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Ausstellungen

Markus Fräger: In-Sigh-Out

Gemälde von Markus Färger und Sabine Hauptmann sind vom 22. März bis 11. Mai in der Galerie Robert Drees zu sehen.

Die Werke von Markus Fräger zeigen Personen in Alltagssituationen, die oft stehend oder sitzend in Innenräumen verortet sind. Die Protagonisten auf seinen Leinwänden sind in Gespräche involviert oder in sich selbst vertieft, nur selten blicken sie den Betrachter direkt an. Auch lassen die präsentierten Personen uns im Ungewissen darüber, in welchem Verhältnis sie zueinanderstehen oder in welche Situation wir als Betrachter hineingeraten. Markus Fräger eröffnet uns für einen Moment Voyeur zu sein; er entfernt eine der Wände, die die Protagonisten seiner Werke umgibt, um uns einen flüchtigen, wenn auch nachhaltigen Eindruck von der Szene erhaschen zu lassen. Es sind Situationen, die wie Film Stills, Screenshots oder Schnappschüsse auf den Betrachter wirken. Es gibt kein erklärendes Davor oder Danach. Die Geschichten rund um die Hauptakteure im Bild werden in unseren Köpfen geschrieben. Gestik, Mimik und die Körperhaltung der dargestellten Personen sowie die Lichtführung im Bild – was wurde malerisch von Fräger ins Helle und was ins Dunkle getaucht? – und nicht zuletzt der vergebene Bildtitel geben Anhaltspunkte über die Geschehnisse im Raum. Fragen bleiben beim Betrachter trotzdem zurück und werden nie eindeutig beantwortet werden. Diese fotografische Momenthaftigkeit und die einhergehende Intensität von Stimmungen in den inszenierten Räumen zeichnen die Bilder von Markus Fräger aus. Fotografische Vorlagen – seien es gestellte Situationen zusammen mit Schauspielern im eigenen Atelier, Found Footage Material aus dem Internet oder gefundene Ausschnitte aus Zeitschriften – dienen Markus Fräger für seine ausdrucksstarken Leinwandarbeiten. Auffallend bei seinem Malduktus sind die dramatisch gesetzten Hell-Dunkel-Kontraste, die an italienische oder niederländische Barockmaler wie Caravaggio oder Rembrandt erinnern lassen. Fundierte Kenntnisse dieser traditionellen Maltechniken eignete sich Fräger während seines Studiums der Kunstgeschichte in Münster an. Durch den außergewöhnlichen Umgang mit dem zeitgenössischen Porträt- und Gruppenbild setzt Fräger die ausgeprägte Tradition der figurativen Malerei in Deutschland fort.

Im Out-Look-Raum: Sabine Hauptmann

Sabine Christmann schafft einzigartige Werke, basierend auf der traditionellen Öl-auf-Leinwand-Technik, die die alltägliche Lebenswelt wiederspiegeln. Die Künstlerin verwendet Alltagsgegenstände der modernen Konsumgesellschaft wie Einkaufstaschen, Glasflaschen und Dosen, um mit Licht gefüllte Stillleben zu malen. In ihren farblich und kompositorisch detailliert abgestimmten Arrangements treten die Gegenstände aus der Alltagswelt auf wie Personen auf einer Bühne. Das "Stück", das sie spielen, bleibt rätselhaft und mehrdeutig. Indem Sabine Christmann leere Behälter darstellt, porträtiert sie metaphorisch die Moderne, die in der äußeren Form ihre scheinbare Bedeutung findet. Die zarten Stillleben auf der glatten, spiegelartigen Oberfläche erzeugen dabei eine Illusion von Realität. Sowohl die Malerei selbst, die in ihrer Materialität in den Oberflächenreizen sinnlich erfahrbar ist, als auch die Beschäftigung mit der eigenen Wahrnehmung sind für die Künstlerin von zentraler Bedeutung. Sabine Christmann studierte Mitte der 1980er Jahre an der Kunstakademie Karlsruhe bei Prof. Peter Dreher sowie an der Kunstakademie Stuttgart bei Prof. Rudolf Haegele. Sie lebt und arbeitet in Bartenstein.

Termin(e): 22.03.2019 bis 11.05.2019
mittwochs  donnerstags  freitags 
von 10:00 bis 18:30 Uhr
22.03.2019 bis 11.05.2019
samstags 
von 11:00 bis 14:00 Uhr
Ort

Galerie Robert Drees

  • Weidendamm 15
  • 30167 Hannover
Die Veranstaltung findet nicht statt am: 19.04.2019 bis 22.04.2019
01.05.2019