt
  • Keller III, Weidendamm 28, Nordstadt
  • Kulturkirche Markuskirche, Oskar-Winter-Straße 7, List
  • Zudem kooperiert der Kunstverein mit Staatsoper und Schauspiel Hannover, wo die Bildenden Künstler Werke in den Foyers, an der Fassade der Oper sowie im Hof des Künstlerhauses präsentieren – im Kulturdreieck mitten in der Stadt.

Einige Künstler haben gezielt ortsspezifische Konzepte eingereicht, die von Kurator Sergey Harutoonian in Kontext mit weiteren Arbeiten gesetzt wurden, wodurch an jedem der Ausstellungsorte ein individueller Fokus gesetzt wird.

Kunstverein Hannover

Vielfältige Facetten zeitgenössischer Malerei werden im Kunstverein Hannover thematisiert, wo eine große Wandmalerei von Anja Gerecke im Treppenaufgang des Künstlerhauses die Besucher der 89. Herbstausstellung prominent begrüßt. Im ersten Ausstellungssaal sind die "Pandemischen Collagen" von Siegfried Neuenhausen, dem ältesten, mittlerweile 90-jährigen Teilnehmer der Herbstausstellung, zu sehen – in Nachbarschaft zu den politischen Arbeiten von Esra Oezen und Leyla Yenirce, die sich mit den Themen Migration und Märtyrertum beschäftigen. Naomi Deibel und Lisa Premke loten mit ihren skulptural-reliefartigen Arbeiten die Grenzen der  zweidimensionalen Malerei aus, während Constanze Böhm, Jan-Hendrik Brinkmann und Samuel Henne den Ausstellungsraum installativ mit Wandgemälden als Displays interpretieren. Neben den malerischen Schwerpunkten prägen Installationen u. a. von Ole Blank, Collectif Grapain und Lisa Mrozinski sowie politische Arbeiten von Kasse 11 und weiteren Künstlern die Ausstellungsräume im Kunstverein.

Installationsansicht Kunstverein Hannover: vornOle Blank »Tired Tree« 2020 v.l.n.r. Frenzy Höhne »BILDER MACHEN LEUTE« 2020, Jan-Hendrik Brinkmann »Eine Symphonie in Stop-Motion [drrr uh drrr om drrrratatatam]« 2020, »Herzlich willkommen [drr ratatataa]« 2020 & »Konstruktion und Dekonstruktion [hou aa]« 2020, NK Doege »backpack«, 2020

Hof des Künstlerhauses

Die diesjährige Trägerin des Kunstpreises der Sparkasse Hannover Christiane Oppermann hat den historischen Grundriss des Künstlerhauses, wie er sich vor der Teilzerstörung der Gebäudeanlage im Zweiten Weltkrieg gestaltete, im Hof des Künstlerhauses durch Linien markiert. Auch Andrea von Lüdinghausen setzt sich mit der vorhandenen Architektur künstlerisch feinsinnig auseinander. Und eine raumgreifende Arbeit von Christoph Faulhaber mit überdimensionierten Bällen verwandelt den Hof vermeintlich in eine Spielwiese. 

Schauspiel

Im Foyerbereich des Schauspiels treffen die Besucher auf die Installation "Mister Art Is In The Town" von Daniel von Bothmer, die augenzwinkernd Themen der Bildenden Kunst aufgreift und mit dem Raum kontrastiert. Neben skulpturalen Arbeiten von Kathrin Jobczyk und Gloria Zein ist eine Videoinstallation von Till Wittwer im Treppenhaus des Schauspielhauses platziert, die sich dem Komplex "Archiv" widmet.

Staatsoper

Direkt an der Eingangsfassade der Staatsoper präsentiert die Künstlerin Rebekka Ana Aimée Stuhlemer ihre großflächigen, an Banner erinnernde Stoffmalereien, die wie auch die weiteren Werke für diesen Ort erstellt wurden. Im Foyer der Staatsoper begegnet den Besuchern Frenzy Höhnes Sound-Installation "Soll und Haben", die auf ironische Weise die Werbesprache der Wirtschaft verarbeitet. Anna Eisermann zeigt surreal-anmutende Stoffskulpturen, die in ihrer Ästhetik und Materialität bewusst Bezüge zu Opernrequisiten herstellen. In der JoJo Bar präsentiert der Maler Paul Ole Janns seinen humorigen Gemäldezyklus "Räuber und Banditen".

