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Ausstellungen

Meinrad Schade: Unresolved

Die Ausstellung in der Galerie für Fotografie vom 14. Februar bis 24. März thematisiert den israelisch-palästinensischen Konflikt.

Das Projekt "Krieg ohne Krieg"

Seit rund 20 Jahren arbeitet Meinrad Schade an dem Projekt "Krieg ohne Krieg". Im Gegensatz zur klassischen Kriegsfotografie geht es Ihm um Schauplätze, die sich in unterschiedlicher räumlicher und/oder zeitlicher Distanz zu den Kriegen befinden. Sein Fokus liegt nicht auf dem eigentlichen Kriegsgeschehen, sondern auf der Frage, wie sich ein Konflikt im Alltag zeigt. Gesichter und Körper, Landschaften, Dörfer und Städte, Straßen, Plätze und Wohnzimmer, Arbeitswege und Freizeitparks, Museen, Gedenktage und Theaterbühnen: Kein Bereich des Lebens bleibt von einem Konflikt unberührt – und das für lange Zeit.

Der israelisch-palästinensisch Konflikt

Bis 2012 arbeitete er in verschiedenen Staaten der ehemaligen Sowjetunion an dem Projekt. 2015 erschien dazu sein Buch "Krieg ohne Krieg". 2013 wandte er sich dann dem israelisch-palästinensischen Konflikt zu und verbrachte bis 2017 rund sieben Monate im Kernland Israel und in den besetzten sowie annektierten Gebieten, das heißt, in der Westbank, auf dem Golan und im Gazastreifen. In dieser teilweise sehr angespannten Zeit, in der es fast täglich zu tödlichen Auseinandersetzungen kam, hielt er sich in Gebieten beider Konfliktparteien auf und bewegte sich zwischen den unterschiedlichen Gesellschaften, Wirklichkeiten und Haltungen hin und her. Unterschiedliche Perspektiven auf die gleiche Situation wurden für ihn zu einer realen Erfahrung. Dabei versuchte er, die viel fotografierten Orte in Israel, im Westjordanland, im Golan und im Gazastreifen neu zu entdecken. In einer Endlosschleife aus Aufbau, Zerstörung und Wiederaufbau, aus Idee, Wille und Destruktion sind auch die Menschen gefangen, die in diesem instabilen Raum leben. Überall zeigt sich ihnen der Konflikt modellhaft in Symbolen, was gleichsam ein Skript vorlegt, nach dem sie sich verhalten. Auszubrechen scheint unmöglich. Durch Reaktionen und Gegenreaktionen, durch Bilder und Gegenbilder wird der Konflikt immer wieder neu befeuert. Über Jahrzehnte in die Köpfen eingebrannt, geben die sich gegenseitig ausschließenden Narrative den parallel lebenden Gesellschaften vermeintlich Halt. Das Gefühl ständiger Bedrohung bleibt aufrechterhalten, es gehört zur Raison d’être, der Konflikt ist ungelöst.

Über Meinrad Schade

Meinrad Schade, 1968 in Kreuzlingen geboren, entschied sich 1996 nach dem Abschluss des Studiums der Biologie an der Universität Zürich für die Fotografie. Die Ausbildung zum Fotografen machte er 1997/98 im Rahmen der Gruppe Autodidaktischer FotografInnen (GAF) in Zürich und absolvierte 1999/2000 am Medienausbildungszentrum (MAZ) den Lehrgang für Pressefotografie. Nach einer Festanstellung als Pressefotograf beim St. Galler Tagblatt machte sich Meinrad Schade 2002 als Porträt- und Reportagefotograf selbständig und trat der Agentur LookatPhotos bei. 2011 wurde er mit dem Swiss Photo Award sowie mit dem ewz.selection-Preis in der Kategorie "Redaktionelle Fotografie" ausgezeichnet. 2013 gewann er den n-ost Reportagepreis in der Kategorie "Fotoreportage". 2015 zeigte die Fotostiftung Schweiz in Winterthur die große Einzelausstellung "Krieg ohne Krieg", parallel dazu erschien die gleichnamige Monografie. Diese wurde beim Deutschen Fotobuchpreis mit einer Silbermedaille ausgezeichnet. 2018 erschien das Buch "unresolved", das sich mit dem Israelisch-Palästinensischen Konflikt beschäftigt.

Termin(e): 14.02.2019 bis 24.03.2019
donnerstags  freitags  samstags  sonntags 
von 12:00 bis 18:00 Uhr
Ort

Galerie für Fotografie (GAF)

  • Seilerstraße 15D
  • 30171 Hannover