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Peter Heber, William ist zurück, 2016; Öl auf Leinwand

© VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Aktuelles

Peter Heber.Malerei

Der hannoversche Künstler Peter Heber (*1956 Süderbrarup) stellt im Sprengel Focus-Raum zehn, teils mehrteilige Gemälde aus verschiedenen Bilderreihen der letzten Jahre aus. 

In seinen großformatigen Werken erforscht er in einem höchst experimentellen Umgang mit dem malerischen Material Strukturen und Bildzustände, die von zart lasierend zu hochgradig pastosen Werken reichen. Seine abstrakt anmutenden Gemälde bewegen sich oftmals in einem monochromen Farbenspektrum. Inspirierender Ausgangspunkt für seine Arbeiten sind immer eigene Naturerfahrungen und Beobachtungen vielfältiger Naturprozesse. Die komplexen, synästhetischen Atmosphären, die er so erschafft, sind eine zeitgemäße Landschaftsmalerei. 

In der ältesten Arbeit der Ausstellung, "Nero" von 2009, ist seine spezielle Technik des stark pastosen Farbauftrages zu sehen. In einem langwierigen Prozess wird Farbschicht über Farbschicht aufgetragen, bis sich eine reliefartige, von tiefen Kratern durchzogene Oberfläche bildet. Das schwarze Pigmentrelief erinnert an erstarrte Lava und verschluckt in der verdichteten Dunkelheit jegliches Licht.

In den Gemälden, die seit 2012 entstehen, experimentiert Heber beim Farbauftrag mit chemischen und physikalischen Prozessen. Dünn aufgetragene Acryl- und Olfarbe wird mit einem Wasser- oder Luftstrahl vertrieben; durch die Abstoßungskräfte von Öl und Wasser bilden sich dynamische, zufällig entstehende Farbabsprengungen, die darunterliegende Schichten wieder freigeben. Diese ungezielten Ereignisse werden von ihm aber in der Gesamtkomposition sorgfältig einkalkuliert. So entstehen wie etwa in "Ouantenschaum (rosa)" oder "William ist zurück(O Gold)" wirbelnde Strudel mit starker Sogwirkung, oftmals aufsteigend von einem zentralgelegenen Nest am unteren Bildrand oder herabstürzend in einem Tiefensog. Es entwickeln sich zarte wolkenartige Gespinste und hervorquellende Farbnebel in Rosa oder Gold, die plötzlich aufbrechend Durchblicke in den tieferen Bildraum freigeben.

In anderen Gemälden wie "Hard Rain 4" oder "Zerstörung, die vom Schmelzen kommt (Leonardo)" arbeitet Heber lasierend mit der Fließkraft extrem verdünnter Farben, die wie Starkregen herabrinnt oder wie Dunstschwaden über einem schmelzenden Gletscher aufsteigt. In einer weiteren Serie von Werken wie den "Fenster"-Bildern oder „Millets Wirbel" arbeitet er mit Abdrucken von bearbeiteten Styroporplatten. Ätzungen mit Terpentin oder dynamische Kratzungen wie bei einem gefrorenen, halbtransparenten Fensterglas geben Ausblicke auf Farbfelder frei. 

Doch nicht nur die äußere Natur einer Landschaft, eines geologischen oder atmosphärischen Zustandes inspirieren ihn, er fühlt sich auch verwandt mit Künstlern der jüngeren und ferneren Vergangenheit wie Eugene Leroy, Per Kirkeby, William Turner oder Leonardo da Vinci.

1956 geboren in Süderbrarup, Schleswig-Holstein, 1978-1987 Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg, 1991 /92 und 1995/96 Lehraufträge an der Universität Hamburg, Fachbereich Ästhetische Erziehung, 1997 Arbeitsstipendium der Freien und Hansestadt Hamburg, 2000 Stipendium des Landes Niedersachsen (Schloss Bleckede), lebt und arbeitet in Hannover.

Kuratorin: Karin Orchard

Termin(e): 06.03.2019 bis 19.05.2019
mittwochs  donnerstags  freitags  samstags  sonntags 
von 10:00 bis 18:00 Uhr
06.03.2019 bis 19.05.2019
dienstags  sonntags 
von 10:00 bis 20:00 Uhr
Ort

Sprengel Museum Hannover

  • Kurt-Schwitters-Platz
  • 30169 Hannover
Preise:
Eintritt 7,- €
ermäßigt 4,- €
freitags freier Eintritt

Pressekonferenz: 04.03.2019, 11:00 Uhr

Eröffnung: 05.03.2019, 18:30 Uhr