Installationsansicht Staatsoper Hannover: "SOLL + HABEN"2019 Soundinstallation


Kulturkirche Markuskirche

In der Markuskirche werden vier künstlerische Positionen präsentiert, beginnend mit der skulpturalen Arbeit "Oh Father… I am hardly sorry" von Nikola Sarić, dem diesjährigen Träger des Sonderpreises der Hanns-Lilje-Stiftung. Im zentralen Kirchenraum präsentiert u. a. Sven-Julien Kanclerski seine raumgreifende Skulptur "I Believe", eine vier Meter hohe PVC-Figur, die im Titel das Thema Glauben aufgreift. Im Kapellenraum der Kirche zeigt Takashi Kunimoto seine Video-Arbeit "Robert", die seine Begegnungen mit einem wohnungslosen Mann in der Braunschweiger Innenstadt dokumentiert.

konnektor – Forum für Künste

Im Ausstellungsort "konnektor" begegnen den Besuchern skulpturale, konzeptuelle und malerische Positionen – u. a. von NK Doege, Marcello Ragone, Verina Schwarz, Hassan Sheidaei und Chenxi Zhong. In spannungsreichen Gegenüberstellungen kristallisieren sich die materialspezifischen Eigenheiten der jeweiligen Arbeiten heraus, die z. B. Keramik, Baumwolle, Kunststoff und Acrylmalerei umfassen und somit auch einen Eindruck der medialen Bandbreite der ausgestellten Exponate der Herbstausstellung vermitteln.

TANKE – Projektraum für Kunst

In den ehemals als Fleischerei genutzten Räumlichkeiten der TANKE präsentiert u. a. die Künstlerin Frenzy Höhne ihre vielteilige Installation "Es ist angerichtet", einen reich gedeckten Esstisch, die mit aufgebrachten Textfragmenten unseren Umgang mit Sprache thematisiert. Im Nebenraum zeigt Thomas Keiser seine Arbeit "Delmenhorst 4.321 — Treff uns in der Cloud", die im Stil eines Marketing-Videos sowohl eine Liebeserklärung an als auch einen melancholischen Abgesang auf seine niedersächsische Geburtsstadt darstellt.

Keller III

Im Keller III zeigt das Künstlerduo Lukas Harris und Torben Laib seine aufwendige SoundInstallation "Expansion (Schizophonie Part III)", die – ortsspezifisch angefertigt – auf die Architektur der Örtlichkeit reagiert. Das Künstlerkollektiv Unit 404 behandelt den ambivalenten menschlichen Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen, so u. a. mit Trinkwasser.

Rahmenprogramm

Parallel zur analogen Herbstausstellung findet zum dritten Mal eine von Schülern und Schülerinnen kuratierte "Digitale Herbstausstellung" statt. Juroren der Digitalen Herbstausstellungen waren Schüler der IGS Garbsen sowie der Sophienschule Hannover, deren Projekt im Raum 7 im Kunstverein während der gesamten Laufzeit präsentiert wird.
Im Rahmenprogramm der Ausstellung treten Kathleen Rahn und Sergey Harutoonian immer mittwochs um 19.00 Uhr in Dialog mit den Künstlern der Ausstellung und besprechen an den jeweiligen Ausstellungsorten ausgewählte Werke. Jeden Sonntag um 15.00 Uhr führt das Vermittlungs-Team durch den Kunstverein Hannover; an zwei Sonntagen werden stattdessen Fahrradtouren zu verschiedenen Satellitenorten angeboten. Zudem können sich Besucher freitagnachmittags vom "ArtPilot", einer Künstlichen Intelligenz, die Ausstellung erläutern lassen.

Öffnungszeiten

Der Kunstverein ist zu seinen üblichen Zeiten geöffnet: Di–Sa 12.00–19.00 Uhr, So und Feiertag 11.00–19.00 Uhr, und die Satelliten-Orte sind an den Wochenenden Fr–So 14.00–18.00 Uhr während der gesamten Laufzeit bis zum 31. Oktober 2021 zu besichtigen. 

Termine

04.09.2021 bis 31.10.2021 ab 12:00 bis 19:00 Uhr
dienstags mittwochs donnerstags freitags samstags

04.09.2021 bis 24.10.2021 ab 11:00 bis 19:00 Uhr
sonntags

Aktuell sind die Ausstellungen nur mit 3G-Nachweis (Geimpft, Genesen, Getestet) zugänglich.