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Ausstellungen

Nora M. Bach/Torsten E. Richter: Mythische Substanz

Die Doppelausstellung vom 14. Oktober bis 11. November in der Weißen Halle in der Eisfabrik zeigt eine Auswahl von Arbeiten auf Papier der beiden Künstler, die sich dem Medium der Zeichnung in komplementärer Weise hingeben. 

Während sich Bach auf die flächige Zeichnung von dunkelnden Szenerien mittels Kohle konzentriert, verweilen die Bleistiftzeichnungen und Lithographien von Richter in der minutiösen Darstellung von Oberfläche und Substanz der Dinge. Gemein ist beiden die Zuwendung zum immensen Grauwertspektrum der Zeichnung, die bedingungslose Beherrschung des Materials und die Hinwendung zur lyrischen Inszenierung auf Papier.

Großformatige Kohlezeichnungen von Nora Mona Bach

Sie zeigen Naturbilder, die wir längst erlebt haben und die zum Inventar unseres Unterbewusstseins zählen: Gartenstücke, Ödland, Moore, Unterholz, beiläufiges Dickicht, Dreck, Erde, flackernde Wälder, flimmernde Gewässergründe, Fels, Stein, Moos, Verwelktes, Verwirktes, Keimendes. Das Material Kohle ist dabei nicht nur Mittel zur Darstellung, sondern verweist auf ihren organischen erdnahen Ursprung. Im Zeichenprozess schichtet sich Kohlestaub zu Flächen, die im Zweifelsfall erneut abgetragen werden. Nora Mona Bach schürft im Spannungsfeld zwischen Zufall und Beherrschung des Materials / von Linien und Flächen / von Unbenanntem und Konkretem / von Schatten und Licht. Zum Vokabular gehören stark strukturierte Tonabstufungen, weiche Übergänge, zarte Schattierungen, brutale Schnitzer und schwungvolle lineare Momente. So changiert die Arbeit in ihrer Wirkung stets zwischen Zeichnung, Malerei und Fotografie.

Kontemplation bei Torsten Enzio Richter

Der Poesie des Funktionalen übersetzt der Künstler streng und ausdauernd mit dem Bleistift als Medium zur zeichnerischen Wiedergabe in deren Realgröße. Gegenstand der Zeichnung sind ausgewählte Dinge, die auf unterschiedlichste Weise den Weg in sein Atelier finden. Die Arbeiten sind dabei nicht nur bloße Dokumentation und Abbildung, sie erfinden sich und das gewählte Ding partiell neu, Details werden abgewandelt und so in die Gesamterscheinung eingebaut, dass der Betrachter den "Betrug an der Oberfläche" hinnimmt. Die Dinge im Bildraum behaupten sich durch die sakral anmutende Komposition: In Originalgröße zentral auf die weiße Fläche des Papiers gesetzt, wird der Blick auf die Geräte und deren sensuellen Eigenschaften gelenkt. 

Termin(e): 14.10.2018 ab 17:00 Uhr
19.10.2018 bis 11.11.2018
freitags  samstags 
von 14:00 bis 18:00 Uhr
21.10.2018 bis 11.11.2018
sonntags 
von 12:00 bis 18:00 Uhr
Ort

Eisfabrik e. V.

  • Seilerstraße 15F
  • 30171 Hannover

Eröffnung: Sonntag, 14. Oktober, 17 Uhr